Uferpromenade

So könnte sich das Stresow-Ufer in Spandau wandeln

Das Umweltamt hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, nun liegen die Ergebnisse vor. Zu den Ideen zählt ein Restaurantschiff.

Das Stresow-Ufer in Spandau ist bislang in großen Teilen nicht öffentlich zugänglich. Das könnte sich künftig ändern

Das Stresow-Ufer in Spandau ist bislang in großen Teilen nicht öffentlich zugänglich. Das könnte sich künftig ändern

Foto: PLANUNGSGRUPPE CASSENS + SIEWERT

Berlin. Ganz neu ist die Idee nicht. Schon im Flächennutzungsplan von 1965 ist für das Stresow-Ufer in Spandau eine Uferpromenade vorgesehen. Getan hat sich seither jedoch wenig. Während das gegenüberliegende Lindenufer in den vergangenen 30 Jahren schon zweimal umgebaut worden sei, sei das Stresow-Ufer während der Zeit fast unverändert geblieben, sagt Manfred Weiß vom Fachbereich Naturschutz und Landschaftsplanung im Bezirksamt. Und das Entscheidende ist: "Es ist weiterhin unzugänglich." Doch das soll sich nun ändern. Das Umweltamt von Spandau hat im Rahmen des Förderprogramms "Städtebaulicher Denkmalschutz" eine Machbarkeitsstudie für einen Grünzug in Auftrag gegeben, um zu sehen: Was ist möglich in dem Bereich? Nun liegen die Ergebnisse vor.

Mit den Fachämtern, dem Altstadtmanagement, der Senatsverwaltung Stadtentwicklung und dem Wasserstraßen-Neubauamt Berlin wurde dabei eine Vorzugsvariante entwickelt. Damit liege erstmals eine abgestimmte Planung für das Stresow-Ufer vor, heißt es in der Studie. Kern des Ganzen ist ein vier Meter breiter Fußweg, der genug Platz bietet, um bei Bedarf später auch den Radverkehr aufzunehmen. Der Weg in dem insgesamt rund einen Kilometer langem Abschnitt soll dabei barrierefrei und von Grünflächen umrahmt werden.

Ideen umfassen eine schwimmende Plattform und ein Restaurantschiff

Zusätzlich sind an einigen Stellen Besonderheiten geplant: ein Aussichtspodest mit angrenzender Ufertreppe im nördlichen Abschnitt des Stresow-Ufers etwa oder der Ausbau des momentan wenig frequentierten Fahrgastanlegers südlich der Charlotten-Brücke. Als weiteres Highlight sieht die Studie eine schwimmende Plattform unter der Eisenbahnbrücke vor. "Das hat den Charme, ganz nah über das Wasser zu laufen", sagt Wolfram Siewert von der Planungsgruppe Cassens + Siewert, die die Machbarkeitsstudie erstellt hat. Der Bund, so Siewert, würde sich an den Kosten beteiligen, da mit der Plattform auch eine zusätzliche Möglichkeit zum Ein- und Aussteigen für Paddler geschaffen würde.

Auf Höhe des Stresow-Parks, nahe dem Zusammenfluss von Havel und Spree, ist zudem ein Restaurantschiff in Planung. Die Idee stammt vom Altstadtmanagement und der Wirtschaftsförderung des Bezirks und wurde schon vor einigen Jahren entwickelt. Aber jetzt, so sagt es der Leiter der Wirtschaftsförderung Patrick Sellerie, ergebe sich eine "einmalige Chance". Denn das Wasserstraßen-Neubauamt arbeitet in dem Bereich in den kommenden Jahren am Ausbau der Fahrrinne. In diesem Zusammenhang könnte auch die notwendige Parkbucht für das Restaurantschiff mitgebaut werden. Die Kosten müsste jedoch der Bezirk tragen.

Sellerie sieht das Schiff als Möglichkeit, in Spandau den Tourismus in Wasserlage zu stärken. Für den Standort am Stresow-Ufer sprechen für ihn mehrere Gründe: "Man kann von der Altstadt aus das komplette Schiff sehen und wir würden damit die andere Seite beleben", sagt Sellerie. Ein mögliches Schiff gibt es sogar auch schon. Laut dem Wirtschaftsförderer habe man bereits vor längerem Gespräche mit den Besitzern der "arsVivendi" geführt: ein historischer holländischer Zweimaster, der momentan noch in Treptow-Köpenick liegt. "Sie könnten sich das vorstellen, nach Spandau zu kommen", sagt Sellerie.

Vorgeschlagener Uferweg führt durch Privatgrundstücke

Die Kosten für die Realisierung des Ufergrünzugs werden in der Machbarkeitsstudie mit zwei Millionen kalkuliert. Hinzu kämen aber noch Ausgaben für den naturschutzrechtlichen Ausgleich, die etwa durch das Fällen einzelner Bäume anfallen. Außerdem führt der geplante Uferweg zum Teil durch derzeitige Privatgrundstücke, sodass für den notwendigen Grunderwerb ebenfalls weitere Kosten entstehen würden. Angaben zur Höhe wurden dabei nicht gemacht.

Über die vorgestellte Vorzugsvariante müssten nun die Parteien in der Bezirksverordnetenversammlung beraten, sagt Manfred Weiß. "Es müssen Beschlüsse gefasst werden, sonst bleibt es eine Planung, die in der Schreibtischschublade verschwindet." Laut Machbarkeitsstudie wäre ein Beginn der Bauarbeiten ab 2022, spätestens 2023 möglich.

Das Restaurantschiff könnte, sofern bei den Arbeiten des Wasserstraßen-Neubauamts alles glatt läuft, sogar schon früher kommen. Im besten Fall wäre eine Überführung des Schiffs Ende 2019 nach Spandau möglich, sagt Patrick Sellerie. "Der Betrieb könnte dann mit der Saison 2020 starten."

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