Naturschutz

Wasserbüffel sollen Spandauer Wiese pflegen

Vor kurzem sind die Tiere auf der geschützten Wiese im Ortsteil Staaken eingetroffen. Sie sollen helfen, die Artenvielfalt zu erhöhen.

Die Orchideenwiese in Spandau wird seit kurzem unter anderem von Wasserbüffeln gepflegt.

Die Orchideenwiese in Spandau wird seit kurzem unter anderem von Wasserbüffeln gepflegt.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Wer seinen Kleingarten in der Spandauer Kolonie Hasenheide hat, hat ab sofort einen interessanten Ausblick: Auf der angrenzenden „Orchideenwiese“ leben seit dieser Woche drei Wasserbüffel, demnächst sollen auch noch bis zu zehn Schafe und drei Ziegen hinzukommen. Sie sollen helfen, die geschützte Wiese wieder in einen besseren Zustand zu versetzen und die Artenvielfalt dort zu erhöhen.

Die Wiese an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße im Spandauer Ortsteil Staaken wurde bereits 1972 unter Schutz gestellt, das Umwelt- und Naturschutzamt Spandau verweist dabei auf die „ökologische Qualität“ der Fläche. Allerdings sei die Pflanzenvielfalt in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Auch die beiden Tümpel haben gelitten, die Bedingungen für Frösche und Molche haben sich dadurch verschlechtert. Zuletzt waren die Tümpel und einige andere Bereiche der Wiese Lebensräume von Kammmolchen, Teichmolchen und Teichfroschen.

Tatsächlich macht die „Orchideenwiese“ zurzeit einen eher ungepflegten Eindruck. Das soll sich mit den Wasserbüffeln und einer Beweidung, die speziell an die auf der Wiese lebenden Tiere angepasst ist, aber nun ändern.

Andere Flächen in Spandau werden bereits beweidet

„Durch die unterschiedlichen Einwirkungen der Pflanzenfresser auf die Vegetation und den Boden, wird sich die Artenvielfalt erhöhen und die Attraktivität der Landschaft wieder steigern“, teilt das Spandauer Umwelt- und Naturschutzamt mit. Der Bezirk habe bereits auf anderen Flächen mit der Beweidung gute Ergebnisse erzielen können. Unter anderem Wiesen am Hahneberg oder in Tiefwerder werden von Tieren gepflegt.

Je nach Wetterentwicklung, könnten die Tiere auf der „Orchideenwiese“ bis November bleiben. Ein Monitoring, heißt es aus dem Amt, soll die Maßnahme begleiten und überprüfen, wie sich die Fläche im Beweidungszeitraum entwickelt. Bei einer guten Pflege der Fläche geht das Amt davon aus, dass sich die „Orchideenwiese“ - die daher auch ihren Namen hat - künftig wieder als Standort von Orchideen eignen würde.

Aufenthaltsqualität des Grünzugs soll verbessert werden

Dass die Fläche nun beweidet wird, steht auch vor dem Hintergrund, dass der gesamte Park, zu dem die Orchideenwiese gehört, aufgewertet werden soll. Ein Landschaftsarchitekturbüro erarbeitet im Auftrag des Umwelt- und Naturschutzamtes Spandau derzeit eine Machbarkeitsstudie zum „Egelpfuhlgraben-Grünzug“. Ziel sei es, den Grünzug erlebbar zu machen und die Aufenthaltsqualität für Besucher zu erhöhen, heißt es aus dem Amt. Die „Orchideenwiese“ soll zukünftig nicht nur gepflegter sein, sondern auch besser an die Umgebung angebunden werden.

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