Innovationscampus

Ideen zur Siemensstadt 2.0 gesucht

Auf einer Internetseite werden Bürger nach Hinweisen zum Campus gefragt werden. Außerdem gibt Siemens Einblicke in bisherige Pläne.

Das Siemens-Verwaltungsgebäude in der Siemensstadt. 

Das Siemens-Verwaltungsgebäude in der Siemensstadt. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Der städtebauliche Wettbewerb zum Siemens-Innovationscampus läuft, nun sollen auch die Bürger mit ihren Anregungen in die weitere Planung einbezogen werden. Unter der Adresse www.siemensstadt-dialog.de hat der Konzern eine Internetseite an den Start gebracht, auf der drei Wochen lang Hinweise zu Punkten wie Mobilität, Umweltschutz oder Wohnen in der Siemensstadt 2.0 geäußert werden können. Die gesammelten Ideen, so heißt es, sollen den am städtebaulichen Wettbewerb teilnehmenden Architekten und dem Preisgericht, das am Ende den Sieger auswählt, als „Empfehlungspapier an die Hand gegeben“ werden. Gleichzeitig informiert Siemens, wie die derzeitigen Vorstellungen für die Themenfelder aussehen.

So wird erklärt, dass das rund 70 Hektar große Areal auf beiden Seiten der Nonnendammallee in vier Bereich aufgeteilt werden soll: Auf der„Entwicklungsfläche Nord“ sei geplant, ein gemischt genutztes, urbanes Gebiet mit einem hohen Wohnanteil zu schaffen. Die angrenzende „Produktionsfläche Nord“ soll, so heißt es, weiterhin für Industrie genutzt werden, allerdings durch Büro- und Gewerbeflächen, etwa für Start-ups oder Softwareentwickler, verdichtet werden.

Größtes Teilgebiet vom Campus soll vielfältig genutzt werden

Daneben liegt das rund 35 Hektar umfassende, größte Teilgebiet, die „Entwicklungsfläche Zentrum“. In dem Bereich befinden sich mehrere denkmalgeschützte Gebäude, wie das Verwaltungsgebäude und das Schaltwerk-Hochhaus. Das Gebiet soll sich durch eine besonders vielfältige Nutzung auszeichnen. Vorgesehen sind Büros, Gewerbe, Forschung, Hotels, (temporäres) Wohnen, zum Beispiel für Studenten, soziale Infrastruktur, Einzelhandel und Gastronomie.

Der vierte und letzte Teilbereich ist die „Produktionsfläche Süd“, die sich auf der anderen Seite der Nonnendammallee befindet. „Das Areal mit dem Dynamowerk und dem Röhrenwerk soll weiterhin als Produktionsstandort dienen“, heißt es, auch hier ist aber eine Ergänzung durch weitere Büro- und Gewerbeflächen geplant. Zudem soll in dem Gebiet oberirdisches Parken entstehen.

Vierzügige Grundschule soll eingeplant werden

Über die aktuellen Pläne für den Siemens-Innovationscampus heißt es auf der Website, dass dieser ein „urbanes Quartier“ mit mehreren Quartierszentren werden soll. „Neben einer vierzügigen Grundschule sind zwei Kitas und Jugendfreizeitstätten geplant“, wird auf der Website erklärt. Zum Verkehrskonzept heißt es - wie bei derzeit einigen Wohnungsbauprojekten -, dass „innovative Mobilitätsangebote“ betrachtet werden. Als Beispiele genannt werden Sharing-Dienste und autonomes Fahren, außerdem sollen Konzepte der „Fahrradstadt“ analysiert werden. „Nicht notwendiger motorisierter Individualverkehr soll vermieden werden“, erklärt Siemens.

Wohnen und Arbeiten sollen auf dem Innovationscampus nicht nur nebeneinander existieren, sondern „eng verknüpft werden“. Insgesamt sind laut Siemens circa 2.750 Wohnungen auf dem Gelände geplant. Das sind etwas weniger, als zu Beginn vorgesehen. Im vergangenen Herbst war von rund 3000 Wohnungen die Rede.

Außerdem wird geplant, auf dem Areal neue Grünzüge anzulegen und dieses zu einem „klimaneutralen Quartier“ zu entwickeln. Ähnlich wie bei der Mobilität heißt es, hierfür sollten „innovative Lösungen gefunden werden. Beispielhaft genannt werden eine Dach- und Fassadenbegrünung, Dachgärten oder eine Innenhofbegrünung.

Ergebnis vom städtebaulichen Wettbewerb liegt im Januar 2020 vor

An dem laufenden städtebaulichen Wettbewerb beteiligen sich 18 Architekten- und Stadtplanungsbüros, unterstützt durch weitere Experten, etwa aus dem Bereich Verkehrsplanung. Am 7. und 8. Januar soll das Preisgericht einen Siegerentwurf auswählen, der anschließend in einer Pressekonferenz präsentiert wird. Im Anschluss soll ein sogenannter Masterplan erstellt werden. Dieser wird sich unter anderem mit der Anordnung und Dimensionierung der Gebäude, der Freiraumplanung, der Erschließung und Gestaltung beschäftigen. Eine Detaillierung der Planung erfolgt dann im Rahmen eines hochbaulichen Wettbewerbs, der voraussichtlich im Februar 2020 starten wird, heißt es weiter auf der Internetseite.

In der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf wurde unterdessen ein Antrag beschlossen, wonach geprüft werden soll, „inwieweit die gesamte Siemensstadt und Charlottenburg-Nord als Milieuschutzgebiete gesichert werden können“. Das soll auch in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau passieren. Eine erste Berichterstattung dazu wird von den Bezirksverordneten zu Ende Oktober gefordert.

Am Mittwoch, den 11. September, veranstaltet Siemens ein öffentliches Bürgerforum zum städtebaulichen Wettbewerb. Beginn ist um 17 Uhr, Ende voraussichtlich um 20:30 Uhr. Adresse: Siemens AG | Mosaikhalle des Verwaltungsgebäudes, Rohrdamm 85, 13629 Berlin.