Saisonstart

Freilichtbühne Spandau bekommt Fördermittel für Umgestaltung

Am 1. Juni beginnt für die Freilichtbühne an der Zitadelle Spandau die 98. Saison. Was Besucher erwartet und wann der Umbau ansteht.

Die Freilichtbühne an der Zitadelle startet 2019 in die 98. Saison.

Die Freilichtbühne an der Zitadelle startet 2019 in die 98. Saison.

Foto: Kulturhaus Spandau

Berlin. Die gute Nachricht ist kurz vor dem Start in die neue Saison gekommen: Aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz wurden Fördermittel bewilligt, um den Vorplatz der Freilichtbühne Spandau umzugestalten. Auch im Catering- und Toilettenbereich soll sich etwas tun. 53.000 Euro sollen in diesen ersten Teil der Sanierung fließen, der bis zum 100-jährigen Bestehen des Open-Air-Theaters an der Zitadelle im Jahr 2021 abgeschlossen sein soll.

Ziel ist, dass sich Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität des Eingangsbereichs erhöhen, auch die Barrierefreiheit soll sich verbessern. Später soll eine denkmalgerechte Sanierung vom Zuschauerraum, der Bühne und dem Bühnendach folgen. Dass eine Instandsetzung notwendig ist, hängt auch mit den Schäden zusammen, die Sturm Xavier im Oktober 2017 verursacht hat. Eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung, in der verschiedene Varianten erarbeitet wurden, wurde kürzlich fertig gestellt.

An der Studie, sagt Britta Richter, Leiterin des Kulturhauses Spandau und der Freilichtbühne an der Zitadelle, seien sehr viele Personen beteiligt gewesen, bedingt auch durch den Denkmalschutz der Bühne und das umliegende Landschaftsschutzgebiet. Umso zufriedener ist man, dass ein erster Teil der Sanierung vor dem Jubiläum des Theaters erfolgen kann.

Eine der ältesten, durchgängig bespielten Freilichtbühnen Deutschlands

Zunächst aber steht am 1. Juni der Beginn der nächsten Saison an, die 98. ist es inzwischen. „Es ist eine der ältesten Freilichtbühnen in Deutschland, die durchgehend bespielt wurde“, sagt Richter. Viel sei bis heute original erhalten geblieben - einer der Punkte, der die Freilichtbühne an der Zitadelle besonders macht, auch wenn es nun Zeit für Sanierungsarbeiten ist.

Ein weiterer Punkt, der das Theater auszeichnet, ist seine Lage: mitten in der Natur und etwas versteckt von Bäumen umgeben. Laufkundschaft gibt es kaum, „aber die Menschen, die das erste Mal zu uns kommen, sind immer fasziniert“, sagt Richter.

Und nicht zuletzt spricht auch der Erfolg für das Theater. Im vergangenen Jahr habe die Auslastung bei rund 70 Prozent gelegen, „das ist für eine Freilichtbühne wirklich gut“, erzählt die Leiterin. Gerade die Reihe „Umsonst & draußen“, die zum 90. Bestehen des Open-Air-Theaters eingeführt wurde, ist beliebt - teilweise seien bei den kostenlosen Sonntagskonzerten sogar 800 Leute gekommen, obwohl es nur 600 Plätze im Zuschauerraum gibt. Die Menschen hätten dann vom Biergarten aus zugehört, erzählt Richter.

Jeden Sonntag gibt es kostenlose Konzerte

Die „Umsonst & draußen“-Reihe steht auch in diesem Jahr wieder auf dem Programm, jeden Sonntag um 11 Uhr beginnen die Konzerte. Der Favorit aus der Publikumsumfrage im vergangenen Sommer, das Lietzeorchester, wird im August erneut in die Freilichtbühne kommen, andere werden das erste Mal in dem Theater spielen, etwa die Dixiebrothers oder das Ukulelen-Ensemble Uke Academy.

Den Auftakt in die Saison am 1. Juni übernimmt die zehnköpfige Berliner Soul-Band More Town Soul. Das weitere Programm ist abwechslungsreich: Es reicht von Poetry Slam und Comedy über eine Zaubershow bis his zu Schlager, einer Michael Jackson Tribute Show und einer Revue mit Schauspiel und Gesang, durch die der Berliner Schauspieler und Entertainer Julian F. M. Stoeckel führt. Ein persönlicher Höhepunkt für die Bühnen-Leiterin ist das Musical „Der kleine Horrorladen“, das vom Berliner Ensemble „Musikala“ inszeniert wird. „Es ist das erste Mal, dass bei uns ein komplettes Musical gezeigt wird“, sagt Richter.

Bevor der Catering-Bereich umgebaut wird, gibt es übrigens schon in diesem Sommer einen neuen Caterer: Das Lutetia-Bühnen-Bistro ist künftig für die Versorgung der Gäste zuständig. Bekannt ist das Lutetia vielen bereits als Café in der Altstadt Spandau.

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