Friedhof Staaken

Toilettenhaus soll fertig werden - nach vier Jahren Bauzeit

Friedhofsbesuchern stand lange nur ein Dixie-Klo zur Verfügung. Sie sind verärgert. Auch die Wege bereiten Probleme.

Etwa vier Jahre nach Baubeginn soll die Revierunterkunft mit Besucher-Toiletten auf dem Städtischen Friedhof Staaken nun fertig sein.

Etwa vier Jahre nach Baubeginn soll die Revierunterkunft mit Besucher-Toiletten auf dem Städtischen Friedhof Staaken nun fertig sein.

Foto: Jessica Hanack

Berlin. Die Geschichte um die neuen Besuchertoiletten auf dem Städtischen Friedhof in Staaken drohte bereits eine endlose zu werden. Nun aber soll sie doch noch zu einem Abschluss kommen. Begonnen wurde mit dem Bau des neuen Toilettenhauses mit angrenzender Unterkunft für die Mitarbeiter bereits vor rund vier Jahren. Die Fertigstellung zog sich hin, jetzt aber teilt das Bezirksamt mit: Die letzten Bauarbeiten seien beendet, eine Bauabnahme sei erfolgt. Eine Freigabe für Besucher sollte in diesen Tagen erfolgen.

Schon im September vergangenen Jahres war erklärt worden, dass das neue Haus fast fertig sei. Die Toiletten sollen barrierefrei nutzbar sein, es hätten damals aber noch erforderliche Alarmeinrichtungen gefehlt, hieß es.

Erst vor wenigen Wochen sollen das Hochbauamt im Innenbereich und das Grünflächenamt vor dem Haus dann noch Arbeiten vorgenommen haben, um einen schwellenlosen Zugang zu schaffen. Nun sei eine barrierefreie Nutzung möglich, hieß es. Warum sich die Arbeiten noch einmal über Monate hinzogen, wurde nicht beantwortet.

Friedhofsbesucher kritisiert pietätlose Zustände

Bei Friedhofsbesuchern sorgte die Situation für Frust und Unverständnis. Ihnen stand während der Bauzeit nur ein Dixie-Klo zur Verfügung, auffällig platziert am Eingang des Geländes auf dem Weg zur Kapelle. Sven Kerßebaum, der die Situation bereits nach einer Beerdigung im vergangenen Jahr angeprangert hatte, kritisierte kürzlich erneut die „schlimmen und pietätlosen Zustände“, die Trauernde auf dem Friedhof vorfänden.

Thomas Klapczynski und Ruth Oxfort sind zurzeit etwa einmal in der Woche auf dem Friedhof. Klapczynski nennt das Ganze einen „Schildbürgerstreich“. „Es kommen vor allem Ältere auf den Friedhof, besonders Frauen“, sagt er. „Und man schafft es in der ganzen Zeit nicht, eine Toilette freizugeben?“

Die beiden pflegen das Grab für den verstorbenen Mann einer Bekannten. Die ältere Frau sitze im Rollstuhl, erzählen sie, allein zum Grab ihres Mannes zu kommen sei so unmöglich - auch, weil die Wege auf dem Friedhof nur schwer befahrbar sind.

Wege auf dem Friedhof bereiten älteren Menschen Probleme

Auch Besucher Kerßebaum kritisierte, dass die Wege für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator kaum bezwingbar seien. Fast alle Wege auf dem Friedhof sind sogenannte wassergebundene Wege, deren Zustand unter Hitze genau wie extremen Regenfällen leidet. Zudem ist der Belag bereits sehr alt.

Vor dem neuen Toilettenhaus wurde zwar ein fester Weg mit Steinplatten angelegt. Allerdings: Die Steine enden mitten auf der Strecke zwischen dem kleinen Gebäude und der Kapelle. Der Rest des Wegs ist uneben und holprig.

Dass die Wege erneuert werden müssen, hat auch das Bezirksamt auf dem Schirm. Geld dafür ist aber erst in der Investitionsplanung in einigen Jahren vorgesehen. Der für Grünflächen zuständige Stadtrat Frank Bewig (CDU) würde die Arbeiten gerne vorziehen, er hofft auf Fördermittel aus dem Sonderinvestitionstopf Siwana. Wenn das gelingt, könnte die Ausführungsplanung im kommenden Jahr beginnen. Ein tatsächlicher Baustart wäre im Jahr 2021 möglich.

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