Verkehr

Neubau der Tegeler Brücke soll 2020 starten

Die Brücke zwischen Spandau und Reinickendorf ist in schlechtem Zustand. Rund 15 Millionen Euro werden für den Neubau eingeplant.

Die Tegeler Brücke zwischen Spandau und Reinickendorf soll 2020 neu gebaut werden.

Die Tegeler Brücke zwischen Spandau und Reinickendorf soll 2020 neu gebaut werden.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Die Tegeler Brücke, eine wichtige Verbindung zwischen Spandau und Reinickendorf, soll ab August 2020 neu gebaut werden. Das bestätigte das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin (WNA) auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Die Bauzeit wird mit gut drei Jahren kalkuliert.

Die Brücke verbindet die Insel Gartenfeld im Spandauer Ortsteil Siemensstadt mit Tegel. Eine erste Brücke an dieser Stelle wurde im Jahr 1910 gebaut, im Zweiten Weltkrieg jedoch gesprengt. Die aktuelle Brücke wurde dann 1952 auf den Fundamenten des ursprünglichen Bauwerks errichtet. „Im Zuge der planmäßigen Bauwerksprüfungen wurden erhebliche Risse und Schäden an den massiven Bauwerksteilen beobachtet“, sagte Rolf Dietrich, Leiter des WNA. Das Amt plant den Neubau der Brücke über den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, weil diese der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gehört.

Instandsetzung der Tegeler Brücke wäre nicht sinnvoll

Zudem habe man „erhebliche Abrostungen an den Stahlbauteilen und eine Fehlstellung der Lager“ festgestellt, so Dietrich weiter, was zu Problemen bei der Standsicherheit der Brücke führen könnte. Akut gefährdet ist die Verkehrssicherheit der Brücke zwar noch nicht, dennoch planen Bund und das Land Berlin nun einen Neubau der Anlage. Eine Instandsetzung der 67 Jahre alten Brücke auf den 109 Jahre alten Fundamenten sei nicht sinnvoll möglich, so Dietrich.

Derzeit laufen laut dem Amtsleiter die Abstimmungen mit den zuständigen Behörden, den betroffenen Leitungsbetreibern und Grundstückseigentümern. Für die Bauzeit soll eine Behelfsbrücke errichtet werden, denn das Verkehrsaufkommen ist hoch: Laut Dietrich wird die Tegeler Brücke täglich von 19.700 Kraftfahrzeugen genutzt, Umfahrungsalternativen fehlen. Die Behelfsbrücke soll westlich des aktuellen Bauwerks entstehen und neben zwei Fahrspuren beidseitige Geh- und Fahrradwege haben.

Kostenaufteilung für Brücken-Neubau wird noch verhandelt

Die Behelfsbrücke sorgt allerdings auch dafür, dass das Bauvorhaben entsprechend teuer wird, erklärt Dietrich. Mit Gesamtbauausgaben in Höhe von rund 15 Millionen Euro wird derzeit gerechnet. Für die Finanzierung zuständig sind die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, das Land Berlin und die betroffenen Leitungsbetreiber, so der Amtsleiter. „Die Kostenaufteilung wird derzeit noch verhandelt.“

Auf der neuen Brücke soll es laut Dietrich zwei Richtungsfahrbahnen für den Kfz-Verkehr mit je 6,50 Meter Breite geben, außerdem beidseitige Rad- und Gehwege mit einer Breite von je 5,75 Meter. Zudem soll die Brücke so gebaut werden, dass am Nordufer des Kanals ein Radweg unter dem Bauwerk angelegt werden kann.

Tegeler Brücke ist bedeutend für neues Wohnquartier in Spandau

Frank Bewig, Spandaus Verkehrsstadtrat (CDU), erklärte, für den Bezirk sei es sehr wichtig, dass die Brücke neugebaut werde. „Das betrifft Wirtschafts- wie Privatverkehr“, so Bewig. Zudem wird die Brücke von mehreren BVG-Buslinien genutzt. In Spandau habe man lange die Sorge gehabt, dass das Vorhaben nicht vorankomme. „Es war eine Hängepartie, weil unklar war, wie die Übergangslösung funktionieren soll“, sagte der Stadtrat. Nun sei man froh, dass die Arbeiten bald starten sollen.

Bedeutend ist die neue Brücke auch, weil auf der Insel Gartenfeld in den nächsten Jahren ein großes, neues Wohnquartier entstehen soll. Die Brücke könnte im ersten Schritt also von Baufirmen genutzt werden, die auf die Insel kommen müssen, im zweiten Schritt dann von den späteren Bewohnern des Quartiers. 3000 bis 4000 Wohnungen sind auf dem Areal vorgesehen. Auch ein drei Hektar großer Schulcampus mit Grund- und Oberschule sowie Kitas sind geplant.

Bis Dezember 2023 soll die neue Brücke fertig sein. Dass die Tegeler Brücke bis dahin erneuert wird, ist auch mit Blick auf die Rudolf-Wissel-Brücke wichtig, die ab 2024 durch einen Neubau ersetzt werden soll. Man wolle unterbinden, dass die Tegeler Brücke ungeplant außer Betrieb genommen werden muss, während dort Bauarbeiten stattfinden, erklärt Dietrich. Die Tegeler Brücke könnte dann als Umfahrungsmöglichkeit eine Rolle spielen.

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