Sanierungsarbeiten

Platzmangel im Rathaus: Ausweichquartiere werden teuer

Für Miet- und Betriebskosten fallen monatlich weit über 100.000 Euro an. Für bis zu zehn Jahre sollen Abteilungen ausquartiert werden.

Das Rathaus in Spandau soll umfassend saniert werden. Abteilungen werden dazu andernorts untergebracht.

Das Rathaus in Spandau soll umfassend saniert werden. Abteilungen werden dazu andernorts untergebracht.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/BM

Berlin. Der Platz im Rathaus Spandau ist knapp, zudem stehen Sanierungsarbeiten an. Die Folge: Mitarbeiter und Abteilungen müssen ausquartiert werden. Das wird für den Bezirk in den kommenden Jahren allerdings teuer. Rund 140.000 Euro werden monatlich für Miet- und Betriebskosten anfallen, wenn im Mai und Juni weitere Ämter an anderen Standorten untergebracht werden. Das geht aus der Antwort vom zuständigen Bezirksstadtrat Andreas Otti (AfD) auf die Anfrage von Lukas Schulz (SPD) hervor. Insgesamt für knapp 300 Bezirksamtsmitarbeiter müssen Büros außerhalb des Spandauer Rathauses gefunden werden.

Demnach soll kommenden Monat das Schul- und Sportamt ausziehen und für die kommenden zehn Jahre im Carossa-Quartier in Hakenfelde untergebracht werden. 51 Mitarbeiter sollen dann von dort aus arbeiten, knapp 30.000 Euro werden im Monat dafür fällig. Im Juni sollen das Straßen- und Grünflächenamt sowie das Umwelt- und Naturschutzamt das Rathaus verlassen und in den WebTower in der Siemensstadt ziehen. Auch dort sollen die insgesamt rund 160 Mitarbeiter zehn Jahre bleiben. Kostenpunkt: Monatlich gut 74.000 Euro.

Erste Ausweichquartiere sind bereits bezogen

Bereits im vergangenen Jahr sind erste Fachbereiche aus dem Spandauer Rathaus ausgezogen, zum Einen Abteilungen des Jugend- und Gesundheitsamt, die sich schon seit März 2018 im Carossa-Quartier befinden, zum Anderen das Hochbauamt, das Räume im Spiegelturm am Bahnhof Stresow bezogen hat. Grund für letzteren Umzug waren Bauarbeiten am Dach, die den südlichen Teil des Rathauses betreffen. Auch diese Ausweichquartiere sind für eine Dauer von zehn bzw. fünf Jahren vorgesehen.

Zuständig für das Büroflächenmanagement ist die Liegenschaftsverwaltung in Spandau, ein Flächenkonzept werde derzeit erarbeitet, heißt es in der Antwort von Stadtrat Otti. „Es befindet sich noch im Abstimmungsprozess.“ Ende 2018 hatte Otti auch angekündigt, dass der Ankauf von guten Bestandsgebäuden als eine Alternative zum Neubau geprüft werden müsse, um den Bedarf an Büroräumen auf lange Sicht decken zu können.

20 Millionen Euro für die Sanierung des Spandauer Rathauses

Im vergangenen Jahr hatte der Berliner Senat beschlossen, 20 Millionen Euro für die Sanierung des Spandauer Rathauses und den Neubau eines Bürogebäudes zur Verfügung zu stellen, mögliche Flächen dafür wurden bereits geprüft. Das Geld kommt aus dem Sondervermögen Infrastruktur wachsende Stadt und Nachhaltigkeit (Siwana).

Nach einem jahrelangen Sanierungsstau sollen die Fördermittel unter anderem in den Brandschutz, die Sanierung von etwa zwei Drittel des Rathausdachs und in Barrierefreiheit investiert werden. Eine Machbarkeitsstudie dazu, wie das Rathaus künftig genutzt und umgebaut werden kann, steht kurz vor dem Abschluss und soll in nächster Zeit im Bezirksamt und in der Bezirksverordnetenversammlung vorgestellt werden.

Schon im vergangenen Frühjahr hatte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) auch darauf hingewiesen, dass wegen des Personalzuwachses große zusätzliche Büroflächen auf dem freien Markt angemietet werden müssten, bei stark steigenden Mieten. Bleibt es bei den nun von Stadtrat Otti angegebenen Kosten würden sich die Ausgaben für die Ausweichquartiere in den kommenden Jahren auf insgesamt mehr als zehn Millionen Euro belaufen.

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