Getränkeunternehmen

Spandauer Start-up "Ände": Ingwer-Limo aus dem Kiez

In ihrer Küche haben zwei Spandauer die Rezepte ausprobiert. Inzwischen werden ihre Getränke bundesweit verkauft - und sind prämiert.

Andrea Stenz (38) und Dominik Seele (35) haben in der Spandauer Wilhelmstadt das Start-Up „Ände“ gegründet.

Andrea Stenz (38) und Dominik Seele (35) haben in der Spandauer Wilhelmstadt das Start-Up „Ände“ gegründet.

Foto: Jessica Hanack / BM

Spandau. Den endgültigen Entschluss haben Andrea Stenz und Dominik Seele am anderen Ende der Welt gefasst. In einer schlaflosen Nacht in Sydney sagten sie sich: Wir bringen das Ginger Beer nach Deutschland. Das ist nun vier Jahre her. Seitdem haben die Spandauer ihre Jobs aufgegeben, das Unternehmen „Ände“ gegründet und drei Preise gewonnen. Ihre Ingwer-Limonade gibt es inzwischen bundesweit in etwa 2000 Geschäften zu kaufen. Und damit soll längst nicht Schluss sein. „Es entwickelt sich gut“, sagt Dominik Seele. „Aber 95 Prozent des Markts warten noch darauf, erobert zu werden.“

Zurück zum Anfang der Geschichte. Nachdem Entschluss ging es in der Küche der beiden, in der Spandauer Wilhelmstadt, mit dem Experimentieren los. „Wir haben Rezepte recherchiert, Rohstoffe angefragt und alle möglichen Ingwersorten ausprobiert“, erzählt An-drea Stenz, die das alkoholfreie Ginger Beer auf einer Afrikareise für sich entdeckt hat – und dann enttäuscht war, es in dieser Form nicht in Deutschland zu finden.

In Zusammenarbeit mit Studenten der Technischen Universität entwickelten die Spandauer ihr Produkt weiter, fanden schließlich Rezepte für zwei Sorten der Ingwer-Limonade. Im März 2016 wurden die ersten Flaschen abgefüllt. „Das war ein spannendes Jahr“, sagt Seele. Die Gründer gingen mit den Limonaden zu Bars und Cafés, stellten sich vor – und kamen bei den Betreibern an. „Das waren Momente, da haben wir uns gesagt: Das kann funktionieren.“

2017 wurden Limonaden auf Bio umgestellt

Diesen Eindruck bestätigten auch zwei Auszeichnungen, die „Ände“ im vergangenen Jahr gewann: den Edeka-Food-starter und den Drinkstarter-Preis. Laut den beiden ist letztere die wichtigste Auszeichnung, die Getränke-Start-Ups in Deutschland gewinnen können. „Das hat uns nochmal einen richtigen Push gegeben“, sagt Stenz.

2017 entschieden sich die Gründer auch, ihre Limonaden auf Bio umzustellen. Anfangs seien sie noch wegen der Kosten zurückgeschreckt. Seit 2018 arbeiten nun beide Gründer in Vollzeit für ihr Unternehmen und haben einen Mitarbeiter, der „Ände“ vorher als Student unterstützte. Mit ihren Limonaden tourt das Trio durch Deutschland und besucht Messen. Den Vertrieb übernimmt jetzt ein Kooperationspartner.

Außerdem engagieren sich die Gründer auch für soziale Projekte. So unterstützen sie den Verein NFTE, der den Unternehmergeist in Schulen fördern will. Und beim Projekt „Start up your future“ sind sie als Mentoren aktiv, um Flüchtlingen bei der Gründung von Unternehmen zu helfen. Erst kürzlich gab es für „Ände“ eine dritte Auszeichnung: den Berliner Unternehmenspreis. Außerdem laufen aktuell die Vorbereitungen für 2019. Dann soll eine dritte Limonade auf den Markt kommen. „Beim Rezept sind wir beim letzten Feintuning“, sagt Seele. Wie dieses aussieht, das bleibt aber noch geheim.

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