Berlin-Spandau

Ortsteilzentrum an der Obstallee soll schöner werden

Lange Zeit ist nichts passiert, nun soll sich am Bereich vor dem Staaken-Center im Kiez Heerstraße-Nord etwas tun.

Der Vorplatz des Staaken-Centers und der Kreuzungsbereich Obstallee/ Magistratsweg sollen umgestaltet werden. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie dazu erstellt.

Der Vorplatz des Staaken-Centers und der Kreuzungsbereich Obstallee/ Magistratsweg sollen umgestaltet werden. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie dazu erstellt.

Foto: Jessica Hanack / BM

Berlin. Der Vorplatz des Staaken-Centers ist kein Ort zum Verweilen. Auf dem Boden liegen Kronkorken und Zigarettenstummel. Schon am Vormittag trifft man rund um das Spandauer Einkaufszentrum Menschen mit Bierflaschen in der Hand und weil in den vergangenen Jahren Bänke abgebaut wurden, sitzen sie nun auf Treppenstufen oder dem Boden. An diesem Tag ist außerdem die Mobile Polizeiwache hier, sie soll in dem Kiez Heerstraße-Nord das Sicherheitsempfinden der Anwohner stärken.

Doch der Vorplatz und die angrenzende Kreuzung von Obstallee und Magistratsweg sollen sich wandeln. Es ist eine der Maßnahmen, die im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ umgesetzt wird. Im vergangenen Jahr wurde das Quartier Brunsbütteler Damm/ Heerstraße in das Programm vom Berliner Senat aufgenommen, Begründung damals: „Dem Stadtteil droht eine problematische Entwicklung der Sozialstruktur sowie der Wohn- und Lebensverhältnisse.“ Die soziale Infrastruktur sei zum Teil unzureichend, es gebe Sanierungsrückstände an Gebäuden und der öffentliche Raum sei „von vielen Mängeln geprägt“. Eingeschlossen das Ortsteilzentrum an der Obstallee.

Die meisten Gebäude, auch das Staaken-Center, wurden in den 70er Jahren gebaut. Passiert ist seither wenig. Der Charme aus dieser Zeit, wie es ein Anwohner freundlich ausdrückt, bestehe bis heute. Jetzt soll der Platz angepasst, attraktiver werden. Erster Schritt dafür: eine Machbarkeitsstudie erstellen. In die sollen auch die Wünsche und Ideen der Anwohner einfließen. Zu diesem Zweck gab es kürzlich einen Kiezspaziergang mit Mitarbeitern des Bezirksamts, des mit der Machbarkeitsstudie beauftragten Büros „stadtraum“ und des Büros „Jahn, Mack & Partner“, die den Stadtumbau West im Gebiet betreuen.

Gebiet ums Staaken-Center: Zu dreckig, zu trist, zu ungepflegt

Marlies Uwiss wohnt seit 1975 an der Obstallee. „Das war früher alles schöner“, sagt sie. Da ist zum Einen das Sicherheitsgefühl: Abends alleine am Staaken-Center entlangzugehen, traue sie sich kaum. „Ich rufe dann immer meinen Mann an, dass er mich von der Bushaltestelle abholt.“ Und auch das Angebot an Läden in dem Einkaufszentrum sei früher besser gewesen. Dennoch will Uwiss in dem Kiez wohnen bleiben. Und ist froh, dass es nun den Spaziergang gibt, um nach Verbesserungen zu suchen.

Auch den anderen Teilnehmern fällt einiges ein, dass sie stört. Es sei zu dreckig, zu trist, zu ungepflegt. Aber es gibt auch Ideen, was dagegen unternommen werden kann: Wände könnten mit Streetart bunter gestaltet werden. Mehr Mülleimer wären gut, außerdem eine bessere Ausleuchtung des Vorplatzes. Und auch Sitzbänke für ältere Menschen und ein paar Spielgeräte für Kinder könnten die Qualität der Umgebung verbessern.

Winfried Müller-Brandes vom Büro "stadtraum" schreibt während des Rundgangs alles mit, was den Menschen auffällt. Er fragt nach: Liegen die Bushaltestellen richtig? Werden die Mittelinseln der Straßen genutzt? Wie sieht es mit der Länge der Ampelphasen aus? Ihm sei bei seiner Besichtigung des Gebiets vor allem aufgefallen, dass die Kreuzung eine sehr große Fläche einnehme, sagt Müller-Bandes. Und dass Radwege zum Teil völlig fehlen. All das fließt in die Machbarkeitsstudie ein.

Entscheidung über Umgestaltung soll dieses Jahr fallen

Einer der nächsten Schritte ist es nun, mit den Eigentümern verschiedener Grundstücke zu sprechen - der Vorplatz des Staaken-Centers gehört etwa zu dem Einkaufszentrum dazu. "Wir werden die Eigentümer mit ins Boot holen", kündigt Nadine Fehlert vom Büro „Jahn, Mack & Partner“ an. Das ist wichtig. Denn vorgesehen sei auch, dass sich die Eigner an den Kosten der Umgestaltung beteiligen.

Der weitere Zeitplan ist eng getaktet: Bis November sollen die verschiedenen Varianten für den Umbau vorliegen und den Bürgern erneut vorgestellt werden. Eine Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen, damit im kommenden Jahr die konkreten Planungen beginnen können. Mit dem Ende der Umgestaltung wird in drei bis vier Jahren gerechnet.

Die Umgestaltung des Platzes und der Kreuzung ist derweil nicht die einzige Maßnahme, die rund um das Ortsteilzentrum geplant ist. Daneben ist vorgesehen, ein Bildungs- und Gesundheitszentrum neuzubauen. Außerdem soll das nahe Gemeindezentrum erweitert werden. Für die Umsetzung aller Projekte im Rahmen des "Stadtumbau West" ist ein Zeitfeld von zehn Jahren vorgesehen.

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