Kommentar

Mehr Unterstützung für Spandauer Jugendliche ist notwendig

Zu wenige Jugendfreizeiteinrichtungen in Spandau. Initiativen wie "I Am Jonny" sollten mehr unterstützt werden, findet unsere Autorin.

Foto: pa/Montage BM

Berlin. Spandau braucht mehr Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen. Das ist nicht nur eine Meinung, sondern ein Fakt: Pro 100 Einwohner sollte es im Bezirk eigentlich 11,4 Plätze in solchen Einrichtungen geben. Tatsächlich sind es in Spandau laut Zahlen des Jugendamts nur 4,7 Plätze. Rechnerisch bleiben also mehrere Tausend Kinder und Jugendliche unversorgt.

Die fehlenden Treffpunkte für junge Spandauer wurden schon mehrfach beklagt, sei es von Straßen-Sozialarbeitern oder von den Jugendlichen selbst. Umso mehr muss eine Initiative wie „I Am Jonny“ unterstützt werden, wenn sie plant, einen solchen Treffpunkt zu schaffen.

Immer mehr Jugendliche und Kinder werden nach Spandau ziehen

Zwar plant auch der Bezirk mehrere neue Einrichtungen. Doch bis diese fertig sind, wird es noch dauern. Der Neubau vom „Wildwuchs“ in der Wilhelmstadt verzögert sich seit Monaten wegen immer neuer baulicher Probleme – in der Zwischenzeit werden die Kinder und Jugendlichen in Containern betreut. Andere Einrichtungen sind zu klein, in die Jahre gekommen und in ihrer Ausstattung nicht mehr zeitgemäß, urteilte das Bezirksamt im vergangenen Jahr selbst.

Die Unterversorgung gewinnt zudem an Bedeutung, als dass in den kommenden Jahren bedingt durch die vielen Wohnungsprojekte Tausende weitere Kinder und Jugendliche nach Spandau ziehen werden. Dann darf nicht nur an Kitas und Schulen gedacht werden. Es werden auch Orte gebraucht, wo die Neu-Spandauer ihre Freizeit verbringen können. Und zwar nicht erst Jahre, nachdem die Wohnungen fertig sind.

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