Verkehr

Der BerlKönig kommt nicht nach Spandau

Das Rufbus-Projekt der BVG ist auf die östliche Innenstadt beschränkt. Die Ausweitung ist zunächst nicht geplant. CDU ist verärgert.

Ein Berlkönig in Berlin

Ein Berlkönig in Berlin

Berlin. Spandaus Bezirksverordnete hätten den „BerlKönig“, den Rufbus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), gerne in den Bezirk geholt; ein entsprechender Antrag wurde bereits im Dezember 2018 beschlossen. Umgesetzt aber wird er - zumindest erst einmal - nicht. In einer Antwort auf ein Schreiben des Bezirksamts teilte die BVG nun mit, dass sich das Projekt zurzeit noch in der Versuchsphase befinde, für eine kurzfristige Ausweitung nach Spandau sei es deshalb zu früh.

Weiter verweist die BVG darauf, dass der BerlKönig bisher eine „Forschungs- und Entwicklungskooperation“ sei. Dieses Experiment sei der BVG nur für ein genau definiertes Gebiet im östlichen S-Bahn Ring genehmigt worden, da dort vermeintlich ideale Versuchsbedingungen, nämlich eine hohe Konzentration von Nachfrage und Angebot auf einem begrenzten Raum, herrschten.

Ausgeschlossen wird eine Erweiterung des Projekts zumindest langfristig aber nicht: Sollten die Ergebnisse der Versuchsphase positiv sein, so heißt es, sei eine Ausweitung auf Außenbezirke in der Zukunft denkbar und sogar erstrebenswert. Der im September 2018 begonnene Versuchsbetrieb werde nach einer ersten Einschätzung von den Kunden bereits gut angenommen.

Hintergrund: BVG wollen weitere Rufbusse am Stadtrand einrichten

Rund eine Million BerlKönig-Fahrten im ersten Jahr

Gebucht wird der BerlKönig per App, ein Computer berechnet die Route dann so, dass mit möglichst wenigen Umwegen möglichst viele Fahrgäste eingesammelt werden können. In dem ersten Jahr wurden laut Angaben der BVG rund eine Million Fahrten gezählt, beliebt ist der BerlKönig vor allem in den Nächten. In der großen Mehrheit der Fahrten wird der Rufbus dabei von mindestens zwei Personen genutzt.

Konkret hatte die CDU-Fraktion, die den Antrag in die Spandauer Bezirksverordnetenversammlung eingebracht hatte, gefordert, dass künftig zwei Rufbusse in Spandau zur Verfügung stehen sollten, die in den Ortsteilen Staaken und Kladow fahren. Begründet wurde der Antrag damit, dass es vor allem am späten Abend in Staaken und auf dem Weg dorthin sowie innerhalb Kladows an attraktiven Transportangeboten mangele.

CDU-Fraktion über mangelnde Verkehrsangebote verärgert

Entsprechend verärgert äußerte sich die Fraktion nun darüber, dass dem Antrag zunächst eine Absage erteilt wurde. In Staaken und im Spandauer Süden gebe es einen fast dörflichen Charakter, die Gebiete seien weit von S- oder U-Bahnhöfen entfernt, erklärt Beate Christ, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, in einer Mitteilung.

„Gerade hier benötigen wir Flexibilität und verschiedene Mobilitätsangebote“, so Christ weiter. Stattdessen fördere der Senat die Rufbusse dort, wo es bereits eine große Auswahl an Nahverkehrsmitteln gebe. „Neue Verkehrskonzepte ja, aber bitteschön nicht für Spandau - das kann so nicht weitergehen“, erklärt Christ.

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BVG plant Verbesserungen bei Bus-Linien

Immerhin: Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember soll es bei einigen Busverbindungen in Spandau Verbesserungen geben. So ist bei der Linie 136 unter der Woche ein zusätzlicher Verstärkerwagen zwischen den Haltestellen Rathaus Spandau und Werderstraße in den Zeiten zwischen 7 und 8.30 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr vorgesehen. Das Angebot steige damit von sechs auf neun Fahrten pro Stunde, kündigte ein BVG-Mitarbeiter im Verkehrsausschuss an.

Bei der Linie 139 soll es zwischen Werderstraße und U-Bahnhof Paulsternstaße künftig durchgängig von 6 bis 19 Uhr einen Zehn-Minuten-Takt geben. Außerdem sind Veränderungen bei den Nachtbussen N34 und N35 im Spandauer Süden geplant, die künftig mit anderen Routen fahren und damit den wachsenden Einwohnerzahlen in den Ortsteilen entgegen kommen sollen, so der BVG-Mitarbeiter.

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