Blockaden geplant

Bündnisse wollen Neonazi-Demo in Spandau stoppen

Neonazis aus ganz Deutschland wollen am 18. August in Spandau marschieren. Mehrere Demonstrationen wollen das verhindern.

Am 19. August 2017 erinnerten Rechtsradikale an den 30. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Spandau (Archiv)

Am 19. August 2017 erinnerten Rechtsradikale an den 30. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Spandau (Archiv)

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Mehrere Bündnisse wollen einen Neonazi-Gedenkmarsch am 18. August durch Spandau blockieren. An diesem Tag wollen Rechtsextreme an den 31. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß erinnern. Heß hatte sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrecher-Gefängnis der Alliierten an der Spandauer Wilhelmstraße erhängt. Im vergangenen Jahr kamen etwa 750 Neonazis aus ganz Deutschland nach Berlin. Bereits nach 500 Metern wurde der Marsch von knapp 2000 Gegendemonstranten gestoppt. Auch in diesem Jahr kündigten die Organisatoren an, den Aufmarsch blockieren zu wollen.

Insgesamt sind bislang sieben Gegendemonstrationen angemeldet. Die Route der Rechtsextremen steht laut Polizei noch nicht fest. Unklar ist, wie viele Rechtsextreme nach Berlin kommen. Die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MBR) warnt in einer Einschätzung zum Heßmarsch allerdings vor einer neuen Tradition rechtsextremer Großaufmärsche in Berlin. Auf der Gegenkundgebung vor dem Rathaus Spandau wird auch Lala Süßkind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus sprechen. „Ich möchte nicht, dass Nazis durch Spandau spazieren“, sagt Süßkind am Dienstag vor Journalisten und appellierte an die Berliner, sich den Rechtsextremisten in den Weg zu stellen.

Das Projekt „Berlin gegen Nazis“ hat auch eine Spendenaktion ins Leben gerufen Mitglieder des Bündnis wollen 1,25 Euro pro rechtsextremen Demonstranten an die Seenotrettung für Flüchtlinge „Seawatch“ spenden.