Umbau

Das sind die Pläne für das Ortsteilzentrum an der Obstallee

Der Vorplatz des Staaken-Centers im Kiez Heerstraße Nord soll schöner werden. Die Ergebnisse eine Machbarkeitsstudie liegen nun vor.

Der Vorplatz des Staaken-Centers soll umgestaltet werden. Eine Machbarkeitsstudie liegt nun vor.

Der Vorplatz des Staaken-Centers soll umgestaltet werden. Eine Machbarkeitsstudie liegt nun vor.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Es ist der zentrale Ort im Spandauer Brennpunkt-Kiez Heerstraße Nord: das Staaken-Center mit seinem Vorplatz an der Obstallee. Wirklich zum Verweilen lädt der Platz allerdings nicht ein. Es gibt nur wenige Sitzmöglichkeiten, dafür ein stufenartiges Plateau, das ehemals ein Brunnen war, heute aber vor allem eine Barriere bildet. Auch sonst wirkt das Areal trist, doch das soll sich ändern: Eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung liegt nun vor.

Der geplante Umbau ist eines der Projekte des Förderprogramms „Stadtumbau“, bei dem auch der öffentliche Raum und die soziale Infrastruktur im Kiez Heerstraße Nord modernisiert werden sollen. Seit 2017 ist das Spandauer Gebiet Teil des Programms, zehn Jahre lang sollen Fördermittel fließen, damit sich die, auch sozial schwierige, Situation im Kiez Heerstraße Nord verbessert.

Kiez Heerstraße Nord: Angsträume am Staaken-Center sollen verschwinden

Bei der Studie für den Umbau des Vorplatzes haben sich die Planer vor allem der Aufenthaltsqualität, der Barrierefreiheit und der soziale Sicherheit gewidmet. Winfried Müller-Brandes vom zuständigen Büro „Stadtraum“ berichtete bei der Vorstellung im Spandauer Bauausschuss, es gebe an dem Platz „Angsträume“, wie eine eher dunkle Ecke, an der sich eine Paketstation befindet.

„Es gibt eine sozial gemischte Nutzung und alle wünschen sich eine Verbesserung“, erklärte Müller-Brandes weiter. Mit in die Planungen einbezogen werden müssen dabei auch die Eigentümer einiger Immobilien wie des Staaken-Centers, denn die an das Einkaufszentrum angrenzenden Flächen sind ebenfalls in Privatbesitz.

Privateigentümer sollen an Umbau-Kosten beteiligt werden

„Die Privateigentümer sind sehr aufgeschlossen und interessiert, dass sich dort etwas tut“, sagte Müller-Brandes. Entscheidend wird deren Beteiligung, wenn es um die konkrete Umsetzung der entwickelten Idee - und damit deren Finanzierung - geht. Denn die Kostenschätzung für die zwei Varianten sieht vor, dass die Privateigentümer 600.000 oder 750.000 Euro zahlen.

Um mehr Möglichkeiten für den Platz zu haben, schlagen die Planer vor, die Obstallee zu verschmälern, auf eine Breite von sieben Metern. „Dadurch wird viel Fläche gewonnen für Fußverkehr und Platzgestaltung“, so Müller-Brandes.

An der Obstallee sollen Parkplätze gestrichen werden

Geparkt werden soll nur noch auf einer Seite der Obstallee, von den bisherigen rund 60 Parkplätzen sollen 40 Senkrechtstellplätze erhalten bleiben, die dann aber nur noch fürs Kurzzeitparken genutzt werden sollen. Dauerparker sollen aufs Parkdeck am Staaken-Center ausweichen, dort gebe es noch eine Reserve an kostenlosen Stellplätzen.

Für den Vorplatz wird konkret vorgeschlagen, einige Bäume neu zu pflanzen, ein Wasserspiel zu installieren, außerdem Sitzmöglichkeiten zu schaffen – allerdings so, dass immer nur wenige Sitzplätze direkt nebeneinander liegen, um zu verhindern, dass sich dort große Gruppen ansammeln.

Vor dem Eingang zum Einkaufszentrum könnte ein Podest gebaut werden, mit einer Sitzkante und einer Rampe, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Da das Dach des Staaken-Centers bereits früher einmal genutzt wurde, schlagen die Planer vor, das wiederaufzugreifen.

Neuer Quartiersplatz für den Kiez Heerstraße Nord vorgeschlagen

Weiterhin sehen die Planer mehr Fahrradstellplätze und für den Magistratsweg einen Radstreifen vor. Ein Angstraum soll verschwinden, indem dort stattdessen ein Anbau entsteht, das Staaken-Center also vergrößert wird. Zudem wird empfohlen, die Fassaden und Eingänge zum Einkaufszentrum und zum angrenzenden Wohnhaus aufzuwerten.

Ein Punkt, in dem sich die beiden entwickelten Varianten unterscheiden, ist ein möglicher zweiter Quartiersplatz, der vor einem ebenfalls angedachten Bildungs- und Gesundheitszentrum an der Obstallee entstehen könnte. Dieses Zentrum ist ein weiteres Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau“. Ob es tatsächlich kommt, ist aber noch nicht sicher.

Davon abhängig schlagen die Planer einmal einen größeren Platz mit Sitzplätzen für ein Café und einer Spielfläche vor, und einmal einen kleineren. Beide Male aber soll der Platz über die Fahrbahnen der Obstallee hinweg verlaufen.

Mehrere Millionen Euro für Umbau kalkuliert

Zwei Optionen gibt es auch für die Bushaltestelle am Magistratsweg. Wer zum Staaken-Center will, muss momentan noch die Obstallee überqueren. Deshalb wird vorgeschlagen, die Haltestelle hinter die Einmündung der Obstallee an den Magistratsweg, also direkt vor das Einkaufszentrum, zu verlegen. Das würde Wege verkürzen, meint Müller-Brandes. Alternativ könnte die Haltestelle auch nur etwas näher an die Einmündung verschoben werden.

Die Summe aller Kosten beträgt für die Variante mit dem großen, zweiten Quartiersplatz 2,95 Millionen für die öffentliche Hand und 750.000 Euro für die Privateigentümer. In der zweiten Variante belaufen sich die Kosten auf 600.000 Euro für Privatbesitzer und 1,85 Millionen für Bezirk und Land. Einen Baubeginn hält Müller-Brandes für die Jahre 2022 oder 2023 für realistisch.

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