Sperrmüllfest

Neues Projekt gegen Müll in Spandauer Neustadt gestartet

Vor allem Sperrmüll an den Straßen ist in dem Gebiet ein Thema. Künftig soll es ein Vorzeigequartier in Sachen Müllvermeidung werden.

Jugendliche der Jugendfreizeiteinrichtung BDP Koeltzepark waren bei der Aktion "Spandauer Flecken" in der Neustadt dabei. 

Jugendliche der Jugendfreizeiteinrichtung BDP Koeltzepark waren bei der Aktion "Spandauer Flecken" in der Neustadt dabei. 

Foto: BDP Koeltzepark

Berlin.  Von einem Gebiet, in dem vor allem an Straßen abgestellter Sperrmüll ein Problem ist, hin zu einem Quartier, das Vorzeigecharakter in Sachen Müllvermeidung hat - so stellen sich die Verantwortlichen vom Verein „Life“ die Entwicklung der Spandauer Neustadt vor.

Vor kurzem ist in dem Quartiersmanagement-Gebiet das Projekt „Neustadt Null Müll“ gestartet, das bis Ende 2021 läuft und aus Mitteln des Förderprogramms „Soziale Stadt“ finanziert wird. Ziel sei es, die Bewohner nicht nur über eine ordentliche Entsorgung und Vermeidung von Abfall zu informieren, sondern ihnen mit kreativen Aktionen und Veranstaltungen praktisch zeigen, wie Müll reduziert oder vermeintlicher Abfall wieder verwertet werden kann. So erklärt es Projektleiterin Magdalena Adamczyk-Lewoczko.

Und sie kann auch einige Beispiele nennen für Aktionen, die es geben soll. Geplant ist etwa ein „Sperrmüllfest“. An diesem Tag sollen die Menschen mit ihrem Sperrmüll zu einem Platz in der Neustadt kommen können, wo gleichzeitig ein Rahmenprogramm mit Musik, weiteren kulturellen Angeboten, einer Tauschbörse oder Upcycling geplant ist. „Wir sind bereits im Gespräch mit der BSR dazu“, sagt Adamczyk-Lewoczko. Grünes Licht vom Bezirksamt gebe es bereits. „Sperrmüll ist ein sehr großes Problem und wurde auch beim Grünen Tisch immer wieder von den Akteuren genannt“, so die Projektleiterin. Mit dem Fest will man eine neue Herangehensweise probieren, um etwas dagegen zu unternehmen.

Kreative Aktionen wie Upcycling-Workshops sind geplant

Upcycling-Workshops - bei denen also aus alten, scheinbar nutzlosen Gegenständen neue Produkte hergestellt werden - sollen über das Fest hinaus regelmäßig in der Neustadt etabliert werden. Pünktlich zum Lichterfest „Berlin leuchtet“ im Herbst ist etwa geplant, Lichterketten unter anderem aus alten Joghurt-Bechern zu basteln und in der Neustadt aufzuhängen.

Auch das ähnlich angelegte Reparatur-Café, bei denen kaputte Geräte wieder fit gemacht statt weggeworfen werden, soll fortgeführt werden. „Es geht darum, dass solche Angebote ausgebaut und mehr beworben werden“, sagt Adamczyk-Lewoczko. „Es ist die große Herausforderung, dass nicht immer nur die selben Bewohner die Angebote nutzen.“

In das Projekt sollen auch Vereine, Schulen und andere Akteure aus dem Quartiersmanagement-Gebiet einbezogen werden. Vor allem Kinder und Jugendliche - die bereits bei der ersten Aktion, den „Spandauer Flecken“, engagiert waren und Müll mit farbigen Kreidespray markiert haben - wolle man ansprechen, erzählt die Projektleiterin.

Restaurants sollen bei der Müllvermeidung unterstützt werden

Aber auch gastronomische Betriebe will man bei der Müllvermeidung unterstützen, durch Beratungsangebote und Tipps, wie sie etwa mit Mehrwegverpackungen die Abfallmenge verringern können. „Wir wollen hier wirklich viel ausprobieren und eine Strategie für das Quartier entwickeln“, sagt die Projektleiterin. Über den Zeitraum soll ein Konzept entstehen, für das verschiedene Angebote ausgewertet werden und festgehalten wird, was funktioniert hat und was nicht.

Wie Mehrwegverpackungen von Restaurants genutzt werden können, wird übrigens demnächst auch in der Altstadt Spandau getestet: Ab Juni steht dort ein Pfandsystem für Take-Away-Essen im Fokus. Als Pilotunternehmen ist das Restaurant Fadice dabei, bei dem das Essen zum Mitnehmen dann auch in Mehrwegboxen aus verschiedenen Materialien verpackt werden kann. Fünf Euro zahlen Kunden als Pfand pro Box.

Man hoffe natürlich auch, dass sich noch weitere Unternehmen anschließen, so Adamczyk-Lewoczko. Man wolle in jedem Fall Betriebe ansprechen und für das Pfandsystem werben.

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