Quartiersmanagement

Stadtteilladen an der Obstallee muss Fläche räumen

Bislang konnte das Quartiersmanagement eine Fläche im Staaken-Center günstig nutzen. Nun wird nach einem neuen Ort gesucht.

Der Stadtteilladen des Quartiersmanagements Heerstraße Nord musste aus dem Staakencenter ausziehen.

Der Stadtteilladen des Quartiersmanagements Heerstraße Nord musste aus dem Staakencenter ausziehen.

Foto: Jessica Hanack / BM

Berlin.  Im vergangenen Jahr konnte der Auszug noch abgewendet werden, nun ist es aber doch passiert: Der Stadtteilladen vom Quartiersmanagement im Kiez Heerstraße-Nord musste seine Fläche im Staaken-Center kurz vor Ostern räumen.

Bislang konnte das Quartiersmanagement den Laden kostenfrei nutzen. Dort wurden unter anderem Deutschkurse angeboten, Initiativen und Nachbarschaftsgruppen haben den Raum für Treffen oder Veranstaltungen genutzt. Und auch die vom Bezirksamt Spandau beauftragte Mieterberatung für Staaken fand im Stadtteilladen statt.

„Das Quartiersmanagement hätte die Räume gerne weitergenutzt und hat sich als Mietinteressent beim Centermanagement bzw. bei den Eigentümern eingebracht und nach Aufforderung ein eigenes Angebot für einen regulären Mietvertrag gemacht“, teilten die Mitarbeiter des Quartiersmanagements mit.

Das Angebot sei jedoch nicht akzeptiert worden. Mehr zu zahlen, sei für das Quartiersmanagement aber nicht möglich, sagte Christian Porst aus dem Team, der betonte, dass man dennoch dankbar sei, dass die Fläche für die vergangenen fünf Jahre zur Verfügung stand.

Quartiersmanagement hofft, neuen Standort zu finden

Trotzdem gab es für die Mitarbeiter nun die Herausforderung, für die vielen Angebote neue Standorte zu finden. Im gegenüberliegenden Stadtteilzentrum seien die Kapazitäten schon jetzt knapp, weil es viele Menschen gibt, die die Räume nutzen wollen. Dennoch konnten dort zunächst die Sprechstunden - die gut besucht seien, wie das Quartiersmanagement betont -, Beratungsangebote und Treffen des Quartiersrats dorthin verlagert werden. Eltern-Deutschkurse der Volkshochschule finden künftig im Kik-Kinderclub an der Obstallee statt.

Eine Dauerlösung soll das aber nicht sein. „Wir werden weiter nach einem zentralen Standort suchen“, sagte Porst. Man hoffe auf bezahlbare Konditionen und eine gute Sichtbarkeit des Ladens, um viele Menschen auf die Angebote aufmerksam zu machen - so wie es bislang im Staaken-Center der Fall war.

Nachfolger für den Stadtteilladen ist noch nicht bekannt

Welcher Mieter nun anstelle des Stadtteilladens in das Einkaufszentrum einziehen soll oder wer Interesse an der Fläche hat, ist noch nicht bekannt. Das Center-Management ließ eine Anfrage der Berliner Morgenpost bislang unbearbeitet. Das Quartiersmanagement hofft, dass es ein für die Bewohner und Familien im Gebiet nützliches Angebot sein wird.

Der Stadtteilladen an der Obstallee hat im Staaken-Center seit 2014 existiert. Ärger gab es im vergangenen Sommer, als bei dem Einkaufscenter die Anfrage vom Wettanbieter tipico einging, der die Ladenfläche mieten wollte. Die Empörung bei den Anwohnern war groß, die eine Destabilisierung des ohnehin sozial schwierigen Gebiets befürchteten.

Mit verschiedenen Aktionen und einer Unterschriftensammlung hatten sich die Bewohner gewehrt. Am Ende war der Wettanbieter von seinem Vorhaben zurückgetreten. Eine Genehmigung für ein Wettbüro hätte es aber ohnehin wohl nicht gegeben, weil sich in dem Einkaufszentrum bereits eine Spielhalle befindet.

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