Start-up

„MyHelpBuddy“: Spandauer Gründer wollen Zuwanderern helfen

Mit der Plattform „MyHelpBuddy“ soll Menschen der Start in einer fremden Stadt erleichtert werden. Die Beliebtheit wächst.

Duc Tam Dam, Christina Papke und Aravinth Palaniswamy (v.l.) haben das Start-up „MyHelpBuddy“ gegründet. 

Duc Tam Dam, Christina Papke und Aravinth Palaniswamy (v.l.) haben das Start-up „MyHelpBuddy“ gegründet. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Spandau.. Die Idee entstand Ende 2018 in einem Studentenwohnheim und von da an ging alles ganz schnell: Anfang dieses Jahres ging die Internet-Plattform „MyHelpBuddy“ ans Netz, die Einheimische und Frisch-Zugezogene in einer Stadt vernetzen soll, um letzteren so den Start zu erleichtern. „Innerhalb von sieben Tag war alles fertig“, sagt Duc Tam Dam, neben Christina Papke und Aravinth Palaniswamy einer der drei jungen Gründer. Im Juli haben sie das Berliner Startup Stipendium bekommen, das Team arbeitet zurzeit im Startup Incubator in der Spandauer Siemensstadt.

Die Idee für das die Plattform geht auf eigene Erfahrungen und Gespräche mit Kommilitonen zurück. Alle drei, sagt der 20-jährige Dam, hätten einen Migrationshintergrund. Er selbst ist zwar in Berlin geboren, hat aber chinesische und vietnamesische Wurzeln und half als Kind seinen Eltern, die Deutsch anfangs noch nicht gut beherrschten. Während des Studiums seien immer wieder ausländische Kommilitonen auf sie zugekommen und hätten nach Hilfe gefragt, erzählt er weiter. Mit „MyHelpBuddy“ soll das Ganze professionalisiert werden. Auch weil es solch ein Angebot bislang noch nicht gegeben habe.

500 Menschen sind bereits als Buddies registriert

Auf der Website können sich einerseits Menschen als Buddies registrieren, die Deutsch und eine zweite Sprache sprechen und angeben, bei welchen Anliegen sie helfen möchten. Sprachkenntnisse sollen über Zertifikate nachgewiesen werden.

Andererseits können Zugezogene dort Hilfe-Anfragen veröffentlichen. Gefragt sind Übersetzungen und Begleitungen zu Ämtern, manchmal auch schlicht Unterstützung beim Umzug. Anschließend können die Buddies bewertet werden. Was die Helfer für ihre Dienstleistung verlangen, legen sie selbst fest. Fünf Prozent davon gehen an die Gründer.

Bislang, berichtet Dam, hätten sich rund 500 helfende Buddies registriert, etwa 350 Buchungen habe es schon gegeben. Anfragen stellen würden Studenten, vor allem aber Menschen, die für die Arbeit nach Deutschland gezogen sind. Die meisten Buchungen gibt es in Berlin, aber auch in Frankfurt oder München wird die Plattform schon genutzt. Die Rückmeldungen seien mehrheitlich positiv, sagt der 20-Jährige, der sich mit „MyHelpBuddy“ das Ziel von einem eigenen Unternehmen erfüllt hat. „So kann man einen noch wirksameren Einfluss auf die Gesellschaft haben“, meint er.

Gründer wollen ihr Konzept noch erweitern

Für ihr Konzept wurden die Gründer mit dem dritten Platz im Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg, Kategorie „Canvas“, ausgezeichnet. Nun wollen die Unternehmer ihre Plattform erweitern. Künftig sollen Zuwanderer dort die Möglichkeit bekommen, nötige Versicherungen oder einen Internetvertrag abzuschließen, ein Bankkonto zu eröffnen oder eine Wohnung zu mieten. Vor allem die Wohnungssuche ist schließlich - gerade für Menschen, die neu sind - eine Herausforderung.

Dazu wolle man Kooperationen mit Unternehmen schließen, erzählt Dam. Auch Investoren werden noch gesucht. Klar ist: Mit ihren Ideen sind die „MyHelpBuddy“-Gründer noch nicht am Ende angekommen.

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