Stiftung Jona

Projekt zur Berufsorientierung mit 20.000 Euro gefördert

Die Stiftung engagiert sich in Spandau für sozial benachteiligte Jugendliche - und hilft ihnen, einen Weg ins Berufsleben zu finden.

Bei Jonas Berufsorientierungsprojekt lernen die Jugendlichen unter anderem die Arbeit in einer Werkstatt kennen.

Bei Jonas Berufsorientierungsprojekt lernen die Jugendlichen unter anderem die Arbeit in einer Werkstatt kennen.

Foto: Stiftung Jona

Berlin. Die Kinder und Jugendlichen, die ihre Nachmittage und Wochenenden in „Jonas Haus“ in Spandau verbringen, haben häufig alles andere als ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Viele kommen aus dem nahen Kiez Heerstraße Nord, in dem die Kinderarmutsquote und die Zahl der Menschen, die Transferleistungen beziehen, deutlich über dem Berliner Durchschnitt liegen. Die familiäre Situation der Kinder sei oft komplex, heißt es von der Stiftung Jona. Deshalb gehört zur Arbeit in „Jonas Haus“ auch ein Berufsorientierungsprojekt, das den Besuchern beim Start in die Arbeitswelt helfen soll. Dieses Projekt wird nun mit 20.000 Euro von der Falk Stiftung für Gesundheit und Bildung gefördert.

Das Geld soll genutzt werden, um vor allem Personalkosten zu decken, sagt Angelika Bier, Vorsitzende der Stiftung Jona und Gründerin von Jonas Haus. Denn das Projekt sei ziemlich personalintensiv: Täglich werden zwei verschiedene Workshops angeboten, es gibt Nachhilfestunden - auch mit Einzelbetreuung - oder Paten, die Jugendliche weiterbetreuen, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben. „Wir wollen den Teens Türen öffnen und ihnen helfen, auch durch die geöffneten Türen zu gehen“, sagt die Stiftungsvorsitzende.

Betreuung der Jugendlichen geht auch während der Ausbildung weiter

Dabei sei entscheidend, die Jugendlichen immer wieder zu ermutigen - und eben nicht nachzulassen, wenn der Start in die Ausbildung geglückt ist. „Denn dann kommt die nächste Hürde, die Ausbildung auch durchzuhalten“, sagt Bier. Zwischen Betreuern und Besuchern von Jonas Haus geht es dabei auch um Vertrauen und eine gute Beziehung, damit die Arbeit Erfolg hat.

Und Erfolgsgeschichten kann Angelika Bier aber einige nennen. Es gibt Jugendliche, die inzwischen eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen. Ein anderer wird Gärtner, ein weiterer hat einen Ausbildungsplatz in einem Kfz-Betrieb

bekommen. Andere haben durch gemeinsame Besuche bei Jobmessen oder in Betrieben wie der Charité oder dem Hotel Waldorf Astoria Praktikumsplätze gefunden. „Es gibt auch tolle Beispiele von Teens, die mit über 18 Jahren immer noch herkommen und dann Verantwortung übernehmen“, erzählt Bier. Etwa, in dem sie bei Workshops helfen und Wissen aus ihren Ausbildungen weitergeben.

Bei den Workshops stehen vor allem praktische Fähigkeiten im Vordergrund: Die Kinder und Jugendlichen arbeiten unter Anleitung in einer Werkstatt, haben dort etwa schon Stühle oder einen Grill aus einem alten Ölfass hergestellt. Auch einen Fahrradschuppen haben die jungen Besucher der sozialen Einrichtung auf deren Gelände - mit Unterstützung von Profis - gebaut.

Enge Zusammenarbeit zwischen Jonas Haus und Spandauer Sekundarschule

Mit ihrem Berufsorientierungsprojekt arbeitet die Stiftung eng mit der nahen Schule am Staakener Kleeblatt zusammen. Die Mitarbeiter von „Jonas Haus“ sind dort auch regelmäßig in der „bewegten Pause“ vor Ort, um den Sekundarschülern zu zeigen: Es gibt eine Einrichtung, in der sie - kostenlos - Unterstützung bekommen können. Geholfen wird den Jugendlichen dann unter anderem auch beim Schreiben von Bewerbungen und Lebensläufen, bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche oder schlicht dabei, zu sehen, wie viele Berufe es eigentlich gibt. Auch die Sozialkompetenzen will man in „Jonas Haus“ stärken.

Durch die Förderung kann das Jugendprojekt in diesem Jahr nun weiter ausgebaut werden. Und die Falk-Stiftung kündigt bereits an, dass auch bei weiteren Projekten eine Zusammenarbeit vorstellbar wäre. An Angeboten mangelt es in Jonas Haus jedenfalls nicht: Es gibt ein Grundschulprojekt, in Kooperation mit zehn Spandauer Grundschulen, ein Vorschulprojekt mit Flüchtlingskindern und Medientraining für Lehrer und Schüler.

Ein neues Gebäude für „Jonas Kinderwohngruppe“

Ein weiteres Angebot entsteht gerade auf dem Grundstück neben Jonas Haus: Ein neues Gebäude, in dem zehn Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihrer Familie leben können, untergebracht und 24 Stunden am Tag werden können. Im Herbst 2018 war der Baubeginn für „Jonas Kinderwohngruppe“, das Haus steht bereits. Jetzt müssen die Zimmer noch ausgebaut und eingerichtet werden. Planmäßig sollen dann im Sommer die ersten Kinder einziehen.

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