Schulbau

Bau von neuer Grundschule in Spandau verzögert sich

In Hakenfelde ist eine neue Grundschule geplant. Statt 2021 wird sie wohl erst im Sommer 2022 fertig. Plätze werden dringend gebraucht.

In Spandau werden dringend Schulplätze gebraucht.

In Spandau werden dringend Schulplätze gebraucht.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Berlin. In Hakenfelde wird sie bereits erwartet: die neue Grundschule an der Goltz-/Mertensstraße, eine inklusive Schwerpunktschule. Der Bezirk hat bislang damit gerechnet, dass sie im Sommer 2021 fertig wird und damit zum Schuljahr 2021/22 bereitsteht. Nun aber, sagte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) der Berliner Morgenpost, rechne er mit einer Fertigstellung erst im Sommer 2022, also ein Jahr später.

Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die das Bauprojekt verantwortet, bestätigte auf Anfrage, dass es eine Verzögerung gebe. Mit einem Baustart werde nun im frühen Herbst 2020 gerechnet. Beim Grund verweist sie auf die Planungen, die länger dauern. Das hänge mit Vorgaben für neue Schulen aus der Senatsbildungsverwaltung zusammen, die dynamisch seien, sich also ändern können. Dadurch muss die Planung entsprechend angepasst werden.

Neue Grundschule in Spandau wegen zahlreicher Bauprojekte benötigt

Damit kommt die neue Grundschule in Spandau ausgerechnet in einer Region später, wo besonders viel gebaut wird und zahlreiche neue Wohnungen entstehen oder bereits entstanden sind. Beispiele sind Projekte wie die Pepitahöfe, die Waterkant auf der anderen Seite der Havel oder das „Trio am Park“, für das vor rund zwei Monaten Richtfest gefeiert wurde.

Aus dem Grund plant der Bezirk auch schon ab dem kommenden Sommer in Hakenfelde mit Schulcontainern zu arbeiten. Diese sollen auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule aufgestellt werden, die dadurch geschlossen, möglicherweise sogar abgerissen werden muss. Andere Standorte, sagte Kleebank, seien geprüft worden, hätten sich aber als nicht geeignet herausgestellt.

Jugendverkehrsschule in Hakenfelde muss länger schließen

Kommt nun die neue Grundschule später, heißt das auch, dass die Jugendverkehrsschule ihr Gelände ein weiteres Jahr nicht nutzen kann. Und der Zeitraum könnte sich sogar weiter verlängern: Es sei möglich, dass die Container noch länger stehen bleiben müssen, sagte Kleebank nun. Denn die nur wenige Hundert Meter von der Jugendverkehrsschule entfernte Carl-Schurz-Grundschule müsse saniert und dafür abschnittsweise freigezogen werden. Container auf dem Schulgelände kämen nicht infrage, so Kleebank.

Die Sanierung soll nun möglichst so geplant werden, dass sie startet, wenn die neue Grundschule an der Goltz-/Mertensstraße fertig ist. Falls dort Räume anfangs leerstehen, könnten die Schüler auch dort übergangsweise mit einziehen. Andernfalls sollen die Container auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule genutzt werden.

Mangel an Schulplätzen in Spandau wächst

Der Schulplatzmangel wird den Bezirk Spandau in den kommenden Jahren verstärkt beschäftigen. Ein Monitoring der Senatsbildungsverwaltung ergab, dass zum Schuljahr 2021/22 in Spandau rechnerisch gut 2100 Grundschulplätze, 800 Plätze an Sekundarschulen und knapp 350 an Gymnasien fehlen werden, sofern nicht rechtzeitig neue Plätze entstehen. Das teilte der Bezirksbürgermeister im September auf eine Grünen-Anfrage mit.

Auch deshalb hängt viel an der geplanten inklusiven Schwerpunktschule in Hakenfelde, mit der knapp 580 Plätze entstehen werden. Der Bezirksbürgermeister selbst hatte deshalb kürzlich gefordert, dass das Tempo beim Bau neuer Schulen in Berlin erhöht werden muss, um dem wachsenden Bedarf an Schulplätzen gerecht zu werden.

Auch die Spandauer CDU-Fraktion verweist darauf, dass in Spandau dringend neue Schulplätze entstehen müssen. „Die Verschiebung ist sehr ärgerlich“, sagt Fraktionssprecher Thorsten Schatz. Spandau brauche „schnellstmöglich jeden neuen Schulplatz – gerade in der wachsenden Region Hakenfelde“. Durch die Verzögerung sieht er die Vorbehalte seiner Partei bestätigt, Planung und Bau der Schulen zentral durch den Senat durchzuführen.

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