Berlin-Spandau

Fähre F10 fährt ab Mai 2019 länger

Der Senat hat nun die Ausweitung des Fahrplans bestätigt. Die Änderung gilt aber erstmal nur im Sommer.

Die Fähre F10 zwischen Wannsee und Kladow soll ab Mai 2019 abends eine Stunde länger fahren. 

Die Fähre F10 zwischen Wannsee und Kladow soll ab Mai 2019 abends eine Stunde länger fahren. 

Foto: BM

Berlin Spandau. Die Fähre F10, die zwischen Kladow und Wannsee fährt, soll ab Mai 2019 an allen Wochentagen abends eine Stunde länger fahren. Das hat jetzt auch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bestätigt.

Allerdings gilt die Änderung nicht zwischen Mai und Oktober, wie es zuletzt häufig hieß, sondern nur zwischen Mai und August. "Die letzten Abfahrten werden dann um 20:00 bzw. 20:30 Uhr stattfinden", sagt Dorothee Winden, Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung auf Nachfrage. Damit trage man der großen Nachfrage in den Sommermonaten Rechnung.

In Spandau ist die Fähre schon seit längerem ein Thema. Weil die Straßen, die aus Kladow in Richtung Berliner Zentrum führen, zu Berufszeiten fast immer überfüllt sind, hofft man, dass die Fähre Entlastung bringen kann - und fordert deshalb neben verlängerten Fahrzeiten auch einen regelmäßigeren Takt. Bislang fährt die Fähre alle 60 Minuten.

Im Verkehrsausschuss des Bezirks wurde kürzlich einstimmig ein Antrag der CDU-Fraktion zu dem Thema beschlossen. Demnach soll sich das Bezirksamt bei der Senatsverkehrsverwaltung dafür einsetzen, dass die Fähre künftig häufiger fährt und am Abend mindestens zwei Stunden länger. Die Forderungen gehen also weit über das hinaus, was die Senatsverwaltung nun bekannt gegeben hat.

Kosten für zweites Schiff laut Senatsverwaltung zu hoch

Bei der CDU bezeichnet man die verlängerten Fahrzeiten daher auch nur als "ersten Teilerfolg". Wie Beate Christ, verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Spandau, in einer Pressemitteilung erklärt, brauche es schnelle und pragmatische Lösungsansätze, um den Druck von den überlasteten Straßen zu nehmen. Dazu gehöre die Ausweitung des Fährverkehrs.

Die Senatsverwaltung macht darauf jedoch wenig Hoffnung: "Der Stundentakt ergibt sich aus der Fahrzeit und Anlegezeit von jeweils knapp 30 Minuten je Richtung", erklärt Sprecherin Winden. Für eine häufigere Frequenz wird demnach ein zweites Schiff mit zusätzlichem Personal gebraucht. "Allerdings wird die Fähre nur an warmen Sommertagen überdurchschnittlich viel genutzt. Ein zweites Schiff käme daher nur für eine bestimmte, relativ kurze Zeit im Sommer in Frage. Anschaffung, Unterhalt und Personalkosten wären jedoch unverhältnismäßig hoch", so Winden.

Fähre wird auch von Schülern und Pendlern genutzt

Nach Zahlen der BVG wird die Fähre unter der Woche von rund 700 Menschen genutzt, an Sonntagen sind es durchschnittlich mehr als doppelt so viele. Die Fähre sei natürlich bei Ausflüglern beliebt, die zur Sommerzeit nach Kladow oder Wannsee wollen, sagt Jochen Liedtke, Vorsitzender des Spandauer Verkehrsausschusses (SPD). "Aber sie wird auch für Alltagsfahrten von Schülern und Berufspendlern genutzt."

Für Liedtke steht fest: "Kladow braucht eine verkehrstechnische Entlastung." Die Ausweitung der Fährzeiten könnte dabei ein wenig helfen. Dennoch müssten die Maßnahmen darüber hinausgehen. "Wir haben schon vor Monaten gefordert, dass der Senat ein eigenes Verkehrskonzept für Spandau erarbeiten lässt", so der Bezirkspolitiker. In den vergangenen zehn Jahren sei viel diskutiert worden, nun müsse etwas passieren.

Liedtke sieht dabei jedoch nicht nur die Politik in der Verantwortung: "Jeder sollte seinen persönlichen Mobilitätsanspruch überdenken und überlegen, wie das Auto so oft wie möglich stehen gelassen werden kann."

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