Tourismus

Spandau wirbt mit neuer Website

Der Bezirk erarbeitet ein Konzept, um sich besser zu vermarkten. Erste Ergebnisse sind nun sichtbar. Im Oktober folgt der Aktionstag.

Spandau hat jetzt eine neue Website, um sich zu vermarkten und Touristen in den Bezirk zu locken. 

Spandau hat jetzt eine neue Website, um sich zu vermarkten und Touristen in den Bezirk zu locken. 

Foto: Screenshot / visitspandau.de

Berlin. Sie soll modern sein, auffallen und vor allem: Menschen motivieren, Spandau zu entdecken. Der Bezirk hat jetzt eine neue Website, um sich besser zu vermarkten. Sie ist Teil eines neuen Tourismuskonzepts, das Spandau und die Kommunikationsagentur „Gröschel Branding“ zurzeit erarbeiten. Noch bis Ende Mai 2019 läuft das Gesamtprojekt, das mit 300.000 Euro aus Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert wird. Dass die Website schon weit vor Ende der Projektlaufzeit veröffentlicht wurde, hat einen klaren Grund, sagt Patrick Sellerie, Leiter der Spandauer Wirtschaftsförderung. „Wir wollen zeigen, dass wir es ernst meinen.“

Auf der Website präsentiert sich der Bezirk auch mit einem neuen Logo: in blauer Schrift steht „Spandau“ auf einem weißen Hintergrund, der an einen Abrisszettel erinnern soll. Angedeutet ist in dem Schriftzug außerdem eine Welle, um den Wasserbezug im Bezirk hervorzuheben. „Das Logo soll etwas Lebendiges haben“, sagt Lothar Gröschel, Geschäftsführer von „Gröschel Branding“. Mit der Website wolle man die Vielfalt des Bezirks verdeutlichen, denn: „Spandau lässt sich nicht auf zwei Themen reduzieren.“

Vor allem sollen die touristischen Highlights in den Fokus gerückt werden, die bislang vielen unbekannt sind. Gröschel nennt als Beispiel Spandaus Ost-West-Geschichte - immerhin war der Bezirk zur Zeit der Mauer selbst geteilt. „Das ist eine Geschichte, die man in Berlin viel zu wenig erzählt hat“, sagt Gröschel. Mit der Website sollen deshalb auch nicht nur Gäste aus anderen Teilen Deutschlands und der Welt angesprochen werden, sondern auch die Berliner selbst. „Wir haben hier 3,5 Millionen Menschen, das ist ein großes Potential für das touristische Erleben der eigenen Stadt.“

Spandaus neues Marketing passt zum Berliner Tourismuskonzept

Um die Website und das Konzept zu erarbeiten, waren Gröschel und die Mitarbeiter seines Büros selbst in den vergangenen Monaten häufig in Spandau unterwegs. Dabei sei ihnen schnell klar geworden, dass der Bezirk eine Menge zu bieten habe. Zudem ist das Timing für die Arbeit am neuen Marketingkonzept - das erste, das ganz Spandau einschließt - passend. Denn seit Anfang des Jahres sieht auch das gesamte Berliner Tourismuskonzept vor, die Kieze zu stärken und Besucher stärker in die Außenbezirke zu lenken.

Neben der Kommunikationsagentur haben außerdem Teilnehmer eines "Runden Tisches Tourismus" in Spandau entscheidend bei der Gestaltung mitgewirkt. Dass beim neuen Internetauftritt optisch mit Polaroid-Bildern gearbeitet wird, sei etwa auch von Aktiven vorgeschlagen worden, sagt Patrick Sellerie. "Mit der Website können wir ihnen nun ein erstes Ergebnis zeigen. Das ist eine Motivation für die, die sich seit über einem Jahr mit dem Thema befassen."

Um die Menschen auf die Besucherattraktionen im westlichsten Berliner Bezirk aufmerksam zu machen, soll am 7. Oktober zudem ein großer Aktionstag folgen. Unter dem Motto „Spandau tourt“ werden sieben verschiedene Touren durch den Bezirk angeboten, drei davon mit dem Fahrrad. Alle Führungen stehen unter einem bestimmten Motto, etwa „Auf die Türme“ oder „An der Riviera: von Kladow nach Gatow“. Genaue Beschreibungen der Strecken, die dann auch individuell abgelaufen werden können, sollen am 1. Oktober auf der Website veröffentlicht werden.

Die Touren, sagt Wirtschaftsförderer Sellerie, werden dieses Mal nicht von „professionellen Stadterklärern“ geleitet, sondern von Spandauern und Spandau-Kennern. Ziel ist es jedoch, die Führungen künftig professionell anzubieten - sofern sie den Test im Oktober bestehen. Am Ende des Tages steht eine große Evaluation an. Auch die Website ist noch nicht endgültig fertiggestellt. Sie soll um ein Booking-Tool ergänzt werden, das es ermöglicht, Übernachtungen im Bezirk zu buchen.

Mehr über den Bezirk Spandau lesen Sie hier.

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