Bildung

Wo in Spandau neue Schulen geplant sind

Der Bezirk wächst - und damit auch die Zahl der Schüler. Nun wurde ein Konzept vorgestellt, wo Schulen gebaut oder erweitert werden können.

In Spandau steigt der Bedarf an Schulplätzen stark. 

In Spandau steigt der Bedarf an Schulplätzen stark. 

Foto: Daniel Karmann / dpa

Berlin. Die Zahlen sind deutlich: Weit über tausend Plätze werden laut Prognosen an den weiterführenden Schulen in Spandau bis zum Jahr 2024 fehlen, wenn die Kapazitäten nicht erhöht werden. Noch mehr sind es im Grundschulbereich. Ein Hauptgrund liegt im Wohnungsbau. Der Bezirk wird durch die vielen Projekte in den kommenden Jahren um mehrere Zehntausend Einwohner wachsen. Entsprechend wird erwartet, dass auch die Schülerzahlen deutlich steigen. Bezirksbürgermeister und Schulstadtrat Helmut Kleebank (SPD) hat daher kürzlich im Schulausschuss einen Plan vorgestellt, wie die steigende Nachfrage durch Neubauten und Schulerweiterungen, etwa durch vorfabrizierte Modulare Ergänzungsbauten (MEB), gedeckt werden soll.

Betrachtet man die Grundschulen, sieht die Situation in Haselhorst, Hakenfelde und Spandaus Mitte besonders ernst aus. Werden dort keine Schulplätze geschaffen, werden bis zum Schuljahr 2024/2025 jeweils zwischen vier und sechs Züge fehlen, wobei pro Grundschulzug mit 144 Schülern gerechnet wird. Bedingt ist das auch durch die Bauprojekte mit Tausenden Wohnungen dort wie die „Pepitahöfe“ und die „Waterkant Berlin“. Neugebaut werden soll daher eine Grundschule in Hakenfelde, in Haselhorst ist auf der Insel Gartenfeld eine Gemeinschaftsschule geplant. In Spandaus Mitte soll eine Grundschule am Klinkeplatz entstehen.

Allerdings: Bis die neuen Schulen da sind, werden noch einige Jahre vergehen. Die Grundschule in Hakenfelde etwa soll zum Schuljahr 2021/22 den Betrieb aufnehmen. Das neue Quartier „Pepitahöfe“ ist aber schon zum großen Teil bezogen. In Haselhorst wird die Schule „Insel Gartenfeld“ voraussichtlich erst nach dem Schuljahr 2024/25 eröffnen, wenn ebenfalls bereits Hunderte Wohnungen an der „Waterkant Berlin“ fertig sind, außerdem wohl weitere Bauprojekte in der Region. „Das wird eine ordentliche Herausforderung“, sagt auch Kleebank.

Gemeinsame gymnasiale Oberstufe mehrerer Oberschulen ist geplant

Eine weitere neue Grundschule ist in Staaken geplant, in der Wilhelmstadt wird ein neuer Standort geprüft. Im Falkenhagener Feld und in der Siemensstadt sollen Oberschulen um eine Grundstufe ergänzt werden. Außerdem laufen die Prüfungen bzw. Planungen für mehrere Modulare Ergänzungsbauten - Fertiggebäude, die neben bestehenden Schulen entsprechend schnell errichtet werden können. Diese seien "vollwertige Gebäude", betont Kleebank. Bislang gibt es vier von ihnen in Spandau.

Im Bereich der Oberschulen stehen zahlreiche Erweiterungen an, außerdem soll Haselhorst nach Plänen des Bezirksbürgermeisters ein Gymnasium bekommen. Die Fläche an der Rhenaniastraße - im Gebiet der neuen "Waterkant" - stehe so gut wie fest. Ein weiteres großes Projekt ist eine gymnasiale Oberstufe im Verbund, die Kleebank bereits zum nächsten Schuljahr an den Start bringen möchte. Die Sekundarschulen aus dem Bezirk, die keine eigene gymnasiale Oberstufe haben, sollen diese künftig zunächst an einem gemeinsamen Standort anbieten. Später, je nachdem wie schnell es mit den Erweiterungen der Schulen vorangeht, soll der Verbund an mehrere Standorte aufgeteilt werden.

„Mein Ziel ist es, im Jahr 2019 einen ungefähren Zeitplan für jeden Standort zu erarbeiten“, sagt Kleebank. „Wir müssen abschätzen, wo es Lücken gibt.“ Absehbar ist, dass die Schülerzahlen schneller steigen, als neue Schulen fertig werden. Entsprechend müsste dann nach Übergangslösungen gesucht werden. So könnten etwa an überlasteten Schulen Container aufgestellt werden oder die Schülerzahlen in bislang kleineren Klassen steigen, sagt Kleebank.

CDU vermisst Gymnasium in Staaken

Die Planung soll im kommenden Schulausschuss Mitte Januar noch einmal ausführlich besprochen werden. Thorsten Schatz, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Spandauer BVV, hat zur gymnasialen Oberstufe im Verbund bereits Ende Dezember eine kleine Anfrage gestellt, vor allem mit Fragen dazu, wie diese funktioniert und inwieweit die Bezirksverordneten in die Entscheidung dazu eingebunden werden. Patrick Wolf, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, kritisiert, dass bei den Planungen neben Grundschulen vor allem Gemeinschaftsschulen gefördert würden, von denen im Bezirk mehrere entstehen sollen. "Wir müssen langfristig planen, und der Bedarf steigt auch an Schulplätzen an Gymnasien", sagt er. "Gerade in Großstädten brauchen wir ein vielfältiges Bildungssystem."

Die CDU hatte in der BVV Ende 2018 einen Antrag dazu gestellt, ein Gymnasium in Staaken zu bauen, weil es im Westen des Bezirks noch keines gibt. Dieser war jedoch mehrheitlich abgelehnt worden. Bezirksbürgermeister Kleebank plant, auf dem Grundstück, das die CDU für das Gymnasium vorgeschlagen hatte, eine Grundschule zu bauen. Er hatte zudem gegen den CDU-Vorschlag argumentiert, dass der deutlich größere Bevölkerungswachstum in Haselhorst zu erwarten wäre - dort, wo er das Gymnasium errichten möchte. In Staaken möchte Kleebank stattdessen die Schule am Staakener Kleeblatt um eine gymnasiale Oberstufe erweitern, zunächst im Verbund, später dann alleine.

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