Berlin-Spandau

Schüler produzieren Hörspiele für mehr Umweltbewusstsein

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Um das Umweltbewusstsein zu steigern, haben Schüler der Lynar-Grundschule in der Spandauer Neustadt Hörspiele zu dem Thema aufgenommen. 

Um das Umweltbewusstsein zu steigern, haben Schüler der Lynar-Grundschule in der Spandauer Neustadt Hörspiele zu dem Thema aufgenommen. 

Foto: Melanie Stiewe

Müll ist in der Neustadt seit Jahren ein Problem. Mit kreativen Projekten sollen Kinder wie Erwachsene für mehr Sauberkeit sensibilisiert werden.

Berlin. Was die Vermüllung angeht, ist die Neustadt in Spandau ein Problem-Ortsteil. Das Ordnungsamt bekommt aus diesem Bereich besonders viele Hinweise von Bürgern, die Abfall oder Sperrmüll an den Straßen betreffen. Schon seit Jahren arbeitet das Quartiersmanagement mit dem Verein "Life" und der Agentur "StadtMuster" deshalb daran, das Umweltbewusstsein der Anwohner zu stärken und nachhaltig mehr Sauberkeit im Kiez zu bewirken. Ein Projekt davon: die Hörspielreihe "Leni entdeckt die Spandauer Neustadt", die Grundschüler aus dem Kiez zusammen mit der Agentur "StadtMuster" produzieren und entwickeln.

"Ziel der Hörspielreihe ist es, Kindern und ihren Familien auf kindgerechte Art zu vermitteln, wie man seine Umwelt sauber halten kann und warum das so wichtig ist", erklärt Melanie Stiewe von der Agentur. Vor kurzem wurden drei neue Hörspiele fertiggestellt.

Die Berlinerin hat bereits in der Vergangenheit mit der Lynar-Grundschule aus dem Kiez zusammengearbeitet, etwa um das Image der Neustadt aufzuwerten. Immer mit dabei: ihre Hündin Leni. Mit ihr habe sie schon immer ein Projekt machen wollen, sagt Stiewe. "Ich habe dann mit den Kindern überlegt, worauf sie Lust hätten und wir sind dann auf die Hörspiele gekommen." Der Vorteil laut Stiewe: Durch die CDs könne man viele Menschen erreichen, denn diese werden kostenlos in Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen in der Neustadt verteilt.

Gearbeitet hat Stiewe mit Schülern der vierten bis sechsten Klasse, die nicht nur die Geschichten mitentwickelt, sondern auch Sprechrollen übernommen haben. "Alle Kinder können sich Charaktere aussuchen", erklärt die Agentur-Inhaberin. "Bei manchen Ideen habe ich gedacht, das kriege ich nie hin. Aber am Ende klappt es immer."

Charaktere in Hörspielen setzen sich für die Umwelt ein

Inhaltlich werden in den Hörspielen fiktive Geschichten erzählt, hinter denen aber immer der Gedanke der Wissensvermittlung steckt. So setzen sich Hündin Leni und ihre Freunde für den Erhalt der Umwelt ein, lernen, wie herumliegender Abfall der Natur schadet und erfahren auf einem Recyclinghof, was später mit dem Müll passiert. Rund 20 Minuten dauern die Hörspiele, die in einem professionellen Tonstudio produziert werden. Neben den Schülern haben auch Stiewe selbst und Lehrer der Grundschule Sprechrollen übernommen.

Unter den Schülern seien schon manche Naturtalente gewesen, sagt Stiewe. "Es ist schön zu sehen, wie manche, die anfangs schüchtern sind, im Tonstudio richtig aufblühen." Aber, betont sie, am Ende geht es vor allem darum, dass die Kinder bei dem Projekt etwas lernen. "Wenn Kinder die Hörspiele hören, bleibt etwas hängen", ist Stiewe überzeugt.

Organisatorin hofft auf Fortsetzung des Projekts

Dass die Hörspiele etwas bewirken können, meint auch Fulya Kalyoncu, Lehrerin an der Lynar-Grundschule. "Die Schüler erfahren nicht nur selbst etwas über die Umwelt, sondern geben ihr Wissen auch an andere Kinder weiter", sagt sie. Im normalen Unterricht sei Umwelt oft nur ein Randthema, weil zu viel anderes im Lehrplan stehe. "Aber gerade in dieser Gegend ist das Thema wichtig", meint die Lehrerin. Oft genug würden in Schulnähe alte Matratzen oder anderer Müll liegen. Die Schüler können durch die Hörspiele früh zu mehr Verantwortungsbewusstsein hingeführt werden. Daneben überzeugt Kalyoncu auch die Art des Projekts mit seinen Besuchen im Tonstudio. "Das tut den Kindern sehr gut", sagt die Lehrerin. "Außerschulischer Unterricht ist so wichtig, gerade an Brennpunktschulen."

Wegen des großen Erfolgs hofft Stiewe, künftig weitere Hörspiele produzieren zu können. Das Projekt ist allerdings Ende 2018 ausgelaufen, neue Fördermittel gibt es bislang nicht. Doch noch hat sie Hoffnung. "Ich würde gerne weitermachen", sagt die Agentur-Inhaberin.

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