Projekt

Bau von neuer Flüchtlingsunterkunft in Spandau beginnt 2020

An der Rauchstraße soll eine neue Flüchtlingsunterkunft entstehen. 300 Plätze sind vorgesehen. Anwohner werden im November informiert.

Eine Modulare Flüchtlingsunterkunft der ersten Generation am Senftenberger Ring im Märkischen Viertel wurde bereits gebaut. Die in Spandau geplante soll ähnlich werden.

Eine Modulare Flüchtlingsunterkunft der ersten Generation am Senftenberger Ring im Märkischen Viertel wurde bereits gebaut. Die in Spandau geplante soll ähnlich werden.

Foto: Thomas Schubert / BM

Berlin. Ab Anfang 2020 wird in Spandau eine weitere Modulare Unterkunft für Flüchtlinge gebaut. Entstehen wird diese an der Rauchstraße 22 in Hakenfelde und Platz für rund 300 Menschen bieten. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag soll das Gebäude im Auftrag der Senatsverwaltung für Integration und des Landesamts für Flüchtlinge (LAF) bauen, in sogenannter Fertigteilbauweise, die eine besonders schnelle Errichtung ermöglichen soll.

Um Anwohner genauer über die Pläne zu informieren, ist am 14. November eine Veranstaltung geplant, bei der unter anderem der Staatssekretär für Integration, Daniel Tietze, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SDP) anwesend sein sollen. Einiges ist über die Ausstattung und Gestaltung der neuen Unterkunft aber bereits bekannt.

Neue Flüchtlingsunterkünfte sollen auch soziale Infrastruktur beinhalten

Laut LAF sollen das Gebäude an der Rauchstraße und die weiteren Flüchtlingsunterkünfte, die in Berlin geplant sind, einer modernen Wohnanlage gleichen und darauf ausgelegt sein, 80 Jahre lang genutzt zu werden. Wie Sascha Langenbach, Sprecher des Amts, der Berliner Morgenpost kürzlich sagte, werden die Häuser modern, aber nicht luxuriös sein. „Und es wird kein reiner Apartmentbau, es sind Gemeinschaftsunterkünfte.“

Neben Wohnräumen soll es in den Häusern auch eine soziale Infrastruktur geben, vorgesehen sind etwa Kindergärten oder Kiez- und Jugendclubs. Das Außengelände soll Grünflächen oder Spielplätze umfassen, wobei die gesamte Infrastruktur dann auch den Anwohnern aus der Umgebung zur Verfügung stehen soll, wie der Sprecher betonte. Auch die Gebäude selbst sollen langfristig von Studenten, Familien oder Senioren bezogen werden können.

Einzug von Flüchtlingen in Unterkunft an der Rauchstraße erst 2022 geplant

Bis tatsächlich Flüchtlinge an der Rauchstraße einziehen, wird es aber noch etwas dauern: Eine Inbetriebnahme ist laut Bezirksamt erst 2022 realistisch. Derweil plant das LAF noch eine weitere Flüchtlingsunterkunft in Spandau: Am Askanierring 70 bis 108a soll ebenfalls ein neuer Standort entstehen, den Bauantrag dafür will das Landesamt bis Ende des Jahres einreichen.

Wie das LAF mitteilte, werden weiter Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin benötigt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind nach Auskunft des Amts 4200 neue Flüchtlinge nach Berlin gekommen, im gesamten Vorjahr waren es 7260.

Eine Informationsveranstaltung zu den Plänen für die Flüchtlingsunterkunft findet am 14. November ab 19 Uhr im Veranstaltungssaal der BWS Blindenwohnstätten gemeinnützige Betriebs GmbH statt. Adresse: Niederneuendorfer Allee 6-9, 13587 Berlin.

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