Altstadt Spandau

Spandauer Grüne wünschen sich Teich auf dem Marktplatz

Der Spandauer Markt soll umgestaltet werden. Wenn es nach Grünen und Altstadtvertretern geht, soll es dort künftig mehr Wasser geben.

Der Marktplatz in der Altstadt Spandau soll umgestaltet werden. Geprüft werden soll, ob dort ein Teich oder ein Wasserspiel installiert werden kann.

Der Marktplatz in der Altstadt Spandau soll umgestaltet werden. Geprüft werden soll, ob dort ein Teich oder ein Wasserspiel installiert werden kann.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Der Spandauer Markt soll, wie einige Plätze in und um die Altstadt, umgestaltet werden. Mehr und besser nutzbar soll er werden, die Barrierefreiheit will man verbessern und – wie es bei solchen Planungen so oft heißt – die Aufenthaltsqualität erhöhen. Ins Spiel gebracht wird nun ein weiterer Punkt, um den Markt zu verändern: eine Wasserfläche auf dem bislang fast vollständig gepflasterten Platz.

Für diese Idee macht sich auch die Spandauer Grünen-Fraktion stark. Auf ihre Initiative hin wurde ein Posten für eine solche mögliche Wasserfläche, ob in Form eines Teichs oder Wasserspiels, im nächsten Doppelhaushalt des Bezirks eingestellt. Wie der Markt umgestaltet werden und welche Rolle Wasser dabei spielen kann, wurde auch bei einer Klimaanpassungsstudie für die Altstadt Spandau untersucht.

Wasserfläche soll Spandaus Marktplatz kühlen

Auf ihrer Internetseite des zuständigen Büros „die3 landschaftsarchitektur“ heißt es, die Spandauer Altstadt sei „geprägt durch eine hohe bauliche Dichte“, der Anteil von Grün- und Freiflächen dort gering. Das habe zur Folge, dass die Gebäude und Straßen die Wärme speichern würden. Weshalb im Rahmen der Studie geprüft wurde, wie die Aufheizung der Häuser vermindert werden kann und wie Freiflächen, Pflanzen oder Gewässer zur Kühlung beitragen können.

Darauf bezieht sich auch die Spandauer Grünen-Fraktion. „Eine Vorhersage war, dass die Altstadt in den zukünftigen Sommern noch stärker als bisher ein ,Hotspot’ wird“, erklärt der Bezirksverordnete Christoph Sonnenberg-Westeson. „Ein Grund ist, dass von der Havel kein Kühlungseffekt für die Altstadt entsteht. Dazu sind unter anderem die Gassen, die von der Breiten Straße zur Havel führen, viel zu eng.“

Gewerbetreibende aus der Altstadt unterstützen Idee

Deshalb sei vorgeschlagen worden, eine Wasserfläche auf dem künftigen Markt zu bauen. Wenn dort das Wasser verdunstet, entsteht ein Kühlungseffekt, von dem der Platz – mit seinen Besuchern – profitieren könnte. „Genau das wäre auch der Vorteil, den wir in einer Wasserfläche bzw. einem Wasserspiel sehen“, sagt Sonnenberg-Westeson. Vorschläge zur Art oder dem genauen Standort wollen sie aber den Planern überlassen.

Dass es auf dem Spandauer Marktplatz künftig Wasser – in welcher Form auch immer – gibt, wünschen sich auch die Gewerbetreibenden. In der Altstadtvertretung hätten alle Mitglieder diese Idee unterstützt, sagt deren Sprecher Uwe Rösler. Wenn man das Pflaster nur durch andere Steine austausche und ein paar Bäume pflanze, dann gebe es am Ende kaum eine Veränderung zum jetzigen Markt.

Wasser und zusätzliche Sitzmöglichkeiten, meint er, würden für einen gemütlicheren Charakter und mehr Aufenthaltsqualität sorgen. „Wenn wir ein Zusammenspiel aus Sonne, Schatten und Wasser haben, animiert das die Leute, sich mehr in der Altstadt aufzuhalten“, sagt Rösler.

Finanzierung soll über Spandauer Bezirkshaushalt gesichert sein

Schon jetzt würde das Klangspiel am Markt Familien anlocken. Von der Umgestaltung des Marktplatzes und der Installation eines Wasserspiels verspricht er sich, dass das noch mehr wird. An das Rathaus habe man deshalb den dringenden Wunsch getragen, dass die Installation geprüft wird – und auch, wie der Unterhalt einer solchen Anlage finanziert werden könnte. Schließlich sei entscheidend, dass ein Wasserspiel auch langfristig funktioniere.

Darauf weist auch der Bezirksverordnete Sonnenberg-Westeson hin. Es habe deshalb im Haushaltstitel „Straßenlandunterhaltung“ eine Ergänzung im Text zu den Verwendungszwecken gegeben, sodass daraus nun auch die Pflege und Wartung künstlicher Wasserflächen im Bezirk finanziert werden kann.

„Das bedeutet für die Planungen zur Umgestaltung des Marktes: Wenn eine Wasserfläche vorgeschlagen wird seitens des Planungsbüros, dann kann das Bezirksamt jetzt sagen: Ja, das wollen wir, denn wir können die künftige Pflege auch finanzieren“, sagt Sonnenberg-Westeson. Bisher habe es das Problem gegeben, dass eine solche Finanzierung im Bezirkshaushalt nicht vorgesehen war.

Mehrere Varianten zur Umgestaltung des Markts

Die Planung für die Umgestaltung wird unterdessen vorangetrieben. Ein Büro hat dazu mehrere Varianten entwickelt, die zunächst verwaltungsintern beraten werden sollen. Beim öffentlichen Altstadtplenum im November, kündigt das Altstadtmanagement an, soll aber auch der Marktplatz Thema werden.

Absehbar ist bereits, dass der Pflasterbelag ausgetauscht wird, dass Bäume auf einer Seite fallen, dafür auf der anderen Seite neue gepflanzt werden sollen und dass die Havelwelle verschwindet – die 32 Meter lange Brunnenanlage, in der aber kaum Wasser fließt, und die auch unter den Spandauern umstritten ist.

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