S-Bahnverkehr eingestellt

S-Bahn-Ausfall in Spandau kam für viele überraschend

Der S-Bahn-Verkehr zwischen Spandau und Westkreuz ist seit Montagmorgen eingestellt. Viele Reisende wussten davon vorher nichts.

Noch bis zum 17. Januar ist der S-Bahnverkehr auf den Linien S3 und S9 eingestellt.

Noch bis zum 17. Januar ist der S-Bahnverkehr auf den Linien S3 und S9 eingestellt.

Foto: Jessica Hanack

Berlin. Der erste Tag nach den Weihnachtsferien beginnt in Spandau mit Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr: Seit dem frühen Morgen fahren dort keine S-Bahnen mehr. Die Linien S3 und S9 fallen zwischen den Stationen Spandau und Westkreuz aufgrund einer Umstellung auf ein neues Zugsteuerungssystem aus.

Für einige kam das überraschend. Ratlos standen am Morgen Schüler und Berufstätige vor den S-Bahn-Gleisen. „Wir wussten von nichts“, sagte ein Mann, der zum Flughafen Schönefeld wollte. Auch an einem Spandauer war der Ausfall der S-Bahnen unbekannt. „Der Informationsfluss lässt zu wünschen übrig“, sagte er. Am Freitag hätte es noch keine Hinweisschilder auf die Bauarbeiten gegeben – sonst wäre er rechtzeitig für die Regionalbahn nach Südkreuz gekommen. „Es waren Ferien und dann machen sie hier so eine Baustelle auf. Das ist eine Katastrophe“, empörte er sich. Zur Arbeit werde er nun zu spät kommen.

Denn für Fahrgäste gibt es zwar einen Ersatzverkehr mit Bussen. Der braucht für die Strecke bis Westkreuz allerdings beinahe doppelt so lange wie die S-Bahn. Wer weiter in die Stadt will, kann auf die Regionalbahnen ausweichen. Doch die sind bekanntermaßen ohnehin überlastet. Auf den Gleisen am Bahnhof sammeln sich schon ohne zusätzliche Fahrgäste an Wochentagen zahlreiche Berufstätige, auch am Montag warten über beinahe die gesamte Länge des Bahngleises Menschen auf die Bahn. In den Gängen der Züge drängen sich um halb acht die Menschen.

An der Information im Bahnhof Spandau erkundigen sich derweil immer wieder Menschen nach dem Weg zum Ersatzverkehr und Alternativen. Zusätzlich stehen Mitarbeiter der Deutschen Bahn bereit, um Fahrgästen, die mit den S-Bahnen fahren wollen, zu helfen. Bislang sei es ruhig geblieben, sagt eine Mitarbeiterin. Großes Chaos habe es noch nicht gegeben. Die Ersatzbusse sind derweil nur zum Teil voll. Allerdings fahren mehrere von ihnen schon in Spandau mit Verspätung los.

Die meisten Fahrgäste scheinen es gelassen zu nehmen, man sieht nur manchmal ein resigniertes Achselzucken. Viele, so der Eindruck, nehmen statt den Bussen die Regionalbahnen. Extrem ist die Situation im Zug nach Cottbus: Dort drücken sich Menschen an die Türen, um überhaupt noch in die Bahn zu passen. Da hätte sie sich nicht mehr getraut, mitzufahren, sagt eine Frau.

Der S-Bahn-Verkehr zwischen Spandau und Westkreuz ist bis zum 17. Januar eingestellt. Zur Grünen Woche, die am 18. Januar beginnt, sollen die Bahnen dann wieder fahren.

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