Verkehrsärger

Altstadt Spandau: Poller versperren ab sofort die Durchfahrt

Seit Jahren werden Poller gefordert, um Autofahrer aus der Fußgängerzone rauszuhalten. Jetzt sind Erste da. Weitere sollten folgen.

An der Breiten Straße in der Altstadt Spandau stehen nun Poller, die die Durchfahrt versperren sollen.

An der Breiten Straße in der Altstadt Spandau stehen nun Poller, die die Durchfahrt versperren sollen.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Nach langen Diskussionen sind in der Altstadt Spandau nun Poller installiert worden. Seit diesem Montag sollen sie verhindern, dass Autofahrer durch die Fußgängerzone fahren und diese als Abkürzung nutzen. Die neuen Poller stehen nun an der Breiten Straße/ Ecke Charlottenstraße sowie an der Ecke Carl-Schurz-Straße/ Mönchstraße. Weil sie zum Teil versenkbar sind, können Rettungskräfte aber weiterhin in die Fußgängerzone fahren.

Unterstützung bekommt die Entscheidung des Bezirksamts auch von Uwe Rösler, Sprecher der Altstadtvertretung. Zwar wäre es ihm lieber, sagt er, wenn auch ohne Poller Autofahrer die Fußgängerzone achten würden. „Aber ich sehe keine andere Chance, die Durchfahrten zu verhindern.“

Bewohner der Altstadt Spandau beklagten den Durchgangsverkehr

Rösler berichtet, dass viele Autofahrer sich durch die Fahrt durch die Altstadt den längeren Weg um das Spandauer Rathaus sparen wollten. Andere würden einfach in die Fußgängerzone fahren und direkt vor der Bank halten, um dort Geld zu holen. Das Ordnungsamt habe die Situation nicht lösen können, sagt Rösler. Er hofft nun, dass der Autoverkehr tatsächlich abnimmt.

Damit ist er nicht der Einzige. Neben Gewerbetreibenden hätten auch Altstadt-Bewohner beklagt, dass immer mehr Autos verbotenerweise die Fußgängerzone befahren, hieß es in einer Mitteilung des Bezirksamts. Mit den Pollern reagiere man auf deren Wünsche. Für den Lieferverkehr ist das Befahren der Fußgängerzone von anderen Zufahrten aus weiter möglich. Nur eine Durchfahrt wird durch die Poller verhindert.

BVV hat seit Jahren Poller für die Altstadt gefordert

Auch in der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung war die Situation in dem historischen Zentrum des Bezirks bereits Thema. Mit Anträgen haben die Fraktionen mehrfach Lösungen gefordert, einige Anträge liegen bereits fünf Jahre zurück.

Kritisch sei die Situation vor allem in der Breiten Straße, weil diese gern als Abkürzung genutzt werde, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Jochen Liedtke (SPD), im Sommer der Berliner Morgenpost. Vor allem in der warmen Jahreszeit sei das gefährlich. Dann stehen vor den dortigen Restaurants Tische und Stühle, an denen sich Autos vorbeidrängeln.

Absehbar ist, dass die Poller, die nun kommen werden, nicht die letzten für die Altstadt sind. Auch an weiteren Zufahrten sollen versenkbare Sperren folgen, allerdings erst im Zusammenhang mit der weiteren vorgesehen Neugestaltung des öffentlichen Raums.

Großer Umbau der Altstadt steht in den kommenden Jahren an

Diese soll - als eines der Projekte im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ - in den nächsten Jahren angegangen werden. Als erstes großes Umbauprojekt ist ab dem November die Umgestaltung des Reformationsplatzes geplant.

Seit dem Sommer stehen auch vor den nahen Spandau Arcaden Poller. Begründet wurden sie damit, dass man so eine „Beruhigung der Situation auf dem stark frequentierten Bereich zwischen Bahnhof und Arcaden“ erreichen wolle, hieß es damals von Seiten der Arcaden. Fußgänger sollen so vor Autos und Lieferwagen geschützt werden, die den Vorplatz zwischen Einkaufszentrum und Bahnhof unerlaubterweise befahren.

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