Schmids Druck Studio

Spandauer Schülerfirma überzeugt bei bundesweitem Wettbewerb

Das Schülerunternehmen der Carlo-Schmid-Oberschule zählt zu den Siegern des StartGreen@School Awards.

Die Spandauer Schülerfirma Schmids Druck Studio gehört zu den drei Siegern beim bundesweiten StartGreen@SchoolAwards - ein Wettbewerb für nachhaltige Schülerunternehmen.

Die Spandauer Schülerfirma Schmids Druck Studio gehört zu den drei Siegern beim bundesweiten StartGreen@SchoolAwards - ein Wettbewerb für nachhaltige Schülerunternehmen.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. In der kleinen Werkstatt von Schmids Druck Studio wird jeder vorhandene Platz genutzt. Auf einer Seite sind Computer aufgereiht, an denen Grafiken erstellt, Rechnungen und Angebote geschrieben werden. An einem großen Tisch entfernt eine Schülerin überschüssige Folie von den Druck-Motiven, eine andere kümmert sich mithilfe von Positionierungslasern darum, die Aufdrucke exakt auf den T-Shirts auszurichten. Im hinteren Teil des Raums wird der eigentliche Druck erledigt. Hier stehen ein Digital-Weißdrucker, außerdem drei große Transferpressen."Wir haben die Technik hier immer weiter erweitert", sagt Stephan Lorentz, der die Schülerfirma an der Carlo-Schmid-Oberschule 2014 gegründet hat. Inzwischen seien fast 30.000 Euro in die Werkstatt investiert worden - in der es nun, mit den ganzen Geräten, langsam etwas eng wird.

Die Investitionen aber haben sich bislang gelohnt: Nicht nur, dass die Schülerfirma inzwischen auch über die Spandauer Oberschule hinaus Aufträge erhält. Sie wurde außerdem bereits sechsmal ausgezeichnet und die nächste Preisverleihung steht bereits an. Das Druckstudio gehört zu den drei Siegern beim StartGreen@School Award. Der bundesweite Wettbewerb richtet sich an nachhaltige Schülerunternehmen, die sich für Klima und Umwelt engagieren. Am 15. November werden die Preise - für die drei Gewinner im Gesamtwert von 5000 Euro - im Bundesumweltministerium verliehen.

Nachhaltigkeit habe für die Spandauer Schülerfirma von Beginn an eine Rolle gespielt, erzählt Lehrer Lorentz. Dabei sei es ihm nicht nur um das Klima gegangen, sondern auch um soziale Aspekte, etwa dass Produkte ohne Kinderarbeit hergestellt werden. An der Carlo-Schmid-Oberschule, die bereits mehrfach das Siegel "Berliner Klima Schule" erhalten hat, gibt es bereits eine Schülerfirma, die ökologische Schreibwaren in den Pausen verkauft. Da Lorentz Fachbereichsleiter für Arbeitslehre ist, sollte das neue Unternehmen in dem Bereich angesiedelt sein. So entstand die Idee für das Druckstudio.

T-Shirts aus Biobaumwolle und Plastikmüll

In ihrer Werkstatt bedrucken die Schüler vor allem Textilien. Alle von ihnen sind dabei fair hergestellt worden, das heißt: unter sicheren Arbeitsbedingungen, ohne Kinderarbeit und unter Zahlung des Mindestlohns. Im Idealfall ist die Produktion auch ökologisch. Bei den T-Shirts gibt es etwa welche, die aus Biobaumwolle bestehen und deren Kohlenstoffdioxid-Emissionen um 90 Prozent geringer sind als bei konventionellen Oberteilen. Andere Shirts und Strickjacken bestehen zu 60 Prozent aus Biobaumwollresten und zu 40 Prozent aus Plastikmüll aus dem Meer.

Damit wolle man zeigen, dass in der Textilindustrie - einem der umweltschädlichsten Industriezweige - hohe ökologische und soziale Standards durchaus möglich sind, so Lorentz. Neben Kleidung bedruckt die Firma unter anderem Thermobecher oder Edelstahlflaschen - und fördert damit ebenfalls Möglichkeiten, Plastikmüll und Wegwerf-Produkte zu reduzieren.

Mit der Erweiterung der Produktpalette und Technik gingen auch Kundenzahl und Einnahmen in die Höhe. "Die ersten Aufträge kamen natürlich von unserer Schule", erzählt Leiter Lorentz. Etwa 2000 Euro Umsatz habe die Firma zu Beginn gemacht, "aber im nächsten Jahr ging es schon ganz schön hoch." Kontakte entstanden zu anderen Schulen, zu Vereinen und Unternehmen, auch über Berlin hinaus. "Gerade mache ich ein Angebot für einen Umweltverein aus Bayern fertig", sagt Lorentz. Inzwischen liege der jährliche Umsatz bei fast 12.000 Euro - wobei zwei Wahlpflichtkurse und eine Arbeitsgemeinschaft nur an insgesamt sechs Stunden in rund 30 Schulwochen arbeiten.

Die Qualität der Produkte muss stimmen

In den Stunden könnte es dann ab und an auch ein wenig stressig werden, bestätigt Schülerin Rascia. Etwa, wenn vor den Sommerferien noch schnell ein Auftrag abgearbeitet werden muss. Die 16-Jährige ist seit dem vergangenen Schuljahr Mitglied in der Schülerfirma. "Mich hat vor allem das praktische Arbeiten interessiert", sagt sie. Tatsächlich übernehmen die Schüler von der Auftragsannahme über den Druck bis hin zur Buchhaltung fast alle Aufgaben selbst. Klassischer Unterricht, sagt auch Lehrer Lorentz, sei das Wahlpflichtfach nicht. Am Anfang der Stunde bespreche man kurz die Arbeitsverteilung besprochen, dann wird losgelegt. Für ihn seien besonders Motivation und Einsatzbereitschaft der Schüler wichtig. "Ich brauche Schüler, die sich die sich Mühe geben und genau arbeiten", sagt er. Wenn etwa 50 T-Shirts bestellt werden, dann werde auch erwartet, dass alle exakt gleich bedruckt sind. "Die Qualität muss stimmen."

Mit ihrer Qualität konnte die Schülerfirma nun auch bei dem StartGreen@School Award punkten. "An ihrem Konzept überzeugt, dass wirklich professionell gearbeitet wird", sagt eine Sprecherin des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit, das den Preis initiiert hat. Im Zusammenhang mit dem Preis wird das Druckstudio auch von Lehrern und Studienkoordinatoren aus Schweden besucht. Diese wollen Beziehungen zu nachhaltigen Schülerfirmen aus Deutschland aufbauen und an der Carlo-Schmid-Oberschule sehen, wie die Arbeit der Firma ins Lehrprogramm eingebunden ist.

Welchen Platz die Spandauer Schülerfirma belegt hat, wird sie erst bei der Preisverleihung erfahren. Aber fest steht schon jetzt, dass es wohl nicht der letzte Wettbewerb sein wird, an dem sich Schmids Druck Studio beteiligt hat. "Mein Ziel ist es, jedes Jahr einen Wettbewerb zu machen", sagt Lehrer Lorentz.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.