Verkehr

Deshalb stehen vor den Spandau Arcaden jetzt Poller

An dem Vorplatz zwischen dem Einkaufszentrum und dem Bahnhof Spandau wurden Poller installiert. Der Bereich ist stark frequentiert.

Vor den Spandau Arcaden wurden kürzlich Poller aufgestellt. 

Vor den Spandau Arcaden wurden kürzlich Poller aufgestellt. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Seit Kurzem stehen auf dem Platz vor dem Haupteingang der Spandau Arcaden rund 30 Poller. Sie sollen verhindern, dass Autofahrer auf den Platz fahren können. In den sozialen Netzwerken wurde bereits spekuliert, was es mit der Absperrung auf sich hat. Sollen auch in Spandau verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden?

Mit Sicherheit haben die Poller durchaus etwas zu tun – in dem Sinne, als sie Fußgänger vor Autos und Lieferwagen schützen sollen, die den Vorplatz unerlaubterweise befahren. „Damit der Fußgängerstrom, insbesondere zwischen Bahnhof und Spandau Arcaden, nicht durch unberechtigtes Befahren und Abstellen von Fahrzeugen, zum Beispiel zu Lieferzwecken, gestört wird, wurden kürzlich neue Poller installiert“, erklärt Tobias Bluhm, Marketing Manager der Spandau Arcaden.

Poller sollen Situation zwischen Bahnhof und Spandau Arcaden beruhigen

Besonders die Belieferung des gegenüber der Arcaden liegenden Bahnhofs sei ein Problem gewesen, weil dafür Fahrzeuge auf das Gelände fuhren, auf dem immer auch viele Fußgänger unterwegs sind. „Insgesamt geht es um eine Beruhigung der Situation auf dem stark frequentierten Bereich zwischen Bahnhof und Arcaden“, so Bluhm. Die Poller sind zum Teil absenkbar, Fahrzeuge mit Berechtigung, vor allem von Polizei oder Feuerwehr, können weiterhin auf den Platz gelangen. Falschparker werden sich durch die Poller allerdings weniger abhalten lassen – die Sperren wurden einige Meter von der Straße entfernt aufgestellt.

Jochen Liedtke, Vorsitzender des Spandauer Verkehrsausschusses (SPD), hat ebenfalls beobachtet, dass der Platz befahren oder zum Parken genutzt wird. „Vor allem in den Abendstunden, wenn das Befolgen von Regeln abnimmt, sind die Flächen schon mal zugestellt“, sagt er. Als Schutz für Fußgänger und Fahrradfahrer findet er die Installation der Poller deshalb gut.

Seit langem wird über Sperrmaßnahmen für die Altstadt Spandau diskutiert

Ähnliches würde er sich auch für die Spandauer Altstadt wünschen. Auch in der Fußgängerzone gibt es das Problem, dass sie unerlaubterweise von Autos und Lieferwagen genutzt wird. Besonders kritisch sei die Situation in der Breiten Straße, so Liedtke, weil diese gern als Abkürzung genutzt werde. Vor allem in der warmen Jahreszeit sei das gefährlich. Dann stehen vor den dortigen Restaurants Tische und Stühle, an denen sich Autos vorbeidrängeln.

In der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung gab es mehrere Anträge zum Thema, mit denen die Fraktionen Lösungen forderten. Einige Anträge liegen bereits fünf Jahre zurück, an der Situation geändert hat sich aber noch nichts. „Aber es braucht jemanden, der sich richtig hinter das Projekt klemmt.“

Poller für die Altstadt werden bei Untersuchung überprüft

Hoffnung auf eine Lösung gibt es aber: Das laufende Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, bei dem verschiedene Orte und Plätze in der Altstadt umgestaltet werden, beinhaltet auch eine verkehrliche Untersuchung. Dabei sollen unter anderem Vorschläge erarbeitet werden, wie der illegale Verkehr in der Fußgängerzone minimiert werden kann.

Überprüft wird dabei auch die Möglichkeit, versenkbare Poller an den Zufahrten zur Altstadt zu installieren. Abhängig vom Ergebnis der Untersuchung soll dann im Rahmen des Förderprogramms eine Umsetzung erfolgen. Wann genau, ist allerdings offen. Die Laufzeit des Förderprogramms endet 2025. Spätestens bis dahin also sollte auch in der Altstadt etwas passiert sein.

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