Berlin-Spandau

Studie zu Siemensbahn-Verlängerung ausgeschrieben

Die Deutsche Bahn sucht ein Büro, das prüft, ob die Verlängerung der Siemensbahn nach Hakenfelde machbar ist.

Die alte S-Bahnstation Wernerwerk in der Siemensstadt. Für die bestehende Trasse soll eine Verlängerung untersucht werden.

Die alte S-Bahnstation Wernerwerk in der Siemensstadt. Für die bestehende Trasse soll eine Verlängerung untersucht werden.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. Es wird langsam ernst in Sachen einer möglichen Verlängerung der Siemensbahn bis zum Spandauer Ortsteil Hakenfelde. Die Deutsche Bahn hat vor wenigen Tagen eine Ausschreibung für eine Machbarkeitsstudie gestartet, bei der geprüft werden soll, inwieweit die Verlängerung möglich ist. Dabei geht es auch um die Frage, wie eine Tunnel- oder Brückenlösung an der Havel aussehen könnte.

Die Reaktivierung der 1980 stillgelegten Siemensbahn wurde im Zusammenhang mit dem Siemens-Innovationscampus beschlossen, um diesen besser und schneller mit dem Berliner Zentrum und dem Flughafen BER zu verbinden. Von Beginn an hat der Bezirk Spandau dabei auch eine Verlängerung gefordert, um für die anderen Ortsteile und neuen Wohnquartiere den öffentlichen Nahverkehr ebenfalls zu verbessern.

Siemensbahn in Spandau: Drei Haltepunkte werden untersucht

In der Machbarkeitsstudie sollen in den kommenden Monaten mehrere mögliche Trassenverläufe für eine zweigleisige S-Bahn-Strecke entwickelt werden. Als Haltepunkte sind demnach Gartenfeld, Wasserstadt Oberhavel und Hakenfelde vorgesehen. Für die Haltestelle Gartenfeld ist es laut Ausschreibung möglich, den ehemaligen Bahnhof Gartenfeld zu nutzen oder einen Standort auf der Insel Gartenfeld zu wählen, wo mehr als 3500 Wohnungen geplant sind. Die Bahn könnte aber auch sowohl vor als auch auf der Insel halten.

Tatsächlich ist die Erschließung der Insel einer der Knackpunkte für das dortige Wohnungsbauprojekt. Das neue Quartier soll autoarm werden, eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr scheint da umso wichtiger. Geplant ist bereits eine neue Brücke für Fußgänger, Radfahrer und Busse, die im Westen der Insel entstehen und sie mit der Wasserstadt verbinden soll. Die Siemensbahn könnte darüber hinaus die Verkehrsanbindung verbessern.

Machbarkeitsstudie soll in sechs Monaten erstellt werden

Betrachtet werden sollen im Rahmen der Machbarkeitsstudie auch Punkte wie Denkmal-, Umwelt- und Naturschutz sowie die Auswirkungen auf vorhandene und geplante Gebäude. Bei Häusern, die erst noch entstehen sollen, könnte eine Lösung sein, eine Hochbahn in das Gebäudeensemble zu integrieren, heißt es.

Im Bezirk unterstützt man eher eine unterirdische Weiterführung der Siemensbahn, eben mit Verweis auf die entstehenden Wohnungen und den dadurch fehlenden Platz, die Bahn oberirdisch über die Insel Gartenfeld und durch die Spandauer Wasserstadt zu führen, wo derzeit die Bauarbeiten für das Quartier „Waterkant“ laufen. Bei der Deutschen Bahn hält man beide Lösungen für technisch möglich, wobei die Kosten für einen Tunnel etwa ein Drittel teurer sein sollen.

Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie ist ein Zeitfenster von sechs Monaten vorgesehen. Sofern die Ausschreibung und anschließende Vergabe erfolgreich verlaufen, müsste die Studie nach derzeitigen Planungen bis Ende August 2020 abgegeben werden.

Freischnitt der Siemensbahn-Trasse soll Anfang 2020 erfolgen

Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn (DB) für Berlin, kündigte kürzlich bei einer Veranstaltung der Berliner CDU-Fraktion an, dass erste Veränderungen an der bestehenden Siemensbahn-Trasse schon Anfang 2020 sichtbar werden sollen. Bis zum Frühjahr soll die teils stark bewachsene Strecke demnach freigeschnitten werden.

Weiter sollen im nächsten Jahr unter anderem eine Umweltstudie und die Vermessung der Strecke folgen. Ein Ergebnis, ob das Viadukt der Siemensbahn erhalten bleiben kann, wird ebenfalls in den nächsten Monaten erwartet. Im Zeitraum zwischen 2025 und 2029 soll die Siemensbahn, zumindest auf der bestehenden Strecke zwischen Jungfernheide und dem Bahnhof Gartenfeld, dann wieder fahren.

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