U-Bahn

Spandau will die Strecke der U2 verlängern

Nach dem Willen des Bezirks Spandau sollen die Züge der U2 über Ruhleben hinaus fahren. Die BVG prüft die Anträge.

Momentan endet die U2 am Bahnhof Ruhleben. In Spandau würde man sie gerne verlängern.

Momentan endet die U2 am Bahnhof Ruhleben. In Spandau würde man sie gerne verlängern.

Foto: Steffen Pletl

Berlin. Die Verlängerung der U-Bahnlinie 2 beschäftigt den Bezirk Spandau seit Längerem. In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wurden dazu in den vergangenen Monaten zwei Anträge beschlossen: Einer mit dem Ziel, dass die U2 an den Bahnhof Spandau angebunden wird, ein weiterer mit dem Fokus, dass sie weitergeführt wird bis ins Falkenhagener Feld. Zu beiden Anträgen hat es nun Reaktionen gegeben.

Mit ersterer Idee - der Antrag wurde damals von der Linksfraktion eingebracht - hat sich das Bezirksamt an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gewandt. Eine Weiterführung der U-Bahn-Linie zum Bahnhof Spandau über die S-Bahn-Gleise wird aus technischen Gründen ausgeschlossen. Zum Vorschlag, die U-Bahn so zu verlängern, dass mit einem neuen Bahnhof nahe dem Gewerbehof an der Charlottenburger Chaussee eine Umsteigemöglichkeit zwischen S-Bahn und U2 entsteht, heißt es, dass diese Variante „durchaus einer Prüfung wert“ sei. Sie sei bereits in der Vergangenheit eine Idee gewesen, die in der BVG diskutiert wurde, heißt es.

Verlängerung der U2 nach Spandau: Senatsverwaltung um Prüfauftrag an BVG gebeten

Für eine „inhaltliche belastbare“ Bewertung sei es notwendig, dass die Senatsverkehrsverwaltung als Aufgabenträger einen Prüfauftrag erteilt, worauf entsprechende Untersuchungen folgen würden. Das Bezirksamt hat sich mit der Bitte deshalb nun an die Senatsverwaltung gewandt, eben jenen Prüfauftrag an die BVG zu erteilen. Die Linksfraktion wertet das als ersten Teilerfolg. Diese Variante sei schneller und vor allem kostengünstiger zu realisieren, als eine klassische U-Bahn-Verlängerung bis ins Spandauer Zentrum, erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Franziska Leschewitz.

Die Verlängerung der U2 bis ins Falkenhagener Feld ist allerdings nicht absehbar. Das hatte die CDU-Fraktion mit einem Antrag gefordert. Das Bezirksamt hatte sich hierzu an die Senatsverkehrsverwaltung gewandt. In deren Antwort heißt es: „Die Verlängerung der U2 von Ruhleben über Rathaus Spandau in Richtung Falkenhagener Feld ist im aktuellen Nahverkehrsplan nicht enthalten.“ Mit einer Machbarkeitsstudie soll für Spandau eine mögliche Verlängerung der U7 in Richtung Heerstraße untersucht werden. Die Studie soll bis Mitte spätestens Ende 2020 fertig sein.

CDU-Fraktion: Verlängerung der U2 ist wichtiger Baustein

Kritik daran äußert die CDU-Fraktion. „Wir haben zum einen enormen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen“, erklärt Fraktionschef Arndt Meißner. Zudem sei Spandau als Außenbezirk vom Zuzug im Berliner Umland und dem sich daraus ergebenden steigenden Pendlerverkehr betroffen. „Die Verlängerung der U2 bis ins Falkenhagener Feld ist ein wichtiger Baustein - nicht nur, um für Verkehrsentlastung in Spandau zu sorgen“, so Meißner weiter. Auch die Menschen am Stadtrand könnten so schneller ins Stadtzentrum kommen.

Der Berliner Nahverkehrsplan sieht für das Falkenhagener Feld vor, dass der Kiez durch eine Straßenbahn angebunden werden soll. Bis zur Umsetzung müssen sich die Bewohner der Großsiedlung allerdings noch gedulden: Laut Nahverkehrsplan ist eine Inbetriebnahme für das Jahr 2035 geplant. Die geschätzten Kosten liegen bei 65 Millionen Euro.

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