Anzeige
BVV in Berlin-Spandau

Nahverkehr bleibt Top-Thema im Bezirk

Für die Bezirksverordnetenversammlung bringen mehrere Fraktionen Anträge zum ÖPNV ein. Punkte dabei: Der Ausbau von U- und Straßenbahn.

Der zunehmende Verkehr bewegt den Bezirk. Mehrere Parteien beschäftigen sich mit dem Thema. 

Foto: Travelcircus

Anzeige

Spandau. Kaum ein Thema hat Spandau in den vergangenen Monaten so sehr beschäftigt wie der Verkehr. Die Bezirks-CDU hat ein Verkehrskonzept vorgelegt, die Initiative Pro Spandauer Tram hat erklärt, warum die Straßenbahn wieder durch den Bezirk fahren sollte. Kürzlich forderte auch die Spandauer SPD, dass die U-Bahn ausgebaut wird und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) schrieb mit seinem Falkenseer Kollegen Heiko Müller (SPD) einen offenen Brief an Brandenburgs Verkehrsministerin und die Berliner Verkehrssenatorin mit der Forderung, den Nahverkehr zu stärken. Auch in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwoch, 12. September, spielt der ÖPNV eine große Rolle. Linke, FDP und CDU stellen jeweils Anträge zu dem Thema und liefern unterschiedliche Ideen.

Kernpunkt bei den Anträgen der FDP: der Spandauer Süden und das angrenzende Umland. Damit es eines Tages nicht zu einem kompletten Verkehrsinfarkt komme, müsse die Region besser an den ÖPNV angeschlossen werden, heißt es in der Begründung. Vorschlag der Fraktion: Die U-Bahn-Linie 7 bis an die Bundesstraße 2 verlängern. Diese Verlängerung wäre "technisch und finanziell machbar", meint die Fraktion. Von dort aus könnte die U7 als oberirdische U-Bahn oder eine Straßenbahn auf eigener Trasse bis in den Kladower Süden oder - noch besser - bis nach Potsdam ausgebaut werden.

Die CDU-Fraktion fordert das Bezirksamt in ihrem Antrag auf, sich beim Senat dafür einzusetzen, dass die U7 bis an die Heerstraße Nord und die U2 ins Falkenhagener Feld verlängert wird. Schon im Verkehrskonzept der Partei hatte die U-Bahn eine zentrale Rolle gespielt. Dabei betont sie die Vorteile der U-Bahn: "Sie stehen nicht im Stau, können viele Passagiere transportieren, die Lärmbelästigung für die Anwohner ist gering und sie sind schnell." Allerdings: Die Bezirks-CDU schätzt die Dauer für die notwendigen Arbeiten auf zehn bis fünfzehn Jahre. Die Kosten würden bei 900 Millionen bis eine Milliarde Euro liegen.

Beschlussempfehlung zur Verlängerung der U2 bis zum Bahnhof Spandau

Die Linksfraktion bezieht sich in ihrem Antrag auf den Berliner Nahverkehrsplan für die Jahre 2019 bis 2023. Ein Entwurf liegt mit Stand 31. Juli vor, zurzeit läuft ein Beteiligungsverfahren, bei dem verschiedene Akteure Stellungnahmen dazu liefern können. Auch das Spandauer Bezirksamt, fordert die Linke, sollte zu den Planungen Stellung beziehen. Dabei geht es etwa um die Unterstützung eines Straßenbahn-Inselnetzes in Spandau, den Bau eines S-Bahnhofs an der Charlottenburger Chaussee und eine bessere Integration des Regionalverkehrs für Spandau und das angrenzende Havelland.

Aus dem Verkehrsausschuss kommt bereits eine Beschlussempfehlung, auch die geht auf einen Antrag zurück, der von der Linksfraktion initiiert wurde. Hierbei geht es um die Anbindung der U2 an den Bahnhof Spandau. Laut der Beschlussempfehlung soll die Trasse von Ruhleben aus oberirdisch bis zur S-Bahntrasse zwischen den Bahnhöfen Pichelsberg und Stresow geführt werden. Dort könnte die U-Bahn einschwingen und bis zum Bahnhof Spandau fahren. "Alternativ wäre am Schnittpunkt der beiden Strecken ein neuer kombinierter U- und S-Bahnhof
zu schaffen", heißt es. Das Bezirksamt soll sich nun dafür einzusetzen, dass im Rahmen des angeforderten Verkehrskonzeptes geprüft wird, inwieweit eine Realisierung der Pläne möglich ist.

Anzeige

Mehr über den Bezirk Spandau lesen Sie hier.