Stadtentwicklung

Spandauer Rathausvorplatz soll umgestaltet werden

Der Platz soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen. Die Umsetzung soll starten, sobald Entwurfsplanung und Kostenschätzung vorliegen.

Der Rathausvorplatz in Berlin-Spandau soll umgestaltet und attraktiver werden. 

Der Rathausvorplatz in Berlin-Spandau soll umgestaltet und attraktiver werden. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Wer vom Bahnhof Spandau in Richtung Altstadt geht, der überquert ihn fast zwangsläufig: den Rathausvorplatz. Doch der Platz, der in den 80er-Jahren neugestaltet wurde und eine Fläche von rund 9000 Quadratmetern umfasst, gilt als wenig attraktiv. Zum Aufenthalt lädt er – vor allem an Tagen, an denen er nicht für den Wochenmarkt genutzt wird – kaum ein. Doch das soll sich ändern.

Immerhin handele es sich bei dem Platz um einen „der wichtigsten öffentlichen Räume im Bezirk“, meint der für Bauen und Verkehr zuständige Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU). „Er ist einerseits Vorplatz des Rathauses und gleichzeitig Eingang in die Altstadt und bedeutende Verkehrsfläche, auf der diverse Veranstaltungen stattfinden“. So wird der Platz etwa für den jährlichen Weihnachtsmarkt genutzt. „Bedeutung und Gestaltung klaffen allerdings weit auseinander“, sagt Bewig.

Objektplanung für den Spandauer Rathausvorplatz läuft bis Mai 2020

Eine Umgestaltung des Rathausvorplatzes ist deshalb schon länger Thema und Forderung. Zwischen September 2016 und Frühsommer 2018 wurde für die Altstadt die sogenannte Rahmenkonzeption öffentlicher Raum erstellt, in der auch der Rathausvorplatz behandelt und für diesen ein Grundkonzept mit Gestaltungsvarianten entwickelt wurden. Es folgten weitere Verkehrsanalysen und Abstimmungsgespräche, denn am Rathausvorplatz liegen auch der U-Bahnhof sowie zahlreiche Bushaltestellen.

Nun läuft der nächste Schritt. Derzeit wird die Objektplanung ausgeschrieben, bei der bis voraussichtlich kommenden Mai die Bauplanungsunterlagen erstellt werden sollen. „Wenn die Entwurfsplanung und die Kostenschätzung vorliegen wird umgehend mit der Umsetzung der Maßnahme begonnen“, teilt der Stadtrat mit. Nach aktuellem Stand kalkuliert das Bezirksamt die Baukosten mit rund 2,7 Millionen Euro. Finanziert wird sowohl die Planung als auch die Umsetzung ausschließlich aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“.

Stadtrat sieht zu wenige Sitzgelegenheiten auf dem Rathausvorplatz

Zu tun gibt es beim Umbau des Rathausvorplatzes einiges: „Die Aufenthaltsräume beschränken sich auf eine 08/15-Wartesituation im BVG-Haltestellenbereich sowie einige wenige Sitzgelegenheiten“, sagt Stadtrat Bewig. Um sich länger auf dem Platz aufzuhalten, dazu würden bislang die Anreize fehlen.

Hinzukommt der problematische Bereich der Bushaltestellen, wo auch der Fahrradweg entlangführt. Konflikte zwischen Radfahrern und Menschen, die auf Busse warten und ein- oder aussteigen wollen, sind dort programmiert. „Und auch für mobilitätseingeschränkte Menschen ist der Vorplatz alles andere als komfortabel gestaltet“, so Bewig. Bislang gibt es einige Unebenheiten, Treppenstufen und wechselnde Pflastersteine.

Das Ziel bei der Neugestaltung des Platzes ist hoch: Entsprechend seiner Bedeutung soll er zu einem „lebendigen, urbanen, vielfältig nutzbaren Platz“ werden, erklärt der Stadtrat. Weitgehend barrierefrei soll er künftig sein, die Radwegführung soll verändert werden – die in der Rahmenkonzeption präferierte Variante verläuft hinter der Bushaltezone entlang –, und die Gehwegrampe, die zur U-Bahn hinunterführt, von der BVG zurückgebaut werden.

Mühlengrabung soll in die Planung einbezogen werden

Durch letzteren Punkt, sagt Bewig, gebe es mehr und freiere Spielräume für eine Neugestaltung. Einbezogen werden in die Planung soll zudem die Grünanlage, die am Mühlengraben entlangführt, bis zur Jüdenstraße. Und auch die Bäume auf dem Rathausvorplatz sollen begutachtet werden, unter Berücksichtigung der Klimaziele. In einer Klimaanpassungsstudie, die für die Altstadt Spandau erstellt wurde, wurde zum Beispiel ein Baumhain vorgeschlagen, der Schatten spenden und zur Kühlung der Fläche beitragen könnte.

Neben dem Rathausvorplatz gibt es in und um die Altstadt einige weitere Plätze, die umgestaltet werden sollen. So will man den Bahnhofsplatz verändern, den zentralen Markt in der Fußgängerzone grundlegend umbauen und auch den Reformationsplatz attraktiver, heller und barrierefrei gestalten. An letzterem soll im November der Umbau planmäßig beginnen.

Beim Rathausvorplatz wird es dagegen noch etwas länger dauern. Bis Ende des kommenden Jahres sollen sich laut Bezirksamt Genehmigungs- und Ausführungsplanung anschließen, parallel sollen die Berliner Wasserbetriebe die Entwässerung planen, was schätzungsweise bis mindestens Mitte 2021 dauern wird. Ein Beginn des Umbaus sei deshalb nicht vor dem Jahr 2022 realistisch, so die Einschätzung des Bezirks.

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