Verkehr

Jetzt gibt es E-Scooter auch in Spandau

Seit Kurzem können in Spandau E-Roller gemietet werden. Angeboten werden sie vom Unternehmen Voi, das zunehmend in Außenbezirke will.

Seit kurzem bietet das schwedische Unternehmen Voi auch E-Scooter zum Ausleihen in Berlin-Spandau an.

Seit kurzem bietet das schwedische Unternehmen Voi auch E-Scooter zum Ausleihen in Berlin-Spandau an.

Foto: Voi

Berlin. Bislang hat man E-Scooter vor allem in der Berliner Innenstadt-gesehen, jetzt drängen sie langsam auch in die Außenbezirke. Seit Ende Oktober können nun auch welche in Spandau ausgeliehen werden. Sie stammen vom schwedischen Unternehmen Voi. „Seit Beginn letzter Woche sind wir mit einer zweistelligen Zahl in Spandau gestartet“, bestätigt Claus Unterkircher, General Manager bei Voi für Deutschland, Österreich und die Schweiz, auf Nachfrage.

Unterkircher erklärt, man habe in den vergangenen Tagen das Geschäftsgebiet ausgeweitet, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, für den Weg bis zum öffentlichen Nahverkehr einen E-Scooter zu nutzen. Zu finden sind die Elektro-Tretroller aber nur in einem begrenzten Teil von Spandau, konzentriert auf das Zentrum bis hin zum Carossa-Quartier. Die Orte, an denen die E-Scooter nach einer Fahrt wieder abgestellt werden können, sind ebenfalls auf dieses Gebiet begrenzt.

E-Scooter-Anbieter Voi: Langfristiges Ziel ist Abdecken der Außenbezirke

„Wir wollen unser Angebot an die Städte anpassen und orientieren uns deswegen an den Gegebenheiten vor Ort. Das gilt auch für die Platzierung unseres Angebotes“, berichtet der General Manager weiter. In Berlin sei man zuerst in den Bezirken gestartet, wo erwartungsgemäß die größte Nachfrage bestehe, auch um Voi erst einmal bekannt zu machen.

„Unser langfristiges Ziel ist es aber vor allem, auch die Berliner Außenbereiche abzudecken“, sagt Unterkircher. In Spandau sehe man Potenzial, weshalb nun auch dort Roller verfügbar seien. Dass die Elektro-Tretroller auch an den Rändern einer Großstadt genutzt werden können, zeigt für Voi das Beispiel Hamburg.

Dort habe das Unternehmen – inzwischen in 40 Städten und elf Ländern in Europa präsent – in Kooperation mit der Hamburger Hochbahn ein Pilotprojekt gestartet, in dessen Rahmen E-Scooter in den Außenbezirken Berne und Poppenbüttel angeboten werden. „Das Projekt ist so gut angelaufen, dass wir in den letzten Tagen unsere E-Scooterflotte vor Ort aufgestockt haben“, schildert Unterkircher.

Auch andere E-Scooter-Anbieter weiten Geschäftsgebiete aus

Voi ist in Berlin aber nicht der einzige Anbieter, der seine Roller auch in die Außenbezirke bringen will. So hat der Leihanbieter Circ mit Unterstützung der Berliner FDP-Fraktion im September in Weißensee ein Pilotprojekt zur Einführung von E-Tretrollern in Außenbezirken gestartet. Der Stadtteil leidet unter enormem Pendlerverkehr, die Roller sollen nun eine Alternative als Verkehrsmittel bieten. Innerhalb von zwei Monaten soll überprüft werden, ob die E-Scooter den ÖPNV tatsächlich erfolgreich ergänzen können.

Auch der Anbieter Lime hat im September sein Geschäftsgebiet erweitert. Die Scooter können seit einigen Wochen zusätzlich in Wedding, Pankow und Lichtenberg ausgeliehen und abgestellt werden. Damals hieß es vom Unternehmen, dass es besonders starke Zuwüchse bei der Nachfrage im Nordosten und Osten der Stadt gebe. Aber Lime kündigte darüber hinaus an, seine Flotte in Berlin zu vergrößern und auf weitere Außenbezirke ausdehnen zu wollen.

In Berlin sind jedoch nicht alle von den E-Rollern begeistert, vor allem in der Innenstadt, wo die Zahl der E-Scooter hoch ist und viele von ihnen kreuz und quer auf Gehwegen und Plätzen abgestellt werden. Auch Unfälle passieren mit den Tretroller-Fahrern regelmäßig. In den ersten drei Monaten hat die Polizei 74 Unfälle mit 16 Schwerverletzten gezählt.

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