Razzia

"Akute Lebensgefahr": Shisha-Bar in Spandau geschlossen

Nach Neukölln finden nun auch in anderen Bezirken Großkontrollen in Shisha-Bars statt. Am Dienstag schlossen die Ermittler einen Laden.

In einer Shisha-Bar fanden die Ermittler mehr als 50 Kilogramm illegalen Shisha-Tabak.

In einer Shisha-Bar fanden die Ermittler mehr als 50 Kilogramm illegalen Shisha-Tabak.

Foto: Privat

Berlin. Was in Neukölln nahezu wöchentlich der Fall ist, passiert nun auch in anderen Berliner Bezirken. Am Dienstagabend rollte eine Razzia durch mehrere Shisha-Bars in Spandau. Und die Ermittler wurden fündig. In einem Laden entdeckten sie knapp 60 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak. Eine Bar schlossen sie ganz. Es bestand Lebensgefahr.

Beteiligt an der Kontrolle von Polizei, Zoll und Bezirk war auch die Bau- und Wohnungsaufsicht des Spandauer Bezirksamts, die gleich bei mehreren Shisha-Bars Mängel feststellte. So wurde bei einer Bar an der Schönwalder Straße der Keller gesperrt, weil dieser weder Fenster noch Licht gehabt habe, und vor allem ein zweiter baulicher Rettungsweg gefehlt habe, teilte das Bezirksamt auf Nachfrage mit.

Die Shisha-Bar sei für den Abend von der Polizei sogar komplett geschlossen worden, weil die Kohlenmonoxid-Werte um ein Vielfaches erhöht gewesen seien. In dem Keller, in dem Billard und Kicker gespielt werden kann, habe deshalb sogar „akute Lebensgefahr“ bestanden.

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Razzia in Spandau: Kontrollen soll es nun häufiger geben

In einer weiteren Shisha-Bar in der Altstadt Spandau, am Hohen Steinweg, sei ein Ofen gesperrt worden, hieß es aus dem Bezirksamt weiter. Dort soll ein Kamin genutzt worden sein, um Kohle vorzuheizen. Ofen seien dafür allerdings nicht geeignet. Angekündigt wurde zudem, dass es solche Kontrollen von Shishabars in Spandau künftig wohl regelmäßiger geben soll.

Kriminelle Clans und der Umgang mit ihnen werde „leider auch ein zunehmendes Thema für Spandau“, hatte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) erst kürzlich der Berliner Morgenpost gesagt. In den kommenden Monaten wolle man sich intensiver damit auseinandersetzen. Fest stehe bereits: „Wir werden zunehmend mit anderen Behörden zusammenarbeiten und uns dabei auch Neukölln als Vorbild ansehen“, hatte Kleebank gesagt. Am Dienstag machten die Behörden einen Anfang.

Durchsuchungen auch in weiteren Berliner Bezirken

Neben Spandau fanden auch Kontrollen in weiteren Bezirken statt. Die Steuerfahndung Berlin, die Ordnungsämter Tempelhof-Schöneberg, Lichtenberg-Hohenschönhausen, Marzahn-Hellersdorf und Spandau, das LKA 33 und eine Einsatzhundertschaft kontrollierten auch Spielstätten in Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedrichshain, Neu-Hohenschönhausen, Marzahn, Mahlsdorf, Gesundbrunnen, Spandau, Schöneberg und Oberschönweide.

Insgesamt fanden gewerberechtliche Kontrollen in insgesamt 25 Spielstätten statt. Knapp 60 Kräfte kontrollierten in der Zeit von 11 bis 17 Uhr vier Spielhallen, fünf Wettbüros und 16 Gaststätten. Unter den 25 überprüften Objekten waren laut Polizei nur fünf Betriebe ohne Beanstandungen, so dass eine sehr hohe Beanstandungsquote von 80 Prozent vorlag.

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In zwölf Fällen wurden Strafanzeigen wegen des unerlaubten Veranstaltens eines Glücksspiels gefertigt, da nicht genehmigte, betriebsbereite Sportwettgeräte und Spielgeräte ohne Bauartzulassung aufgestellt waren. Sechs Fun-Games und zwei Wettautomaten wurden beschlagnahmt. Darüber hinaus wurden insgesamt 28 gewerberechtliche Verstöße festgestellt und entsprechende Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt. Unter anderem war die Software von Geldspielgeräten abgelaufen, die ständige Aufsichtsperson in einer Spielhalle war nicht anwesend oder die Spielautomaten waren nicht ordnungsgemäß beschriftet.