Verkehr

Spree-Radweg durch Spandau rückt ein Stück näher

Ein Landschaftsarchitekturbüro soll die Planung von Abschnitten und Freiflächen übernehmen. Auch bei der neuen Brücke geht es vorwärts.

Entlang der Spree, bis zur Mündung in die Havel in Spandau, soll künftig der Spree-Rad- und Wanderweg führen. 

Entlang der Spree, bis zur Mündung in die Havel in Spandau, soll künftig der Spree-Rad- und Wanderweg führen. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/BM

Berlin. Der Ausbau des Spree-Rad- und Wanderwegs in Spandau und Charlottenburg ist ein Projekt, das sich bereits seit Jahrzehnten hinzieht. Die ersten Pläne dazu, den Weg bis in die Altstadt zu verlängern, sind mehr als 30 Jahre alt. Jetzt aber scheint es, als ob Bewegung in die Sache kommt. Die konkretere Planung für drei von fünf Abschnitten zwischen der Jungfernheidebrücke und der Mündung der Spree in die Havel in Spandau wurde kürzlich an ein Landschaftsarchitektenbüro vergeben.

Wie das landeseigene Unternehmen Infravelo mitteilt, soll das Büro sowohl den Weg als auch die angrenzenden Freiflächen planen. „Bei der Freiraumplanung spielen nicht nur funktionale, sondern vor allem auch ökologische und gestalterische Aspekte eine Rolle“, heißt es auf der Internetseite der Infravelo. „Der zukünftige Rad- und Wanderweg soll auch eine besondere Aufenthaltsqualität bieten.“

Sitzmöglichkeiten oder Raststationen am Spree-Radweg

Bei den Freiflächen handelt es sich allerdings nicht um größere Grünanlagen, sondern lediglich kleinere Bereiche an den Seiten des Spree-Radwegs. Dieser soll harmonisch in seine Umgebung eingebunden werden, erklärt eine Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung auf Nachfrage. „Wo ausreichend Platz ist, sollen Sitzmöglichkeiten oder auch einfache Raststationen geschaffen werden.“

Wann mit tatsächlichen Bauarbeiten gerechnet werden kann, ist allerdings weiter noch nicht absehbar. „Das beauftragte Planungsbüro wird nun einen Rahmenterminplan erarbeiten“, sagt die Sprecherin. „Wir gehen davon aus, dass das Büro umgehend mit der Grundlagenermittlung beginnt und im ersten Quartal 2020 in die Vorentwurfsplanung einsteigen kann.“

Machbarkeitsstudie für neue Brücke über die Spree in Spandau abgeschlossen

Für die verschiedenen Planungsschritte, die dann noch bis zur Ausführung folgen müssen, ist damit zu rechnen, dass sie mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden. Zudem verweist die Senatsverkehrsverwaltung darauf, dass für alle Abschnitte noch Planfeststellungsverfahren notwendig seien, um den Bau des Wegs zu genehmigen. Diese werden weitere Zeit, mindestens mehrere Monate, dauern.

Eine Herausforderung beim Spree-Rad- und Wanderweg ist auch die Brücke, die für Fahrradfahrer und Fußgänger über den Fluss gebaut werden muss. Entstehen soll sie am Grützmachergraben im Spandauer Ortsteil Haselhorst. Dazu wurde in den vergangenen Monaten eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die inzwischen abgeschlossen ist. Das Ergebnis: „Die bauliche und technische Machbarkeit von zwei Brückenvarianten konnte nachgewiesen werden“, heißt es in einer Mitteilung der Senatsverkehrsverwaltung.

Ausschreibung für weitere Teile des Spree-Radwegs noch 2019

Die vorgesehene Brücke liegt in den beiden mittleren Abschnitten, die nicht an das Architektenbüro vergeben wurden. „Eine getrennte Ausschreibung und Vergabe ist erforderlich, da hier andere Leistungen zu erbringen sind“, erklärt die Sprecherin der Senatsverwaltung. In diesen Abschnitten gehe es weniger um die Planung der Freiräume, sondern mit der Brücke und den dafür notwendigen, anschließenden Rampen um Ingenieurbauwerke.

Noch in diesem Jahr soll aber auch für die weitere Planung dieser Teile die Ausschreibung beginnen, sagt die Sprecherin weiter. Zuvor seien noch weitere Abstimmungen mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin (WSA) erforderlich. Das WSA verantwortet das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 17, bei dem die Spree, auch in Spandau, umgebaut wird. Unter anderem werden dabei die Uferbefestigungen neu gemacht, wodurch eine wichtige Voraussetzung für den Weg entlang des Flusses geschaffen werden soll.

In Spandau verspricht man sich durch den Ausbau der Strecke, mehr Fahrradtouristen in den Bezirk zu holen. Der Spree-Rad- und Wanderweg ist insgesamt circa 410 Kilometer lang und führt durch Sachsen, Brandenburg und den Spreewald bis nach Berlin. Damit zählt er zu den längsten Radfernwegen im Osten Deutschlands.

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