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Spandau 04

Wasserballer sollen Arena in Spandau bekommen

Der Berliner Senat plant eine neue Halle auf dem Gelände des Schwimmbads Spandau-Süd. Kalkuliert wird mit 20 Millionen Euro.

Die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 sollen eine neue Arena bekommen. 

Foto: Michael Hundt / Matthias Koch / imago/Matthias Koch

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Berlin. Es ist viele Jahre her, dass die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 tatsächlich in ihrem Heimatbezirk gespielt haben. Doch das könnte sich bald ändern. Denn nachdem sich die Bezirksverordnetenversammlung, der Bezirkssportbund und andere dafür eingesetzt haben, könnte Spandau tatsächlich eine neue Wasserball-Arena bekommen. Auf Anfrage des Spandauer CDU-Abgeordneten Peter Trapp teilte Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD) kürzlich mit: „Der Senat plant auf dem Gelände des Kombibades Spandau-Süd die Errichtung einer Wasserballarena.“

Genutzt werden soll die neue Halle allerdings nicht nur von den Wasserball-Mannschaften der Wasserfreunde, sondern auch für den Schwimmunterricht. Für Trapp wäre der Bau einer neuen Schwimm- und Wasserballhalle in Spandau in jedem Fall ein richtiger Schritt. „Ich glaube, dass das absolut Sinn macht, weil Spandau wächst“, sagt er. Grund sind die vielen Neubauprojekte im Bezirk, in deren Zusammenhang auch mehrere neue Grundschulen geplant sind – deren Schüler sollen alle in der dritten Klasse schwimmen lernen.

Zudem, betont Trapp, seien die Kosten für die Arena in Spandau deutlich geringer als die, die für die neuen Schwimmbäder in Pankow und Mariendorf eingeplant seien. Zum jetzigen Zeitpunkt rechnet der Senat damit, dass in die Wasserball-Arena rund 20 Millionen Euro investiert werden müssten. In Pankow und Mariendorf wird jeweils mit rund 30 Millionen Euro kalkuliert.

Die Idee, im Bezirk eine neue Schwimmhalle zu bauen, die zudem Spielort für die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 ist, habe es schon vor einigen Jahren gegeben, sagt Joachim Schensick. Der Spandauer engagiert sich im Bezirkssportbund, außerdem bei den Wasserfreunden Spandau 04. Er hat das Vorhaben initiiert. „Wir haben den Plan für die Arena fix und fertig“, sagt er.

Flächen zum Schwimmen sind in Spandau knapp

Dass neue Kapazitäten zum Schwimmen geschaffen werden, sei dringend notwendig. „Andere Bezirke haben pro Einwohner sieben bis neun Quadratmeter zum Schwimmen zur Verfügung. In Spandau sind es nur drei“, sagt Schensick. Mit dem Kombibad Spandau-Süd und dem mehr als 100 Jahre alten Stadtbad Spandau-Nord gibt es im wachsenden Bezirk nur zwei öffentliche Hallenbäder. Die Folge: Die Zeiten für den Schwimmunterricht seien knapp, für Kurse gebe es lange Wartezeiten.

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Auch der Landessportbund hatte in einem Brief die Pläne unterstützt, im Bezirk einen neuen Schwimmstandort zu schaffen. Ein solches Projekt könne nicht früh genug starten, insbesondere da durch Sanierungsarbeiten Schwimmbäder schließen müssen und sich die Knappheit an Wasserflächen so weiter verschärfe, schrieb Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes.

Betroffen von den Sanierungsarbeiten ist auch die derzeitige Heimstätte der Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04, die Sport- und Lehrschwimmhalle in Schöneberg. Diese soll wegen der Sanierung voraussichtlich 2020 schließen, so Hagen Stamm, Präsident des Vereins. Wo sie dann spielen sollen, sei noch unklar. Und schon jetzt, sagt Stamm, seien die Trainingsflächen knapp. „Es gibt einen großen Wettbewerb um die Wasserflächen“, so der Vereinspräsident.

Arena soll knapp 1000 Sitzplätze haben

Dass sie eine Wasserball-Arena bekommen, sei ihnen zum ersten Mal 1986 versprochen worden. Deshalb wäre es nun an der Zeit, das Versprechen endlich umzusetzen. Immerhin waren die Wasserballer mehr als 30 Mal deutscher Meister. „Wir sind in Berlin der erfolgreichste Verein in Sachen Ballsport. Das wäre eine tolle Belohnung dafür“, sagt er. Zumal es neben der erfolgreichen Herrenmannschaft seit kurzem auch ein Frauenteam gibt , das in der ersten Bundesliga spielt. In der neuen Halle, so Stamm, auch große internationale Spiele stattfinden. Laut den Plänen des Initiators Schensick soll die Arena knapp 1000 Sitzplätze bekommen. Eine neue Maschinenanlage wäre für ihren Betrieb nicht notwendig, diesen könnten die bestehenden Maschinen aus dem Kombibad Spandau-Süd mitübernehmen.

Einen Zeitplan, bis wann die neue Wasserball-Arena entstehen soll, gibt es aber noch nicht. Auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt. Ob die Kosten über Mittel des „Sondervermögens In­frastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds“ (Siwana) getragen werden können, „bedarf der parlamentarischen Beratung“, heißt es in der Antwort von Dzembritzki.

Am Donnerstagnachmittag gab es eine Besprechung von Berliner Bäderbetrieben, Senat und Bezirk zu der Arena. „Alle sehen den Bedarf“, sagt Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD). „Wir prüfen jetzt alle erforderlichen Punkte, um bei der Beantragung der Mittel erfolgreich zu sein.“ Auch Kleebank betont, dass der neue Standort durch die wohl um ein Drittel steigenden Schülerzahlen benötigt werde, zudem könnte die neue Halle die Möglichkeiten für das Kita-Schwimmen erweitern. Das sei wichtig, denn: „Auch in Spandau gibt es eine große Zahl an Schülern, die Ende der dritten Klasse noch nicht schwimmen können.“

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