Beutelservice

Spandauer Dog Stations werden abgebaut

Seit einem halben Jahr werden die Hundetüten-Spender der Firma Wall nicht mehr geleert, nun sollen sie verschwinden.

Die Dog Station am Südpark in Spandau wurde seit Monaten nicht entleert. Nun soll sie abgebaut werden.

Die Dog Station am Südpark in Spandau wurde seit Monaten nicht entleert. Nun soll sie abgebaut werden.

Foto: Jessica HanacK

Berlin. Entleert und befüllt wurden sie schon lange nicht mehr: Die Dog Service Stations in Spandau, an denen Hundebesitzer Recyclingpapiertüten entnehmen und auch entsorgen konnten. Entsprechend ist das Bild, dass sich einem etwa am Südpark, aber auch an der Seegefelder Straße bietet: Die Stationen sind vollgestopft mit Hunde-Kotbeuteln, teilweise liegen sie daneben auf dem Boden.

Vertrag mit Firma Wall lief aus

Diese Situation herrscht bereits seit einigen Monaten vor. Denn das Projekt der Dog Stations ist Ende 2018 in Spandau und weiteren Bezirken ausgelaufen, seither wurden die Hundetüten-Spender von der Firma Wall nicht mehr betreut. Hintergrund ist eine Entscheidung des Senats: Bis vor einiger Zeit durfte Wall auf einem Großteil der Flächen des Landes werben und finanzierte im Gegenzug unter anderem die öffentlichen Toiletten – und auch die Dog Service Stations.

Die Neuvergabe der Werberechte erfolgte dann allerdings an mehrere Anbieter. So liefen die Verträge zwischen den Bezirken und dem Unternehmen Wall, das das Entsorgungssystem entwickelte und aufstellte, Ende 2018 aus. In anderen Bezirken wurden die Dog Stations deshalb schon vor Monaten von Wall abgebaut. In Spandau blieben sie zunächst, weil die dortigen Anlagen dem Bezirk gehören. Weiter betreut wurden sie jedoch nicht.

Neun Stationen sollen weg - auch wegen Vandalismus

„Die Firma Wall war nicht bereit, eine Fortsetzung der technischen Wartung und der Ersatzteilversorgung anzubieten“, teilt der zuständige Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Bezirksverordneten Ina Bittroff (SPD) mit. Andere Firmen hätten sich nicht gefunden, um die Anlagen zu betreuen, und dem Straßen- und Grünflächenamt würden die Kapazitäten dazu fehlen. Daher wurde nun entschieden, die neun Stationen abzubauen - trotz eines in der Bezirksverordnetenversammlung beschlossenen Antrags, wonach der Bezirk prüfen sollte, inwiefern die Anlagen erhalten bleiben können. Vandalismus sei ein großes Problem gewesen, der Reparaturbedarf der Dog Stations sei hoch gewesen, sagt ein Mitarbeiter des Grünflächenamts.

Ersatz an Standorten nicht geplant

Wann der Abbau erfolgen soll, kann das Straßen- und Grünflächenamt noch nicht sagen. Ein Ersatz sei an den Standorten nicht geplant - auch weil deren Lage vom Grünflächenamt so eingeschätzt wird, dass dort die Kontrolle durch das Wohnumfeld fehlt, um Vandalismus zu verhindern. In Spandau gibt es neben den Wall-Stationen 15 weitere Hundetüten-Spender. Diese werden aktuell vom Bezirk gemeinsam mit ehrenamtlichen Paten betreut. Eine erweiterte Ausschreibung für Reinigungsleistungen in den Grünanlagen, die derzeit vorbereitet wird, schließt auch die 15 Hundetütenspender mit ein.