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Altstadt Spandau: So soll der Leerstand überbrückt werden

In der Altstadt stehen 15 Geschäfte leer. Das Altstadtmanagement entwickelte ein Konzept, um die leerstehenden Geschäft zu nutzen.

Die ehemalige Filiale der Deutschen Bank in der Altstadt Spandau steht seit 2017 leer. 

Die ehemalige Filiale der Deutschen Bank in der Altstadt Spandau steht seit 2017 leer. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Das leerstehende Geschäft am Spandauer Markt ist nicht zu übersehen: Bereits seit dem Jahr 2017 ist die ehemalige Deutsche-Bank-Filiale an der Ecke zur Breiten Straße ungenutzt, ein großes Werbeschild des Immobilienunternehmens Engel & Völkers prangt im Schaufenster. Es ist nicht der einzige Laden an einem prominenten Standort, der in Spandaus historischem Zentrum leer steht. Mit einem Konzept soll der Leerstand überbrückt werden.

Gerade für die, sagt Andreas Wunderlich, Chef des Altstadtmanagements, sei es schwer, Mieter zu finden. Denn die Preise sind entsprechend hoch, teilweise werden 80 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter fällig, in Nebenstraßen um die 20 Euro. „Einfache Lagen sind in der Regel leichter zu vermieten“, so Wunderlich.

Insgesamt stehen mit Stand September in der Spandauer Altstadt 15 Geschäfte her, knapp 320 Ladenflächen gibt es insgesamt. Das ergibt eine Quote von knapp fünf Prozent. Der Wert ist damit genauso hoch wie im Sommer 2018, wobei er danach leicht gesunken war. Einen Höhepunkt gab es im März des Vorjahres, als 25 Geschäfte leer standen.

Altstadt Spandau wird für Dienstleistungen interessanter

Dabei lässt sich durchaus eine Veränderung erkennen bei den Branchen für die die Altstadt interessant ist. „Im eigentlichen Handel ist es schwierig“, sagt Wunderlich. Dort gebe es eine große Konkurrenz, einmal durch die nahen Spandau Arcaden, aber auch bedingt dadurch, dass immer mehr Menschen online einkaufen. Viele Läden setzen deshalb eher auf einen Online-Shop als auf eine neue Filiale.

„Die klare Tendenz geht hin zu Dienstleistungen“, sagt Wunderlich. „Aus dem Bereich gibt es vermehrt Anfragen.“ In Kürze soll etwa ein neuer Friseur einen Laden beziehen – wobei es davon schon einige in der Fußgängerzone gibt.

Auch aus der Gastronomie wachse das Interesse. Allerdings bleiben Hürden. Für Restaurants oder Cafés müssten die Flächen in vielen Fällen erst umgebaut werden - was Kosten mit sich bringt. „Und für einen Schuhmacher, den sich hier sicher viele wünschen würden, gibt es keine bezahlbare Fläche.“

Leerstände sollen durch Zwischennutzungen überbrückt werden

Hinzu kommt eine Besonderheit der Altstadt: Viele Läden sind klein und damit für große Filialen von vorne herein uninteressant. „Wir verlieren immer wieder potenzielle Gewerbetreibende, weil wir nicht das Passende haben“, sagt Wunderlich, der als Beispiel eine große Drogeriekette nennt.

Weil Leerstände, gerade an den prominenten Stellen, dem Bild der Altstadt schaden, strebt das Altstadtmanagement mehr Zwischennutzungen an – wie es sie in diesem Jahr etwa bereits in Form einer Kunstausstellung gab. Eine Zusammenarbeit sei etwa mit der Kunstbastion der Zitadelle Spandau vorstellbar.

Um die Kooperation mit den Eigentümern und Maklern effektiver zu gestalten, hat es kürzlich eine große Veranstaltung mit Wirtschaftsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) gegeben. Dabei seien auch die Probleme untereinander ausgetauscht worden, berichtet Wunderlich.

Es wird über die Öffnungszeiten der Geschäfte diskutiert

Ein Punkt sind etwa die Öffnungszeiten der Geschäfte. Schon vielfach wurde sich gewünscht, dass die Geschäfte in der Altstadt einheitlich und länger geöffnet haben. Das sei jedoch auch eine Frage des Personals: Um längere Zeiten abzudecken, müssten erst einmal neue Mitarbeiter eingestellt werden. Das jedoch lohne sich nicht immer, sagt Wunderlich.

Die Leerstände zu füllen, bleibt eine Herausforderung. Die Altstadt attraktiver zu machen, das soll auch durch die anstehenden Umbauprojekte im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gelingen. Im November ist der Baustart für den Umbau des Reformationsplatzes geplant.

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