Berlin-Spandau

Bezirksbürgermeister fordert schnelleren Schulbau

Schülerzahlen in Spandau sollen um 30 Prozent steigen. Die Befürchtung: Mit den jetzigen Planungen werden die Neubauten zu spät fertig.

Spandau braucht dringend neue Schulen. 

Spandau braucht dringend neue Schulen. 

Foto: Frank Molter / dpa

Berlin. Die Zeit drängt in Spandau: In den kommenden Jahren sollen die Schülerzahlen nach Angaben des Bezirks um 30 Prozent steigen. Werden keine neuen Schulen gebaut, dann werden im Oberstufenbereich bis zum Jahr 2024 mehr als 2000 Schulplätze fehlen, im Grundschulbereich sind es noch mehr. Um den Schulneubau voranzutreiben, hat der der Bezirk nun den Rahmenvertrag mit der der Wohnungsbaugesellschaft Howoge unterschrieben, die in Spandau unter anderem den Bau einer Gemeinschaftsschule auf der Insel Gartenfeld und die Erweiterung der Sekundarschule an der Jungfernheide um eine Grundstufe übernehmen soll.

Allerdings sagt Bezirksbürgermeister und Schulstadtrat Helmut Kleebank (SPD) auch: Mit den aktuellen Schulbaukapazitäten der Howoge entstehen die neuen Einrichtungen in Spandau zu spät. Mindestens sechs neue Schulen sind im Bezirk geplant, hinzu kommen mehrere große Erweiterungen, durch die bestehende Schulen künftig deutlich mehr Kinder und Jugendliche aufnehmen sollen. "Ich sehe schon jetzt, dass unser Tempo nicht reicht", sagt Kleebank. Gerechnet wird damit, dass die meisten neuen Schüler bedingt durch die Wohnungsneubauprojekte bereits in fünf Jahren im Bezirk leben. Rund fünf bis sechs Jahre, so Kleebank, würde es auch von der Planung bis zur fertigen Schule dauern - allerdings sollen manche Planungen erst in einigen Jahren beginnen. "Wir müssten dringend schon jetzt mit den Schulneubauten starten", sagt der Bezirksbürgermeister.

Kleebank schlägt Einbindung weiterer Wohnungsbaugesellschaft vor

Kleebank fordert deshalb vom Senat, entweder die Howoge zu beauftragen, die Schulbaukapazitäten deutlich zu erhöhen, oder aber eine zweite Wohnungsbaugesellschaft, etwa die Gewobag, einzubinden. "Nur so kann eine größere Zahl Schulstandorte parallel geplant und gebaut werden", sagt der Schulstadtrat. Vorgesehen ist derzeit, dass die Howoge berlinweit 30 Schulen – überwiegend weiterführende Schulen – neu bauen und zehn Schulen sanieren soll. Pro Jahr will das Wohnungsbauunternehmen voraussichtlich zwei Sanierungsvorhaben und zwei bis vier Neubauten angehen.

In Spandau wurde in der Bezirksverordnetenversammlung bereits im Dezember ein Antrag der CDU beschlossen, wonach das Bezirksamt sich bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen soll, dass Planung und Bau von neuen Schulen beschleunigt werden. Erreicht werden sollte das über "befristete Sonderregelungen im Baurecht". "Wir müssen in der Tat schneller bauen, die Howoge muss flexibler werden", sagt Thorsten Schatz, Sprecher der CDU-Fraktion. "Es dauert zu lange bis die Schulen da sind - selbst die, die in der Schnellbauweise gebaut werden sollen." Kritik übt er aber daran, dass die Forderung von Kleebank erst zum jetzigen Zeitpunkt kommt. Dass der Schulneubau zu lange dauere, hätte der Bezirksbürgermeister bereits merken können, als das jetzige Konzept mit der Howoge in der Diskussion war, so Schatz. "Herr Kleebank hat das die letzten Jahre verschlafen."

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