Stadtentwicklung

Gewobag will 12.000 neue Wohnungen bauen

Das Unternehmen feiert 100-jähriges Bestehen. Bausenatorin Lompscher hat nachgerechnet und will 2000 Wohnungen mehr fertig stellen.

Im Neubaugebiet Waterkant am Ufer der Havel in Spandau errichten die landeseigenen Wohnungsunternehmen Gewobag und WBM gemeinsam  rund 2500 neuen Mietwohnungen.

Im Neubaugebiet Waterkant am Ufer der Havel in Spandau errichten die landeseigenen Wohnungsunternehmen Gewobag und WBM gemeinsam rund 2500 neuen Mietwohnungen.

Foto: Planung 4 Berlin Eike Becker Architekten

Berlin.  Was die Gründer ihr vor 100 Jahren in den Gesellschaftsvertrag schrieben, klingt heute noch so aktuell wie damals: „Die Beschaffung gesunder Wohnungen zu angemessenen Preisen“, heißt es in der Gründungsurkunde vom 14. Mai 1919, sei der ausschließliche Unternehmenszweck der Heimstätten AG, der heutigen Gewobag. An diesem Zweck hat sich nichts geändert, versicherte Gewobag-Vorstand Snezana Michaelis am Dienstag anlässlich der Vorstellung des Festprogramms zum Gründungsjubiläum. „In den nächsten zehn Jahren werden wir unseren Bestand von knapp 63.000 Wohnungen um 15.000 erhöhen“, sagte Michaelis.

Vier Milliarden Euro Investitionsvolumen

12.000 von ihnen sollen neu gebaut, die übrigen 3000 durch Ankäufe in den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft kommen. Rund vier Milliarden Euro werde das Unternehmen in die Bestandserweiterung investieren, ergänzte Markus Terboven, der die Gewobag gemeinsam mit Michaelis leitet. 2018 habe man mit der Errichtung von 1100 Wohnungen begonnen, ein Großteil davon in Lichtenberg und Spandau. In den kommenden zwei Jahren sei der Baubeginn von weiteren rund 5000 Wohnungen geplant.

„Das Ziel ist, bis 2030 80.000 Wohnungen im Bestand zu haben“, so Terboven. Der Vorstand betonte, dass die Gewobag über 100 Jahre hinweg ihrem Vorsatz, Menschen mit geringem Einkommen zu „angemessenen Preisen mit Wohnraum zu versorgen“, treu geblieben sei. So betrage die Durchschnittsmiete der rund 100.000 Gewobag-Mieter 6,09 Euro je Quadratmeter und Monat (nettokalt).

Wohnungsbedarf nach wie vor nicht gedeckt

Zur Vorstellung der Jubiläumsaktivitäten war am Dienstag auch Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) gekommen. Sie betonte, dass die Lösung der Wohnungsfrage heute wie vor 100 Jahren eine der drängendsten Herausforderungen der Stadt sei.

In der vergangen Dekade sind jeweils zwischen 30.000 und 40.000 Menschen jährlich nach Berlin gezogen, im Durchschnitt aber nur rund 6000 Wohnungen errichtet worden. In den letzten beiden Jahren waren es zwar jeweils mehr als 10.000 Wohnungen, doch der tatsächliche Bedarf liegt bei 20.000 Wohnungen.

Senatsverwaltung korrigiert Neubauzahlen nach oben

Im vergangenen Jahr musste Lompschers Verwaltung einräumen, dass es den sechs landeseigenen Gesellschaften nicht gelingen wird, das vom rot-rot grünen Senat gesetzte Ziel von 30.000 neu gebauten kommunalen Wohnungen bis 2021 zu erreichen. Laut der 2018 vorgelegten Zahlen sollten es lediglich knapp 24.019 sein.

Diese Zahl korrigierte die Senatorin am Dienstag nach oben – auf nunmehr 26.149 Wohnungen. Auch die Zahl der Wohnungen, deren Baubeginn bevorstehe, habe noch einmal angezogen. Im Zeitraum von 2017 bis 2021 gehen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften demnach von einem Baubeginn von 31.566 Wohneinheiten aus. „Es ist uns gelungen, durch die Beschleunigung bestehender aber auch durch den Start neuer Projekte die Anzahl der Wohnungen, die bis 2021 fertiggestellt werden, noch einmal deutlich zu erhöhen.

Die Erhöhung des prognostizierten Fertigstellungsvolumens sei auf die Beschleunigung von Vorhaben (1108 Wohnungen), die Aufnahme neuer Projekte (444 Wohnungen in zwei Projekten) sowie die Einbeziehung sogenannter Modularer Unterkünfte (578 Wohnungen) zurückzuführen.

Gewobag wird Sponsor der Wasserfreunde Spandau 04

In den kommenden Wochen soll gemeinsam mit den Mietern und den Berliner das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden. Ab Ende Juni wird es Stadtteilführungen durch sechs Berliner Kieze geben, in denen die Gewobag besonders stark vertreten ist, darunter in Haselhorst (Spandau) am Chamissoplatz (Kreuzberg), am Klausenerplatz (Charlottenburg) am Kollwitzplatz (Pankow), im Bülowkiez (Schöneberg) sowie in der Flusspferdhofsiedlung (Lichtenberg). Das Angebot ist kostenfrei und erfolgt über die Anmeldung www.gewobag.de. Zudem wird es ein Quartiersfest in Schöneberg (13.-15. September) sowie „den Tag der Kleinen Baumeister 2019“ am 3. Juli 2019 auf dem Gelände des Neubaugebietes Waterkant in Spandau geben.

Anlässlich des Jubiläums hat sich das Unternehmen auch noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen: „Wir werden Hauptsponsor der Wasserfreunde Spandau 04“, sagte Terboven. Der Vertrag gelte vorerst für zwei Jahre, im Fokus der Partnerschaft stünden soziale Projekte wie das Kitaschwimmen und Schwimmkurse für Flüchtlingskinder.