Ein Jahr danach

Menschen gedenken verstorbenem achtjährigen Radfahrer

Vor einem Jahr starb der Junge, nachdem er von einem abbiegenden LKW erfasst worden war. Umbau der Kreuzung geht nur schleppend voran.

In Spandau wurde an den am 13. Juni 2018 gestorbenen Achtjährigen erinnert. 

In Spandau wurde an den am 13. Juni 2018 gestorbenen Achtjährigen erinnert. 

Foto: Jessica Hanack

Berlin.  Frische Blumen liegen auf dem Gehweg, Kerzen brennen, Kinder haben Bilder gemalt. „Für Consti von Chantal“ steht auf einem von ihnen. Constantin, ihm wurde an diesem Nachmittag gedacht. Der Achtjährige starb vor einem Jahr bei einem Unfall in Spandau, nachdem ihn ein nach rechts abbiegender LKW erfasst hatte. Zum ersten Todestag hat der ADFC Berlin eine Mahnwache an der Unfallstelle organisiert - und zudem einen zügigen Umbau der Kreuzung Nauener Straße/ Brunsbütteler Damm gefordert.

Zu dem Unfall kam es am 13. Juni 2018, als der Junge mit seinem Fahrrad von der Nauener Straße in Spandau geradeaus über den Brunsbütteler Damm fahren wollte. Ein LKW-Fahrer übersah den Jungen, als er, ebenfalls aus der Nauener Straße kommend, nach rechts abbiegen wollte. Er überrollte den Radfahrer, der noch an der Unfallstelle verstarb.

Nach dem tödlichen Unfall hatten Vertreter der Verkehrslenkung Berlin, der Polizei und des Bezirksamts die Kreuzung untersucht und dabei bauliche Mängel festgestellt. Die Nauener Straße verläuft durch eine Unterführung, bevor sie in den Brunsbütteler Damm einmündet. Daneben verläuft ein Radweg, der erhöht und durch ein Geländer von der Nauener Straße abgegrenzt ist. Für den abbiegenden Verkehr seien Radfahrer deshalb erst spät erkennbar, es liege eine Gefahrensituation vor, hieß es damals.

Getrennte Ampelschaltung soll Situation verbessern

Zunächst wurde daraufhin geplant, künftig mit einem gelben Blinklicht auf Radfahrer aufmerksam zu machen. Nun haben sich die Planungen noch einmal geändert: Vorgesehen ist, dass es getrennte Ampelphasen für Radfahrer und den abbiegenden Auto- bzw. Lkw-Verkehr geben soll, teilte Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverkehrsverwaltung, mit. Rechtsabbieger aus der Nauener Straße sollen also künftig nicht mehr zeitgleich mit geradeaus fahrenden Radfahrern unterwegs sein. Außerdem soll die Haltelinie für Radfahrer einige Meter nach vorne unmittelbar an den Brunsbütteler Damm verlegt werden.

„Die Planungen sind abgeschlossen“, so Thomsen. Eine Baufirma solle in Kürze beauftragt werden. „Die Maßnahme wird von allen am Projekt Beteiligten mit höchster Priorität bearbeitet“, sagte der Sprecher. Eine Fertigstellung hielt er im August für realistisch.

ADFC kritisiert, dass Maßnahmen zu lange dauern

Daniel Pepper, Vorstandsmitglied des ADFC, begrüßte grundsätzlich die Pläne. Das sei eine Maßnahme, die durchaus die Sicherheit der Radfahrer erhöhen könne. Allerdings kritisierte er: „Das dauert viel zu lange. Ampelphasen anzupassen, dafür braucht man kein Jahr.“ Zwar seien Abstimmungen zwischen verschiedenen Beteiligten notwendig und an einer Verbesserung der Verwaltungsstruktur werde gearbeitet. „Aber auch das geht nicht schnell genug“, so Pepper.

Ähnlich äußerte sich auch Christoph Grabka, Sprecher der ADFC-Gruppe aus Spandau. Die rote Markierung des Radwegs auf der Fahrbahn zu erneuern oder das Geländer nahe der Kreuzung so anzupassen, so dass die Sichtbeziehung verbessert wird, das hätte schnell passieren können. „Die Sichtbeziehung ist das Wichtigste, um Unfälle zu vermeiden“, sagte Grabka. Gerade an dieser Stelle, wo viele Kinder zur nahen Grundschule fahren.

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