Flüchtlinge

Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne bleibt vorerst Ankunftszentrum

Sukzessive erfolgt aber ein Umzug nach Reinickendorf. Schon im April könnte die Kaserne leer sein.

Die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Berlin-Spandau wird noch als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt.

Die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Berlin-Spandau wird noch als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt.

Foto: Reto Klar

Berlin. Die frühere Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau wird seit Anfang des Jahres als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt, soll aber schon in den kommenden Wochen sukzessive freigezogen werden. Das kündigten Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) und Michael Hilbold vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten bei einer Bürgerversammlung in der Spandauer Wilhelmstadt an.

Voraussichtlich ab April, so Hilbold, wird das zentrale Berliner Ankunftszentrum vollständig auf das Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf verlegt. Das neue, mit modularen Bauteilen errichtete Gebäude soll zwar erst bis Ende des Jahres stehen, vorher werden aber bereits Bestandsgebäude genutzt. Nach der Verlegung sei die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne nur noch ein „Rückfallort“, erklärte Hilbold, falls die Flüchtlingszahlen steigen oder ein Aufnahmestopp für eine andere Unterkunft verhängt werden muss, etwa wegen ansteckender Krankheiten.

Derzeit leben noch rund 170 Flüchtlinge in der Kaserne

Eigentlich sollte die Spandauer Kaserne, die in den vergangenen Jahren als Notunterkunft genutzt wurde, schon bis Ende 2018 geräumt werden. Um Flüchtlinge im Ankunftszentrum in den Hangars des alten Flughafens Tempelhof möglichst nicht mehr oder nur noch sehr kurz unterzubringen, entschied man sich aber, die Spandauer Kaserne als Übergangslösung weiter zu nutzen. Denn die Bedingungen im Flughafen seien „fürchterlich“ gewesen, sagte Senatorin Breitenbach.

Wie Erich Esser, Geschäftsführer des Betreiber-Unternehmens Prisod, sagte, leben derzeit rund 170 Flüchtlinge in der früheren Kaserne - also bereits deutlich weniger als Anfang des Jahres. Damals waren es noch rund 600 Bewohner. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Geflüchteten, bis Untersuchung und Registrierung abgeschlossen sind und sie in eine Gemeinschaftsunterkunft umziehen, liege bei zwei bis drei Tagen.

Genutzt werden kann die ehemalige Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne bis maximal Ende des Jahres. Dann wolle die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Grundstück und Gebäude zurück, so Breitenbach. Vorgesehen ist, dass Bundespolizei, SEK und Zoll dort einziehen. Ab 2021 soll der Umbau starten, rund 300 Millionen Euro werden investiert. Mitte dieses Jahres beginnen voraussichtlich die konkreten Planungen dafür.

Kaufverhandlungen zum Waldschluchtpfad laufen noch

Insgesamt leben in Spandau zurzeit noch rund 1800 Flüchtlinge, gut 400 Plätze in Unterkünften sind nicht belegt. Geplant ist, die bisherige Erstaufnahme-Einrichtung am Waldschluchtpfad in Hohengatow in eine dauerhafte Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge mit besonderen Bedürfnissen umzuwandeln, etwa weil sie stark traumatisiert sind oder körperliche Einschränkungen haben.

Doch die Planungen stocken. Denn Eigentümer des Areals ist zurzeit noch Vivantes, die Kaufverhandlungen mit dem Land ziehen sich. Und bevor der Verkauf nicht abgeschlossen ist, will das Land nicht in einen notwendigen Umbau investieren. Wenn alles geklärt ist, kündigte Hilbold an, werde aber zügig mit dem Umbau begonnen.

Mehr über den Bezirk Spandau lesen Sie hier.