Stadtentwicklung

Das wünschen sich die Menschen für den Siemens-Campus

Auf einer Plattform hat Siemens Bürger zu ihren Ideen und Hinweisen für die Siemensstadt 2.0 befragt. Ein Thema: die Verkehrsanbindung.

Das Siemens-Verwaltungsgebäude in der Siemensstadt. 

Das Siemens-Verwaltungsgebäude in der Siemensstadt. 

Foto: Jessica Hanack

Berlin. Während der städtebauliche Wettbewerb für den geplanten Siemens-Innovationscampus in Spandau läuft, waren auch Anwohner, Siemens-Mitarbeiter und weitere Interessierte gefragt, ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Für verschiedene Kategorien konnten drei Wochen lang Hinweise geäußert werden. Blickt man auf die Resonanz, lässt sich erkennen, welches Thema die Menschen besonders beschäftigt: der Verkehr.

Von den Bürgern kommen verschiedenste Anregungen zu diesem Bereich. Vorgeschlagen werden etwa autonome Campus-Busse, Car- und Bike-Sharing oder auch Wasser-Taxis, die Spandau, Jungfernheide und den geplanten Industrie- und Forschungscampus in Tegel verbinden könnten.

Häufig genannter Punkt ist aber auch der öffentliche Nahverkehr. Hier wird gefordert, die Siemensbahn, die reaktiviert werden soll, zweigleisig aufzubauen und diese außerdem nach Hakenfelde und zum Tegeler Campus zu verlängern.

Bezahlbarer Wohnraum auf dem Siemens-Campus wird gefordert

Hingewiesen wird auch darauf, bei den Verkehrsplanungen nicht nur an Anbindungen ins Berliner Zentrum zu denken, sondern auch an welche in Richtung Spandauer Altstadt. Auch zum Fahrradverkehr gibt es mehrere Wünsche. So heißt es, dass Radwege breit genug für Lastenräder gebaut werden sollten oder der geplante Radschnellweg noch weiter in die Innenstadt führen sollte.

Im Bereich „Arbeiten und Wohnen“ wünschen sich die Menschen, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, außerdem Wohnungen für Auszubildende und Siemens-Mitarbeiter sowie Möglichkeiten für Wohngemeinschaften. Laut Siemens soll auf dem Gelände auch temporäres Wohnen entstehen, etwa für Studenten. 30 Prozent aller Wohnungen sollen mietpreisgebunden sein.

Was das Arbeiten angeht, wird vorgeschlagen, einen Schwerpunkt auf die duale Ausbildung zu legen oder ein Aus- und Fortbildungszentrum zu schaffen. In Bezug auf die neuen Gebäude heißt es: „Vielfalt und Mut zu etwas Neuem wären angebracht“.

Ein Café, Bio-Markt und eine Eisbahn für die Siemensstadt 2.0

Auch zur sozialen Infrastruktur, die auf dem Campus entstehen soll, gibt es viele Anmerkungen. Gefordert wird ein Café, weil es bislang in dem Umfeld keines gebe, genauso wie ein Musik-Club, der die Clubkultur nach Spandau bringen soll.

Weitere Wünsche: Urban Gardening, eine Eisbahn, ein Bio-Markt, kulturelle Angebote, die bislang in der Siemensstadt ebenfalls kaum vorhanden seien, und ein Platz für Veranstaltungen. Zahlreiche Vorschläge gibt es zudem zum Thema Nachhaltigkeit.

Die gesammelten Ideen, so heißt es, sollen den am städtebaulichen Wettbewerb teilnehmenden Architekten und dem Preisgericht, das am Ende den Sieger auswählt, als „Empfehlungspapier an die Hand gegeben“ werden. Laut Siemens ist mit jetzigem Stand vorgesehen, dass auf dem 70 Hektar großen Gelände Büros, Gewerbe, Forschung, Hotels, Wohnungen, soziale Infrastruktur, Einzelhandel und Gastronomie entstehen.

Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs werden im Januar präsentiert

Insgesamt sind etwa 2750 Wohnungen geplant. Neben einer vierzügigen Grundschule sind zwei Kitas und Jugendfreizeitstätten vorgesehen. Außerdem sollen Grünflächen angelegt und „innovative Mobilitätskonzepte“ realisiert werden.

An dem laufenden städtebaulichen Wettbewerb beteiligen sich 18 Architekten- und Stadtplanungsbüros, unterstützt durch weitere Experten, etwa aus dem Bereich Verkehrsplanung. Am 7. und 8. Januar 2020 soll das Preisgericht einen Siegerentwurf auswählen, der danach in einer Pressekonferenz präsentiert wird. Im Anschluss soll ein sogenannter Masterplan erstellt werden.

Dieser wird sich unter anderem mit der Anordnung der Gebäude, der Freiraumplanung sowie der Erschließung und Gestaltung des Campus beschäftigen. Eine Detaillierung der Planung erfolgt dann bei einem hochbaulichen Wettbewerb, der voraussichtlich im Februar 2020 starten wird, heißt es.

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