Rathaus Spandau

Bezirksamt Spandau fehlen mehr als 90 Mitarbeiter

Die Zahl der Stellen im Spandauer Bezirksamt ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Dennoch wird Personalmangel beklagt.

Rathaus Spandau mit Farben von Hertha

Rathaus Spandau mit Farben von Hertha

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Berlin. Das Personal im Spandauer Bezirksamt wächst: Fast 230 Stellen sind seit 2017 hinzugekommen, besonders viele in der Abteilung Bürgerdienste, Ordnung und Jugend sowie Bauen, Planen und Gesundheit. Dennoch beklagen viele Fachbereiche, dass sie weiteren Personalbedarf haben und die aktuelle Mitarbeiterzahl nicht ausreicht. Das geht aus der Antwort auf eine Große Anfrage der Spandauer SPD-Fraktion hervor.

Hinzukommt das Problem: Viele Stellen sind unbesetzt. Anfang Oktober waren es gut 90, wie Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) in seiner Antwort mitteilt, das entspricht einem Anteil von etwa 6,3 Prozent. Der Wert ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren damit leicht gesunken. 2017 gab es 98 offene Stellen, 2018 waren es rund 93.

Spandaus Jugendamt und Ordnungsamt benötigen mehr Mitarbeiter

Und wenngleich die Abteilung Bürgerdienste, Ordnung und Jugend besonders viele neue Stellen bekommen hat, so ist sie auch die Abteilung, in der am meisten Mitarbeiter gesucht werden: Mit dem Stichtag 1. Oktober gab es dort rund 38 freie Stellen. Besonders aus dem Jugend- und Ordnungsamt wurde gemeldet, dass zusätzliche Mitarbeiter benötigt werden.

„Der Personalaufwuchs deckt nur sehr begrenzt die tatsächlichen Bedarfe“, heißt es aus dem Ordnungsamt. Die in den vergangenen Jahren ausgeweiteten Aufgaben seien „in ihrer Auswirkung nicht realistisch abgeschätzt“ worden. So seien die Fallzahlen sprunghaft gestiegen, es gebe eine größere Beschwerdebereitschaft und es sei zunehmend erforderlich, „alle Vorgänge wesentlich umfangreicher zu dokumentieren“.

Bevölkerungswachstum in Spandau erfordert mehr Personal

Aus dem Jugendamt heißt es, beim Aufstellen des Haushaltplans sei ein zusätzlicher Personalbedarf von 34 Stellen angemeldet worden, bekommen habe man lediglich acht. Auch das Amt für Weiterbildung und Kultur meldet weiteren Bedarf, vor allem bedingt durch das Bevölkerungswachstum im Bezirk - 2018 lebten rund 23.000 Menschen mehr in Spandau als noch 2012. Das Personalniveau, das es zu Beginn des Jahrzehnts gegeben habe, werde in diesem Doppelhaushalt aber gerade erst erreicht.

Zusätzlichen Personalbedarf melden unter anderem auch der Fachbereich Umwelt- und Naturschutz – dort ist in der Antwort auf die Große Anfrage von fünf Mitarbeitern die Rede – sowie das Gesundheitsamt. Um die Vorgaben eines „Mustergesundheitsamtes“ zu erfüllen, würden sieben weitere Stellen gebraucht. Mit Blick auf die wachsende Stadt wird mit einem zunehmenden Personalbedarf gerechnet, im Kinder- und Jugendpsychologischen Dienst würden etwa zusätzliche Stellen für einen Kinderarzt, Psychologen und Sozialarbeiter benötigt.

In den kommenden zwei Jahren soll das Personal im Bezirksamt tatsächlich weiter aufgestockt werden: Bis 2021 soll die Zahl der Mitarbeiter – oder zumindest der Stellen – auf 1700 steigen. Entsprechende zusätzliche Kosten sind im Doppelhaushalt 2020/2021 des Bezirks verankert.

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