Bauarbeiten

Umbau der Altstadt Spandau: So geht es 2020 weiter

Die Altstadt Spandau soll umgebaut und schöner werden. Die Planungen laufen seit Jahren. Welche Maßnahmen im nächsten Jahr anstehen.

Der Marktplatz in der Altstadt Spandau soll umgestaltet werden. Geprüft werden soll, ob dort ein Teich oder ein Wasserspiel installiert werden kann.

Der Marktplatz in der Altstadt Spandau soll umgestaltet werden. Geprüft werden soll, ob dort ein Teich oder ein Wasserspiel installiert werden kann.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Dass die Altstadt Spandau attraktiver wird, das ist im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ seit Längerem das Ziel. Bereits seit 2015 ist das historische Zentrum ein Fördergebiet. Die vergangenen Jahre waren vorwiegend mit Planungen verbunden, für die Bauprojekte, die dann einmal kommen sollen – und damit geht es zu großen Teilen auch 2020 weiter. Einige Umsetzungen stehen aber auch an. Die Pläne im Überblick.

Wasser- und Kammerstraße: Die beiden kleinen Straßen, die von der Breiten Straße zum Lindenufer führen, sollen barrierefrei saniert werden. Unter anderem sollen sie ebener werden und ein neues Pflaster bekommen. „Ziel des Projekts ist es, eine verbesserte Verbindung zwischen Altstadt und Lindenufer zu schaffen, um Besucher der Altstadt ans Lindenufer zu führen“, sagte Myrsini Dimakopoulos aus dem Fachbereich Stadtplanung im Bezirksamt beim 5. Altstadtplenum.

In der Kammerstraße sind die Bauarbeiten diesen Monat bereits gestartet, fertig werden will man dort bis zum Frühjahr 2020. Dann schließt sich der Umbau der Wasserstraße an.

Altstadt-Umbau geht auch an der Freilichtbühne Spandau weiter

Reformationsplatz: Auch am Reformationsplatz sollen – nach mehrmonatiger Verzögerung – Ende November die ersten Arbeiten starten. Der Umbau erfolgt in zwei Abschnitten, im südlichen Teil bis zum Herbst 2020, anschließend auf der Nordseite bis zum Herbst 2021. Ziel ist, den Platz um die St.-Nikolai-Kirche heller, einladender und barrierefrei zu gestalten. Dafür muss der Mittelalter-Weihnachtsmarkt in diesem Jahr auf den Marktplatz verlegt werden.

Freilichtbühne: Die denkmalgeschützte Freilichtbühne an der Zitadelle gehört eigentlich nicht mehr zur Altstadt Spandau, wurde aber in das Förderprogramm mit aufgenommen. Und sie soll umgebaut werden, ein erster Teil 2020 beginnen und zur Saison 2021 fertig sein – in diesem Jahr feiert die Freilichtbühne ihr 100-jähriges Bestehen.

In diesem ersten Abschnitt soll der Vorplatz verändert werden. Geplant ist, das derzeitige Toilettengebäude zu entkernen und zu einem Cateringgebäude auszubauen. Ein barrierefreies Toilettenhaus soll neugebaut werden, an einem Ort, der weniger zentral, sondern etwas versteckter ist, wie Britta Richter, Leiterin vom Kulturhaus Spandau und der Freilichtbühne erklärte. Auch den Wartebereich vor dem Theater will man verändern, ein alter Bierpinsel soll verschwinden. Bis zu 800.000 Euro sollen in die Arbeiten fließen.

Im zweiten Bauabschnitt, der planmäßig nach Ende der Saison 2021 startet, will man sich dem Eingang und Zuschauerraum widmen, unter anderem Garderoben und Sitzbänke erneuern, mehr Fahrradständer schaffen und ein neues Werkstattgebäude bauen.

Im letzten Abschnitt sollen Bühne und Technik saniert und erneuert werden. Thema sind dabei das zu kleine Bühnendach und der zurzeit nicht regenfeste Bühnenboden. Den Zuschauerraum zu überdachen habe man zwar überlegt, aber wieder verworfen, so Richter.

Musikschule in der Altstadt Spandau soll 2020 fertig werden

Stresowufer: Ziel ist es, auf der anderen Havelseite, gegenüber vom Lindenufer, einen öffentlichen Fuß- und Radweg zu schaffen. Eine Machbarkeitsstudie zu einem barrierefreien Weg am Stresowufer mit Ufertreppe, Aussichtpodest und einer schwimmenden Plattform wurde bereits 2018 erstellt. Nun befinde

man sich in der Vorplanung, sagte Dimakopoulos.

Diese Vorplanung werde auch die meiste Zeit im kommenden Jahr in Anspruch nehmen, bevor der erste Bauabschnitt zwischen Spreemündung und Charlottenbrücke starten kann. Insgesamt soll der Ausbau bis zur Ruhlebener Straße gehen. Dimakopoulos kündigte aber bereits an, dass es Anfang 2020 eine Anliegerbeteiligung geben soll.

Musikschule: Bei der Musikschule an der Moritzstraße sind die Sanierungsarbeiten bereits 2018 gestartet. Die Arbeiten an der Fassade wurden vor wenigen Monaten beendet, unter anderem wurden dabei auch denkmalgerechte Fenster mit Holzrahmen eingebaut. Noch ist aber einiges zu tun, vor allem was den Innenausbau und die Erneuerung der Technik betrifft.

Unter anderem wird auch angestrebt, für den Musikschulunterricht weitere Räume, wie eine Hausmeisterwohnung, umzunutzen. Für die Barrierefreiheit soll außerdem noch ein Aufzug an der Außenfassade angebracht werden. Eine Fertigstellung ist für Oktober 2020 geplant.

Sanierung der Stadtbibliothek wird teurer als gedacht

„Knochenkeller“: Für den sogenannten Knochenkeller, auch als archäologisches Schaufenster bezeichnet, soll es einen Planungswettbewerb zur Neugestaltung geben. Zu sehen sind dort historische Grabungsfunde, die allerdings zurzeit nur wenigen bekannt sind und, so die Einschätzung, wenig ansprechend präsentiert werden. „Die Belichtung und Darstellung sollen sich ändern“, sagte Dimakopoulos. „Das Projekt soll nächstes Jahr angepackt werden.“

Historischer Keller: Der Historische Keller in der Carl-Schurz-Straße ist heute bereits zugänglich und immer wieder Ort für Kunstausstellungen. Dieser, meint Andreas Wunderlich vom Altstadtmanagement, sei ebenfalls den meisten Spandauern unbekannt. Auch über Kunstausstellungen hinaus wird aber Potenzial gesehen, den Keller regelmäßig zu nutzen – dafür muss aber noch etwas getan werden, unter anderem sind sanitäre Einrichtungen erforderlich. Geplant ist deshalb, dass eine Machbarkeitsstudie zu Nutzung und Barrierefreiheit erstellt wird.

Stadtbibliothek: Schwieriger als ursprünglich gedacht gestaltet sich die Sanierung der Spandauer Stadtbibliothek – vor allem, weil deutlich mehr getan werden muss, als anfangs vorgesehen. Unter anderem an Dach, Fenstern und Gebäudelüftung soll etwas passieren. Bei der Ausstattung bestehe ebenfalls Handlungsbedarf, so Dimakopoulos, auch um künftig dem Platzbedarf gerecht zu werden.

Die marode Bausubstanz führt allerdings auch dazu, dass die Kosten deutlich gestiegen sind. Die Finanzierung ist deshalb noch offen, es gebe noch viel Klärungsbedarf, sagte Dimakopoulos. Erfolgen kann sie wohl nicht allein über den „Städtebaulichen Denkmalschutz“. „Man muss noch eine Co-Finanzierung finden“, erklärte Wunderlich.

Umbau vom Markplatz Spandau noch in der Anfangsphase

Marktplatz: Der Marktplatz ist das Herzstück der Altstadt Spandau und soll eine größere Aufenthaltsqualität und bessere Nutzbarkeit bekommen. Auch hier ist man aber noch weit von einem Umbau entfernt. Erste Entwürfe wurden bereits erarbeitet und in den Gremien besprochen.

„Wir befinden uns in der Vorplanungsphase und müssen noch sehr viele Abstimmungen machen“, sagte Dimakopoulos. Unter anderem mit den Berliner Wasserbetrieben müssen Absprachen zur Ableitung des Regenwassers getroffen werden. Eine Bürger- und Anliegerbeteiligung soll folgen.

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