Stiftung Jona

Spandau bekommt neue Wohngruppe für Kinder

Traumatisierte Kinder sollen in dem Neubau in Staaken ein Zuhause finden. Der Einzug soll schon in wenigen Wochen folgen.

Angelika Bier, Vorsitzende der Stiftung Jona, vor dem neuen Haus, in dem bald Kinder in einer Wohngruppe ein Zuhause finden sollen.

Angelika Bier, Vorsitzende der Stiftung Jona, vor dem neuen Haus, in dem bald Kinder in einer Wohngruppe ein Zuhause finden sollen.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin.. Schon in wenigen Wochen soll es soweit sein. Dann sollen die ersten Kinder in das Gebäude in Staaken einziehen, dessen Fertigstellung kurz bevorsteht. Es ist ein Projekt der Stiftung Jona, die auf dem Grundstück nebenan bereits „Jonas Haus“ mit verschiedenen Bildungs- und Betreuungsangeboten betreibt. Nun kommt eine Wohngruppe mit zehn Plätzen für Kinder und Jugendliche hinzu, die nicht zu Hause leben können. „Unsere Motivation ist es, Kinder vom Rand der Gesellschaft zu holen und ihnen eine Perspektive zu bieten“, sagte Stifterin Angelika Bier am Mittwoch.

Rund 750.000 Euro sind in den Bau des Holzhauses geflossen, finanziert wurde er vor allem durch Spender und Unterstützer der Stiftung Jona. Einige Zehntausend Euro werden wohl noch in die Fertigstellung der Räume fließen. Es ist ein großes Projekt, das – nach Bauende – den jungen Bewohnern zudem eine 24-Stunden-Betreuung bieten soll. Dass das Haus so gut wie fertig ist – nach rund einem Jahr Bauzeit – nannte Angelika Bier einen „ersten großen Meilenstein“.

Stiftung Jona schafft Ankerpunkt für Kinder in Staaken

Von September 2015 bis Sommer 2017 war Jonas Haus „Berlins kleinste Notaufnahme für geflohene Kinder“, so sagte es die Stifterin. Unter anderem habe man allein geflohene, schwer traumatisierte Mädchen aufgenommen und in kurzfristig umfunktionierten Räumen untergebracht.

Durch den auch weiterhin bestehenden Bedarf an Wohnplätzen, nicht nur für Flüchtlingskinder, entstand die Idee, das neue Haus zu bauen. Man wolle die Kinder, die dort künftig leben werden, dabei unterstützen, starke Persönlichkeiten zu werden, damit sie selbst später die Gesellschaft verändern und prägen können, sagte die Stifterin.

Stiftung will Campus mit Kindergarten und Hort entwickeln

Unterstützung gibt es für das Projekt aus der Politik. Es sei etwas „Großartiges“, das sich hier entwickle, sagte Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) am Mittwoch. Jugendstadtrat Stephan Machulik (SPD) erklärte, mit Jonas Haus und den geplanten neuen Angeboten gebe es einen Ankerpunkt für Kinder in einem sehr schwierigen Kiez. Die nahe Wohnsiedlung Heerstraße-Nord gilt als Problem-Viertel mit hoher Arbeitslosigkeit und Kinderarmut.

Machulik betonte zudem, man wolle sich dafür einsetzen, der Stiftung Jona eine langfristige Perspektive zu geben - Stichwort ist vor allem der „Campus“, den die Stiftung gerne in Staaken realisieren möchte. Zusätzlich zu dem neuen Wohngruppen-Haus soll dabei noch ein Kindergarten mit Hort entstehen und im Außengelände ein großzügiger Spielbereich. Deutlich wird: Angelika Bier und ihre Stiftung sind mit ihren Ideen noch lange nicht am Ende angekommen.

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