Verkehr

Spandau will Radfahrer besser vor Rechtsabbiegern schützen

Verkehrsausschuss nimmt FDP-Antrag an, wonach in Spandau Warnsysteme getestet werden sollen, um Lkw-Fahrer auf Radfahrer hinzuweisen.

Vor gut einem Jahr starb ein achtjähriger Radfahrer an der Spandauer Kreuzung Brunsbütteler Damm/Nauener Straße.

Vor gut einem Jahr starb ein achtjähriger Radfahrer an der Spandauer Kreuzung Brunsbütteler Damm/Nauener Straße.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Berlin. Ein gutes Jahr ist es nun her, dass an einer Spandauer Kreuzung ein achtjähriger Radfahrer überfahren wurde. Ein Lkw hatte den Jungen beim Abbiegen nach rechts erfasst, das Kind war noch an der Unfallstelle gestorben. An jener Unfall-Kreuzung - Brunsbütteler Damm Ecke Nauener Straße - soll künftig eine getrennte Ampelschaltung für Rechtsabbieger und geradeausfahrende Radfahrer die Gefahrensituation minimieren. Das hat die Senatsverwaltung für Verkehr angekündigt. Aber auch die Spandauer Bezirksverordneten wollen, dass die Sicherheit für Radfahrer erhöht wird.

Die FDP-Fraktion hatte dazu bereits vor einigen Monaten einen Antrag eingebracht, der nun vom Verkehrsausschuss mehrheitlich angenommen wurde. Demnach soll sich das Bezirksamt dafür einsetzen, dass Spandau zu einem Pilotbezirk wird, um Warnsysteme zu testen, die Lkw-Fahrer an Kreuzungen auf Fahrradfahrer hinweisen sollen. „Wir können nicht untätig warten, bis weitere Menschen auf dem Fahrrad oder als Fußgänger an Spandauer Kreuzungen ihr Leben verlieren“, sagt der FDP-Bezirksverordnete Leonardo Eshraghi. Bezirksamt und vor allem der Senat müssten hier handeln.

Wärmesensor erfasst Radfahrer und löst Warnblinken aus

Ein konkretes Beispiel für ein Warnsystem wird in dem Antrag der FDP auch genannt: der „Bike Flash“, eine relativ neue Entwicklung, die seit Ende 2018 in Garbsen (Niedersachsen) zum Einsatz kommt. Dahinter steckt ein Mast mit mehreren Blinklichtern auf unterschiedlichen Ebenen. Über einen Wärmesensor sollen Personen erfasst werden, die sich in einem bestimmten Bereich vor einer Kreuzung befinden. Fährt etwa ein Radfahrer in jenen Bereich, wird ein orangenes Blinken ausgelöst, dass abbiegende Lkw-Fahrer auf die Menschen hinweist - und so auch die Gefahren des toten Winkels minimieren soll.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Jochen Liedtke (SPD), betont, bei allen Ausschussmitgliedern sei der Wille erkennbar gewesen, dass etwas für die Sicherheit der Radfahrer getan wird. „Wir wollen etwas machen, haben im Bezirk aber nicht so viele Möglichkeiten“, sagt er. Dass Spandau zu einem Pilotbezirk für Warnsysteme wird, ginge auch nur mit Unterstützung des Senats.

Fahrradfahrern keine falsche Sicherheit vorgaukeln

Inwieweit solche Systeme wie Bike-Flash in einer Großstadt wie Berlin helfen können, ohne durch das Blinken zusätzliche Verwirrung zu verursachen, das müsste sich erst zeigen. „Man muss es einfach ausprobieren“, meint Liedtke, betont aber auch: „Man darf den Fahrradfahrern aber auch keine Sicherheit vorgaukeln, die es nicht gibt.“ Denn dafür zuständig, auf das Blinken zu reagieren und zu bremsen, sind am Ende immer noch die Lkw-Fahrer selbst.

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