Jugendtheaterwerkstatt

Internationales Festival führt quer durch Spandau

Am 15. September startet das Projekt "Verlorene Illusionen" mit Produktionen von Tanz über Theater bis zu Audiowalks.

Vom 15. bis 30. September findet in Spandau das Festival "Verlorene Illusionen" von der Jugendtheaterwerkstatt statt. Gespielt wird an verschiedenen Orten im Bezirk

Vom 15. bis 30. September findet in Spandau das Festival "Verlorene Illusionen" von der Jugendtheaterwerkstatt statt. Gespielt wird an verschiedenen Orten im Bezirk

Foto: Patryk Sebastian Witt

Berlin. Wie können und wollen wir in Zukunft zusammenleben? Dieser Frage widmet sich das Festival "Verlorene Illusionen" von der Spandauer Jugendtheaterwerkstatt, das am 15. September beginnt. Gemeinsam mit zahlreichen internationalen Künstlern wurden acht Produktionen entwickelt, die an Orten quer durch den Bezirk gezeigt werden, von der Zitadelle bis zur Naturschutzstation Hahneberg. Die Vielfalt der Programmpunkte ist dabei so groß wie die der Spielorte. Es gibt Theater und Tanz, aber auch Videoinstallationen oder einen Audiowalk durch einen Spandauer Ortsteil. Gemeinsamkeit aller Performances: Der Eintritt ist immer frei.

Die Idee zu dem Festival sei schon vor zwei Jahren entstanden, erzählt Julia Schreiner, die das Konzept entwickelt hat. Damals gab es bereits ein Festival der Jugendtheaterwerkstatt mit dem Titel "Das glücklichste Volk". Ein Stichwort damals sei Superdiversität gewesen. "Gesellschaften werden keine Mehrheiten mehr haben", sagt Schreiner. Die Mischung und Vielfalt nehme zu. Den Folgen, Herausforderungen und Chancen soll bei dem Festival nachgegangen werden. Und Schreiner betont: Der Titel "Verlorene Illusionen" sei keinesfalls als Nachtrauern auf eine homogene Gesellschaft gemeint. "Er steht für einen Aufbruch", sagt sie.

Eine Spandauer Vision für die Zukunft

Das Festival zeichnet sich dabei durch eine Zusammenarbeit von professionellen und nicht professionellen Künstlern aus. Die Leitung der einzelnen Projekte übernehmen Profis, die Darsteller dagegen sind vorwiegend Menschen, für die Schauspiel, Tanz und Co. Teil der Freizeit sind. "Dadurch beziehen wir die Gesellschaft in die Aufführungen ein", sagt Julia Schreiner. Auch viele Spandauer beteiligten sich an dem Projekt. Das ist wichtig, denn das Ziel ist es eine Spandauer Vision für die Gesellschaft der Zukunft zu entwerfen.

Und auch die Auswahl der Spielorte hat einen Grund. "Der Alltag ist die Bühne", sagt Schreiner. Eine Performance zum Thema Fliegen auf dem Gatower Flugplatz zeigen, ein Stück über Pflanzen in der Naturschutzstation Hahneberg aufführen - das passt. Und: "So können wir die Ideen im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich machen", erklärt die Kuratorin. Hinzu komme der Vorteil, dass Menschen auf die Performances aufmerksam werden, die unabhängig davon am jeweiligen Ort unterwegs sind.

Zum Auftakt am 15. und 16. September ist es übrigens möglich, die verschiedenen Produktionen nacheinander anzusehen. Fahrräder, um von einem Ort zum anderen zu fahren, können an der Jugendtheaterwerkstatt, Gelsenkirchener Str. 20, kostenlos ausgeliehen werden. Ein Ablaufplan und detaillierte Informationen zu den einzelnen Projekten sind auf der Website der JTW zu finden. Bei Julia Schreiner ist derweil die Vorfreude groß: "Ich freue mich total über die Menschen, die alle mitmachen", sagt sie. Ob Künstler aus Angola, Syrien oder Portugal - für die Festival-Zeit bis zum 30. September werden sie alle in Spandau sein.

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