Infrastruktur

Kladower startet Petition für bessere Verkehrsanbindung

Spandau Süd braucht Bewegung, was den Verkeh angeht, findet ein Kladower. Er hat schon zahlreiche Unterschriften gesammelt.

Ander Gatower Straße gab es die vergangenen Tage wegen einer Baustelle Stau. Anwohner sind verärgert.

Ander Gatower Straße gab es die vergangenen Tage wegen einer Baustelle Stau. Anwohner sind verärgert.

Foto: Privat

Berlin. „Es geht so nicht weiter. Man muss jetzt eine Lösung finden“, sagt der Kladower S. Zengin, der seinen Vornamen nicht in der Zeitung lesen will. Dabei spricht er von der Verkehrssituation im Süden von Spandau, in den Ortsteilen Kladow und Gatow. Regelmäßige Staus gehören für die Anwohner dort zum Alltag. Zengin will das aber nicht länger hinnehmen und hat nun eine Online-Petition gestartet, die innerhalb weniger Tage von mehr als 1300 Personen unterzeichnet wurde.

Der große Zuspruch wurde vor allem durch eine Baustelle ausgelöst, die bei vielen Anwohnern in den vergangenen Tagen für Ärger sorgte. Weil ein Haus einen Erdgas-Anschluss bekommen sollte, gab es auf der Gatower Straße eine mit einer Ampel gesteuerte einseitige Sperrung. Die Folge: Für eine Strecke, für die man im Normalfall zehn Minuten brauche, habe man bis zu eine Stunde benötigt, sagt Wolfgang Lohrer von der Initiative „Verkehr Spandau Süd“.

Staus im Spandauer Süden: Eine Stunde Fahrzeit statt zehn Minuten

Wer bis zur Heerstraße wollte, aber aus dem südlichen Kladow kommt, habe im schlimmsten Fall sogar bis zu anderthalb Stunden benötigt. „Das ist kein Zustand gewesen, die Bürger sind sauer“, sagt Lohrer. Auch die Busse der BVG brachten Pendlern keine Vorteile: Weil es nur eine Spur je Fahrtrichtung gibt, standen diese ebenfalls im Stau. Und fuhren, wegen der Zeitverzögerungen, teilweise sogar nur verkürzte Strecken oder zu anderen Zielen.

Kritisiert wird vor allem auch: Eine offizielle Information an Anwohner gab es vorab nicht, diese wurden vom Aufbau der Baustelle überrascht. Mit solchen Aktionen und den Staus vergraule man die Menschen im Süden Spandaus, meint Lohrer.

Spandauer sind über die Verkehrssituation verärgert

Für Zengin geht das Problem über die kürzliche Baustelle hinaus. Er lebt seit 2017 in Kladow, arbeitet aber in Prenzlauer Berg. „Ich fahre normalerweise schon über eine Stunde, durch die Baustellen kann es vorkommen, dass ich mindestens zwei Stunden unterwegs bin“, sagt er. Das Problem: Von Kladow führen mit dem Kladower Damm, im Verlauf übergehend in die Gatower Straße, und der Potsdamer Chaussee zwei Straßen ins Berliner Zentrum. Hinzukommt die Fähre in Richtung Wannsee, die jedoch nur einmal in der Stunde fährt.

Auf der Online-Plattform nebenan.de habe er viel Unmut gelesen, berichtet Zengin „Kinder kommen zu spät zur Schule, Erwachsene zu spät zu einem Termin“, sagt er. Kladow ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Hinzukommen Pendler aus Potsdam, die die Straßen nutzen. Bei einem vergangenem Stau habe er bereits einen Umweg über Potsdam und Grunewald in Richtung Prenzlauer Berg fahren müssen, um es noch pünktlich zu einem Termin zu schaffen, erzählt Zengin

Petition soll an den Bezirk Spandau und den Senat gehen

Mit seiner Petition will er sich sowohl an den Senat als auch den Bezirk Spandau wenden. Konkret fordert er, mehr Transparenz in Bezug auf die Verkehrs- und Infrastrukturplanung im Spandauer Süden, am besten in Zusammenarbeit mit den umliegenden Ortschaften wie Groß Glienicke. Zudem soll ein Konzept ausgearbeitet werden, wie der Verkehr von Gatow und Kladow in die Innenstadt entlastet werden kann.

Um mehr Druck auszuüben, hofft der Kladower, dass noch zahlreiche weitere Menschen die Online-Petition unterschreiben. Auch die Initiative Verkehr Spandau-Süd will weitermachen. Lohrer berichtet, dass sich bereits neue Interessierte gemeldet hätten, die sich künftig ebenfalls einbringen wollen.

Im neuen Jahr soll wieder das Gespräch mit Verantwortlichen gesucht werden, um besser informiert zu werden oder im Idealfall sogar in die Planungen einbezogen zu werden. Damit solche Staus, wie in den vergangenen Tagen, möglichst vermieden werden.

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