Neubauprojekt

Waterkant wächst - Grundstein für 364 Wohnungen gelegt

Die Arbeiten an dem neuen Wohnquartier in Spandau gehen voran. Die WBM will bis zum April 2021 364 Wohnungen an der Havel bauen.

So sollen die Häuser einmal aussehen, die die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM an der Daumstraße in Spandau baut. 

So sollen die Häuser einmal aussehen, die die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM an der Daumstraße in Spandau baut. 

Foto: Wiechers Beck

Berlin.  Die Arbeiten an dem neuen Wohnquartier „Waterkant“ im Spandauer Ortsteil Haselhorst gehen zügig voran. An diesem Freitag hat die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM den Grundstein für 364 neue Wohnungen gelegt. Der Bauabschnitt befindet sich entlang der Daumstraße, direkt am Havelufer. Insgesamt entstehen in dem Quartier rund 2500 Wohnungen; es ist eines der größten kommunalen Wohnungsbauprojekte in Berlin.

Von den 364 Wohnungen, die die WBM bis April 2021 fertigstellen will, sollen 50 Prozent gefördert und für eine Nettokaltmiete beginnend ab 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Die Durchschnittsmiete soll in dem gesamten Quartier bei unter 10 Euro pro Quadratmeter liegen. Die WBM erfülle damit ihren Auftrag, Berlin mit sozialem Wohnraum zu versorgen, so Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) in einer Mitteilung.

Ehemalige Königliche Pulverfabrik wird saniert

Neben Wohnungen, von denen 150 barrierefrei sein sollen, entstehen im Bauabschnitt der WBM 600 Quadratmeter an Gewerbefläche, Spielplätze in autofreien Gartenhöfen sowie 150 Parkplätze, zum Teil in einer Tiefgarage. Besonders ist auch die denkmalgeschützte ehemalige Königliche Pulverfabrik zu Spandau, die im Zusammenhang mit den Bauarbeiten saniert werden soll. Laut WBM laufen derzeit die Abstimmungen mit der Denkmalbehörde. Denkbar ist, dass die alte Halle künftig für Gastronomie genutzt wird. Sie soll so zu einem Anziehungspunkt über das Quartier hinaus werden. Auch eine öffentliche Uferpromenade wird mitgeplant.

Die ersten 362 Wohnungen im Quartier „Waterkant“ sollen 2020 fertig werden, gebaut werden diese seit vergangenem Sommer von der Gewobag. Außerdem sind in dem Quartier ein Gymnasium, eine Kita, ein Stadtteilzentrum und ein sogenannter Mobilitätshub geplant. In diesem sollen Bewohnern aus dem Gebiet verschiedene Sharing-Angebote von Verkehrsmitteln zur Verfügung stehen - etwa Elektroroller, E-Bikes oder Lastenfahrräder. Die Fertigstellung des gesamten Quartiers wird für 2025 angestrebt.

Straßenbahnlinie soll erst Jahre nach Ende der Bauarbeiten kommen

Als kritisch gesehen wird vor allem die Anbindung des Quartiers an den öffentlichen Nahverkehr. In der Wasserstadt fahren zurzeit nur Busse, die dann die wohl mindestens 4000 neuen Einwohner in dem Gebiet mitversorgen müssten. Der Aufbau einer Straßenbahnlinie durch das Quartier ist laut dem Berliner Nahverkehrsplan zwar geplant, doch bis tatsächlich Bahnen fahren, wird es noch eine Weile dauern. Für die Straßenbahnlinie zwischen Paulsternstraße, Gartenfeld und dem Rathaus Spandau ist eine Inbetriebnahme für 2029 geplant - also vier Jahre nach dem in der Wasserstadt bereits alle 2500 Wohnungen fertig sind.

Auch Gewerbetreibende haben bereits Alarm geschlagen: Ihre Betriebe befinden sich auf dem Gelände eines weiteren Teilabschnitts der „Waterkant“. Weit über 100 Menschen sollen auf dem derzeitigen Gewerbehof arbeiten, der für die Wohnungen und das geplante Gymnasium verschwinden soll. Die Unternehmen kämpfen zurzeit dafür, dass sie doch bleiben dürfen oder Ersatzflächen in Berlin bekommen. Auch die Spandauer Bezirksverordnetenversammlung hat sich für einen Erhalt von möglichst viel Gewerbe am Standort ausgesprochen.

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